Gordischer Knoten: Einfache Regeln im Umgang mit Funkkommunikation

Das Spektrum der Wireless-Lösungen wächst kontinuierlich, und so bot sich unter der Federführung des VDI/VDE-GMA-Fach­aus­schusses \’Funkgestützte Kommunikation\‘ am 28. und 29. Februar 2008 in Berlin die Gelegenheit, nicht nur theoretisch zu debattieren sondern Ergebnisse und Erfahrungen aus verschiedenen Einsatzbereichen auszutauschen. \’Zu den zurzeit am intensivsten diskutieren, Anwendungsaspekten gehört die Koexistenz der verschiedenen, am gleichen Standort betriebenen Funklösungen,\‘ stellte Dr.-Ing. Lutz Rauchhaupt, Leiter des Fachbereichs Drahtlose Industrielle Kommunikation am ifak Magdeburg und Leiter des VDI/ VDE-GMA-Fachausschusses, zum Auftakt zweier spannender Tage fest. In diesem Zuge kündigte er den Gründruck des Leitfadens zum Management der Koexistenz als Ergänzung zur Richtlinie VDI/ VDE2185 der VDI-Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik zur Mitte des Jahres an. Die Einbindung der Funkkommunikation in etablierte Kommunikationssysteme wie Hart oder Profibus und die Frage nach konkreten Lösungen für Profinet und Profibus waren weitere Hauptpunkte auf der Tagesordnung. Nutzen kabelloser Lösungen derzeit nicht erkannt Dipl.-Phys. Stephan Larmann, Global Foresight Group Berlin, sagte ein beschleunigtes Wachstum für Wireless-Installationen in der Prozessindustrie frühes­tens ab 2010 voraus. Wichtige Faktoren müssen allerdings noch erfüllt werden, nämlich die Beseitigung technischer Hindernisse und die Durchsetzung der Anwendungsszenarien gegen Lösungen aus dem Umfeld Hart und Feldbus sowie nicht zuletzt eine Erweiterung des Zulassungsspektrums von Frequenzbereichen für die industrielle Nutzung ohne umständliche Lizenzierung. Der Veranstaltungsleiter, Dr. Rauchhaupt, merkte kritisch an, dass derzeit der Nutzen kabelloser Technologien durch einen bloßen Austausch der Geräte generell nicht gesehen wird. Auch Dipl.-Ing. Manfred Wolf, Siemens AG Nürnberg, gab vorsichtige Prognosen für das Industrial Wireless LAN (IW-LAN) ab. Gerade Mechanismen, die sicherstellen, dass die anwendungsbedingten Echtzeitanforderungen erfüllt werden, fehlen im W-LAN-Standard IEEE802.11, der für IT-Anwendungen und nicht für Automatisierungsanwendungen entwickelt wurde. \’Doch diese sind absolut notwendig\‘, so der Experte, \’damit z.B. Speicherprogrammierbare Steuerungen in jeder Situation Daten übertragen können.\‘ Gradmesser für Technologieentscheidungen