Dritter Schritt: Das eigene Device
Nachdem die Beispielapplikation erfolgreich in Betrieb genommen wurde, startete die Entwicklung der eigenen Instituts-Applikation. Aufgabe war die Erstellung eines einfachen I/O-Devices mit Simulationseingängen und der dazugehörigen GSD-Datei. Dazu simuliert ein einfaches Hardwaremodul die Ein- und Ausgänge mit Schaltern und LED. Basierend auf der Beispielapplikation liest bzw. setzt das nun erstellte Programm zyklisch beliebige Ein/Ausgänge, die sogenannten General Purpose I/Os (GPIO). Dabei wurde vollständig auf ein Benutzermenü verzichtet und die Ausgaben werden nur noch an die serielle Schnittstelle weitergegeben, so wie das in einem Gerät in einer Produktionsumgebung realisiert wäre. Bei der Nutzung der GPIOs müssen die jeweiligen Register des Ertec 200 bitweise konfiguriert werden. Der Test zeigte, dass dies erhöhte Sorgfalt erfordert, denn die GPIOs können bis zu vier unterschiedliche Funktionalitäten ausführen. Das hat zur Folge, dass ein Bit an der falschen Stelle z.B. die serielle Schnittstelle zum PC deaktiviert und das Terminalprogramm dann ins Leere läuft. Wie für jedes Profinet-Gerät wurde auch für den Simulator eine Gerätebeschreibung erstellt, die sogenannte Geräte-Stammdaten-Datei (GSD-Datei). Diese Datei enthält die Parameter des Produkts, wie Angaben zu den Kommunikationsfähigkeiten sowie weitere Informationen, z.B. über Diagnosewerte. Die bei der Profinet Nutzerorganisation im Internet hinterlegten Beispiele waren bei der Erstellung sehr hilfreich. Die mit einem XML(Extensible Markup Lang- uage)-Editor erstellte GSD-Datei enthält für den Simulator eine eigene Kategorie, einen eigenen Namen, ein eigenes Bild, mit dem der Simulator in Projektierungswerkzeugen erscheint, die Information \’feste Slots/Subslots\‘ sowie die Information, dass das Gerät einen 4Bit-Eingang und einen 4Bit-Ausgang besitzt. Für den abschließenden Test wurde dann ein neues Projekt für den Master erstellt. Dazu musste erst einmal die neue GSD-Datei in das Konfigurationsprogramm integriert werden, was problemlos möglich war. Die dann erstellte Testapplikation schreibt einfach die Daten der Eingänge zurück auf die Ausgänge. So konnte die einwandfreie Funktion einfach und zuverlässig überprüft werden. Zusätzlich wurden die Daten auch auf der seriellen Schnittstelle ausgegeben, so dass sie auch mit Hilfe eines Terminalprogramms darstellbar waren.
An die Hand genommen
Das Institut Industrial IT hat die Erfahrungen aus diesem Praxistest wie erwähnt in einem umfangreichen Leitfaden zusammengefasst. Dieser ist sowohl über das Institut (www.init-owl.de, als auch über das Competence Center von Siemens erhältlich. Ein nicht am Projekt beteiligter Mitarbeiter schaffte es damit im ersten Anlauf, in zwei Arbeitstagen ein eigenes Profinet-Device zu entwickeln.
















