Die 1871 in Hannover als Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha Compagnie gegründete Aktiengesellschaft beschäftigt weltweit etwa 134.500 Mitarbeiter und erzielte 2009 einen Umsatz von über 20 Milliarden Euro. Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Bremssystemen, Reifen, Fahrzeugelektronik, Fahrwerkkomponenten, Technologien rund um den Antriebsstrang sowie von Technischen Elastomeren. Seit Erwerb der Siemens VDO Automotive AG im Jahr 2007 gehört der Konzern zu den Top-Fünf der Automobilzulieferindustrie. Neue Werkhallen in Thailand für Einspritzsysteme Das thailändische Continental-Werk liegt in Amata City nahe Bangkok. Dort werden Dieseleinspritzsysteme für die asiatischen Märkte produziert. Das fünf Hektar große Gelände wurde mit einer klimatisierten Halle von 24.000 Quadratmetern inklusive Reinraumfläche von 1.400 Quadratmetern bebaut. Denn in Thailand herrschen extreme Klimabedingungen, und die Bauteile müssen hohen Anforderungen an Sauberkeit und Passgenauigkeit genügen. Für die Planung und den Anlauf der zur Division Powertrain gehörenden Fabrik sicherte sich der Automobilzulieferer die Unterstützung des Beratungsunternehmens agiplan aus Mülheim an der Ruhr. Die gemeinsam entwickelte Werksstruktur zeichnet sich durch hohe Flexibilität aus, die auch durch Anwendung des Wertstromdesigns erreicht wurde. Mit dieser Methode können nach dem Lean-Prinzip ein optimierter Soll-Zustand für die Produktion entwickelt, Durchlaufzeiten verkürzt und die Produktionssteuerung transparenter gestaltet werden. Wertstromdesign unterstützt \’schlanke\‘ Fabrik Dazu analysierte das Beratungsunternehmen das Fertigungskonzept mit Blick auf Produktion und Logistik. So konnten schon früh Engpassmaschinen und -abläufe optimiert, Steuerungsprinzipien festgelegt und Sensibilitäten bei Kapazitäten und Arbeitszeiten ermittelt werden. Minimale Durchlauf- und Wiederbeschaffungszeiten sowie zielgerichtete Anlageninvestition zeichnen die \’schlanke\‘ Produktion aus. Die Stärken des Wertstromdesigns liegen darin, dass Teilplanungen aus Produktions- und Logistiksicht frühzeitig zusammengeführt und abgeglichen werden können. Damit bildet das Design eine flexible Arbeitsplattform. Als Ergebnis der Analyse wurde für das Werk nahe Bangkok eine durchgängig pull-orientierte Produktion festgelegt. Parallel entschied man sich zu Gunsten kurzer Durchlaufzeiten für die Entkopplung und Synchronisation der Prozessketten über Supermärkte mit definierten Beständen, wobei kanban-basierte Regelkreise die Produktion steuern. Das zeigt auch Auswirkungen auf Planungsbereiche wie die Festlegungen der Behälter- und Transportsysteme. Gleichzeitig gestattet das Wertstromdesign Sensitivitätsanalysen zu Ausbringungsmengen, Ausschuss oder Bestandsstrategien sowie die Ableitung von Flächenbedarfen für Produktion und Logistik. Layoutplanung in Grob- und Feinphasen Die Fertigungabläufe wurden dabei im Rahmen der Grob- und Feinlayoutplanungen kritischen Analysen unterzogen. Folge war die Ausgliederung einzelner Baugruppen und Vorfertigungen, was bereits in einer frühen Phase die Wandlungsfähigkeit der erarbeiteten Werksstrukturlösungen unter Beweis stellte. Das Groblayout sah einen geschlossenen Bereich für Handling und Lagerung vor. Auch der Rampenbereich mit Hofabsenkung und Abfallentsorgung sowie die klare Trassierung von Wegen und Medien etwa für Späne, Kühlmittel und Strom wurden frühzeitig festgelegt. Die zentrale Anordnung von produktionsnahen Nebenbetriebsflächen wie Werkzeugwerkstatt und Labore bildete ein weiteres Merkmal der Grobplanung, die auch eine zentrale Einbringöffnung für Großaggregate sowie eine Entsorgungsachse für Fertigerzeugnisse berücksichtigte. Die klare Zonierung für Waschen, Montieren und Prüfen sowie die Planung eines Reinraums mit integrierten Schleusen für Mitarbeiter und Material stellten weitere Kernelemente dar. Hinzu kamen die zentrale Erschließung der mechanischen Bearbeitungszentren durch Korridore als äußere Umwegung der Funktionsflächen sowie der modulare Flächenansatz für die mechanische Fertigung. Letzteres war wegen Modullängen von bis 62 Metern bei variabler Breite nötig. Im Ergebnis unterteilte man die drei Bereiche der mechanischen Fertigungen durch eine Expansionsfläche. Auch die fixen Einbauten für Montagen und Prüfbereiche bieten Reserven für Wachstum. Auch hier half das Wertstromdesign mit Gestaltungsrichtlinien für die Realisierung einer \’schlanken\‘ Fabrik. Parallel erarbeiteten die Spezialisten aus Mülheim die Fertigungsprozesse, die in einem Prozesshandbuch dokumentiert wurden. Als Grundlage für die anschließende Planung der innerbetrieblichen Logistik dienten definierte Transportschleifen, die das Werk durchziehen. Auf Basis von zuvor definierten Prinzipien einer exzellenten Logistik wurden Kapazitäten und Einrichtungen spezifiziert. Management-Methoden für Schnittstellen und Projekte Aufrgund zahlreicher Schnittstellen etwa zu Logistik, IT, Qualität und Produktion galt es, die Abläufe in der Fabrik ausführlich zu dokumentieren. Auf Basis eines detaillierten Prozesshandbuchs konnten ME-Systeme, Logistikprozesse und Qualitätsanforderungen genau beplant und die Arbeitsplatzbeschreibungen erstellt werden. Mit einem Simulationstool für die Serienproduktion errechneten Fachleute die Hochlaufkurve mit entsprechendem Kapazitätsbedarf. Darauf aufbauend erarbeiteten sie die Liquiditätsplanung sowie die Beschaffungs- und Lieferzeitpunkte für die Anlagen. Eine wesentliche Aufgabe für die Fabrikplaner bestand in der Projektsteuerung. Zu den zentralen Bestandteilen des Projektmanagements zählten \’jour fixe\‘ mit allen Beteiligten und die Überwachung des Gesamtterminplans. Darüber hinaus wurden auf Basis eines Kosten-Controllingtools Budgetlisten erstellt und wöchentlich mit Prognosewerten abgeglichen. Schließlich wurde gemeinsam mit ViaConsult das Wasch- und Reinigungskonzept für das neue Werk ausgelegt. Zukunftspotenzial im Blick Als Ergebnis der Planungen stellt die neue Continental-Fertigung in Thailand eines der modernsten Werke im Konzern dar. Das Wertstromdesign und die Simulationen ermöglichten praxistaugliche Lösungen mit Blick auf kosteneffiziente, robuste und wandlungsfähige Produktionsprozesse. Dieses Vorgehen sichert die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens im globalen Markt nachhaltig. www.conti-online.com
Fabrikplanung mit Wertstromdesign Effiziente Ostasien-Fertigung für Continental
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten. Für Industrie-4.0-Anwendungen müssen diese Systeme jedoch zunehmend in moderne Datenarchitekturen eingebunden werden. Retrofit-Lösungen ermöglichen es,…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von Phishing Mails durch perfide Tricks. Doch auch die Gegenseite rüstet sich mit KI-Tools gegen digitale…
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf Maschinenbauer und Gerätehersteller, Cybersecurity systematisch in ihre Produkte zu integrieren. Gleichzeitig eröffnet eine sichere Kommunikationsinfrastruktur…
-
IO-Link-Safety-Lösungen
Mit der Kombination robuster Sicherheitskomponenten und IO-Link Safety ermöglicht Euchner eine durchgängige, sichere Kommunikation in der Automatisierung – auf dem gesamten Weg von der Steuerung bis zum Sensor…
-
Im Interview: Wie NI und DataTec den europäischen Testmarkt neu denken
Vom Messgerät zur Datenplattform
Beim Besuch von National Instruments bei DataTec tauschten sich Ritu Favre, President Test & Measurement bei Emerson, und Markus Kohler, Vorstand DataTec, über aktuelle Entwicklungen im europäischen Test-…
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell…
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der…
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
das könnte sie auch interessieren
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
-
















