Variantenvielfalt begrenzen
Die Variantenvielfalt war bei era-contact bis 2005 sehr groß. Dann begann man, sich auf drei Standardgrößen zu beschränken, die parametrisch im neuen CAD-System aufgebaut wurden. Die Produktkonstruktionszeiten haben sich dadurch deutlich reduziert. Wiederholteile wurden durch die Standardkupplungen ersetzt. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Einführung der Zeichnungsverwaltungslösung MaxxDB. Inzwischen darf nicht mehr ohne diese Lösung konstruiert werden, da nur so sichergestellt ist, dass alle Modelle auch allen Konstrukteuren zur Verfügung stehen. Die Vorgehensweise bei der Auswahl erfolgt nach der erforderlichen Isolierung. Auf engstem Raum werden Ströme bis zu 800A übertragen. Im Extremfall kommen Starkstrom- und Milli-Ampere-Leitungen in dasselbe Gehäuse. Die einzelnen Signale dürfen sich aber nicht gegenseitig stören und der Füllgrad im Schlauch darf nicht zu hoch sein. Ansonsten werden die Leitungen starr und unflexibel. Die Kontakte werden daher in Spannungsklassen zusammengefasst. Dies erfolgt bereits im CAD-System. Die notwendige Isolierung entscheidet auch über die Gehäusegröße. Anschließend kommt die Leitungsverlegung unter Berücksichtigung der maximalen Biege-Radien, um die Flexibilität zu erhalten. Das fertige Modell geht im Parasolid-Format an den Kunden zur Bauraumfreigabe.
Hohe Anforderungen
Internationale Märkte im Bereich der Personenbeförderung bringen hohe Anforderungen an die Konstruktion in puncto Sicherheit mit sich. Signale im Bahnbereich werden zwei- bis dreifach ausgelegt. Dies nimmt zusätzlich Platz ein und muss bei der Konstruktion berücksichtigt werden. Dazu kommen die unterschiedlichen internationalen Brandschutzverordnungen, die Gehäuse und Material einhalten müssen. Auch die verwendeten Legierungen für die Kontakte erfordern ein Materialmanagement auf sehr hohem Niveau. Die pneumatischen Kupplungen selbst sind beim Kupplungsvorgang sehr hohen Kräften ausgesetzt. Diese Kräfte müssen in der Konstruktion simuliert und geprüft werden. Hierbei hilft dem Konstrukteur ein gewisses Maß an Erfahrung, aber auch eine Software-Lösung, die die Konstruktion prüft. Die Konstruktion bei era-contact hat die technische Verantwortung für die Richtigkeit aller Angebote. Über die Umsetzung sagt Dr. Thomas Paral: \“Wir haben dafür ein Modell der prozessorientierten Teamarbeit entwickelt, in dem Entwicklung, Vertrieb, Fertigung und Disposition eng verzahnt sind, um die maximale Qualität für den Kunden zu gewährleisten. Dieser Prozess ist DIN ISO TS 16949-geprüft und wird von der Geschäftsleitung eng begleitet.\“ Kasten:
Die era-contact GmbH …
Die era-contact GmbH ging aus der 1928 als Fabeg gegründeten AEG-Tochter hervor. Damit kann era-contact auf eine fast 80-jährige Erfahrung zurückblicken. Heute beschäftigt die aichele-Gruppe, zu der sie gehört, weltweit 450 Mitarbeiter und setzt jährlich knapp 20 Mio.e um. Insbesondere das Wissen um den speziellen elektromechanischen Aufbau und die Zusammensetzung der Legierungen für die Kontakte verhilft era-contact zur Marktführerschaft. \“Unsere Kontaktsysteme müssen korrosionssicher, dicht, hochverfügbar und möglichst nicht zu sehen sein. Sie passen sich daher in die vorhandene Umgebung ein, sind aber trotzdem gut zugänglich und leicht zu warten\“, fasst Dr. Paral zusammen. Derzeit sind zirka 70% aller Züge weltweit mit Bahntechnik von era-contact ausgestattet. In Europa liegt dieser Anteil sogar bei 90%. Die Wachstumschancen liegen in den USA und Japan. Dort liegt der Anteil bei fünf beziehungsweise zehn Prozent. Mit starker Tendenz nach oben.
















