Kühl kalkuliert Steuerungs- und Visualisierungslösung für den wirtschaftlichen Bau von Kälteanlagen

\“Wir sind froh und stolz darauf, als einer der ersten Anwender vor zwei Jahren den Wechsel zur Simatic S7-1200 von Siemens gemacht zu haben\“, sagen übereinstimmend Joachim Ullmann, Leiter der Elektroabteilung bei der L+R Kältetechnik GmbH & Co. KG (s. u.), und sein Kollege, Programmierspezialist Olaf Ganser. Sie haben damit einen technisch und wirtschaftlich erfolgreichen Wechsel in den Wasserrückkühlanlagen eingeleitet. Da der Anbieter Siemens nach ihren Erfahrungen klare Qualitätsvorteile bei den Steuerungen bietet, wurden sukzessiv dessen Steuerungen auch in den nachfolgenden Anlagen verbaut. Heute sind rund 70 Prozent der in ihren Wasserrückkühlanlagen eingesetzten Steuerungen Simatic S7-1200. Joachim Ullmann nennt den Grund: \“Diese modular aufgebaute und kostengünstige Micro-SPS deckt den Bedarf in vielen unserer kompakten Wasserrückkühlanlagen hervorragend ab und ist mittlerweile von allen unseren Kunden akzeptiert.\“ Einer ihrer großen Vorteile ist, dass an das Basisgerät bis zu drei Kommunikationsmodule für insgesamt 16 Ethernet-Verbindungen und bis zu acht Signalmodule für digitale sowie analoge Ein- und Ausgänge angesteckt werden können. Diese Flexibilität ist äußerst wichtig, denn die Anwendungen für solche Wasserrückkühlanlagen unterscheiden sich meist sehr stark. Entsprechend einfach oder aufwändig ist die Funktionsüberwachung der Messgeräte: Durchflussaufnehmer, Druckaufnehmer, Temperatursensoren oder auch pH-Messgeräte und vieles mehr können damit sehr einfach an die Steuerung angebunden werden. Interessant ist, dass die Steuerung mehrere PID-Regelkreise mit Autotune-Funktionalität zu bieten hat, was einfache Prozessapplikationen mit geschlossenem Regelkreis möglich macht. Schnelle Migration durch einfache Handhabung Entscheidenden Einfluss auf die rasche Migration zu den Micro-SPS hatte auch die einfache Handhabung der neuen Lösung wie Olaf Ganser beschreibt: \“Obwohl die Art der Programmierung eine etwas andere ist, als man sie bisher bei speicherprogrammierbaren Steuerungen gewohnt ist, erweist sich die hier verwendete grafische Programmierung sehr bald als überaus vorteilhaft.\“ In der Tat berichtet der Experte davon, dass die einzelnen Funktionsbausteine nur noch per \’drag & drop\‘ in das Programm gezogen werden. Lediglich für die Parametereinstellungen benötige man noch die Ziffern auf der Tastatur plus Enter-, Rückstell- und Esc-Taste. \“Einfacher geht\’s wohl nicht mehr\“, ergänzt Joachim Ullmann. Die Durchgängigkeit der Befehlsstruktur ermöglicht einen schnellen Einstieg in diese neue Welt der Programmierung, wie sie die Simatic S7-1200 eröffnet. Das TIA-Portal als kompakte und durchgängige Softwarelösung für den schnellen Einstieg in die Programmierung und Visualisierung hat vieles erleichtert. Joachim Ullmann schätzt: \“Die Programmierung mit dem HMI-Engineering-Werkzeug \’WinCC Basic\‘ innerhalb des TIA-Portals beschleunigt die Arbeit um etwa 30 Prozent gegenüber der bisherigen Plattform.\“ Die Adressierung und Parametrierung über Profinet erweist sich nach der Erfahrung der beiden Experten ebenfalls als spürbar einfacher im Vergleich zu anderen Bussystemen. Zudem kann bei der S7-1200 sehr einfach ein Teleserviceadapter auf Ethernet-Basis hinzugefügt werden, was vor allem für Fernservice ideal geeignet ist. Joachim Ullmann berichtet: \“Fernservice ist für uns ein hoher Wettbewerbs- und Wirtschaftlichkeitsfaktor, weil wir unseren Kunden eine \’24-h-Coolline\‘ (Hotline) anbieten, über die sie jederzeit Unterstützung anfordern können.\“ Komfortable Visualisierung leicht gemacht Durch Verwendung von Profinet innerhalb der Wasserrückkühlanlagen ergeben sich weitere Vorteile, die für sich sprechen. So lassen sich ohne großen Aufwand die HMI-Panels der \’Key Touch Panel (KTP)\‘-Serie, HMI Panels mit Touch und Bedienfeldoption, von Siemens in die Steuerung einbinden. Das ist auch vor dem Hintergrund wichtig, weil dadurch ganze Anlagenfließbilder dargestellt werden und Anlagenbetreiber alle wichtigen Informationen auf einen Blick sehen. Dazu gehören Tank, Pumpe und Kälteerzeuger ebenso wie wichtige Parameter wie zum Beispiel Temperaturen, Füllstände und Drücke. Olaf Ganser kommentiert: \“Bei früheren Lösungen waren höchstens einfache Textanzeigen wirtschaftlich vertretbar.\“ Aber nicht nur der Komfort ist mit solchen Touch Panels, die es in den Größen 4, 6, 10 und 15\“ gibt, erheblich gestiegen. Diese HMI-Panels erweisen sich mit ihrer hohen Schutzart bis IP67 selbst in einem rauen Betriebsumfeld als äußerst widerstandsfähig. So gibt es zum Beispiel Wasserrückkühlanlagen, die in Metallgießereien Walzen kühlen und auch Anlagen, die in heißen wüstenartigen Not-Duschen innerhalb der Stickstoffproduktion mit gekühltem Wasser versorgen. Und auch bei Wasserstoff-Tankstellen in Norwegen und Finnland, die im Freien stehen, werden die KTP-Displays mit speziellen Einbaumaßnahmen eingesetzt. Schnelles Anlagenengineering bis hin zur Dokumentation Der Wechsel zu der modernen Micro-SPS Technik verlief äußerst reibungslos, wie Olaf Ganser und Joachim Ullmann versichern: \“Der Umgang mit dem TIA-Portal sieht auf den ersten Blick schwieriger aus, als er dann tatsächlich ist.\“ Innerhalb von nur knapp zwei Wochen wurden bei der L+R Kältetechnik alle vorhandenen Funktionsbausteine auf die neue grafische Programmierung übertragen. Nun lässt sich das Engineering für eine neue Anlage inklusive Inbetriebnahme und Ausgangscheck in etwa drei Stunden erledigen, berichten die beiden Steuerungsexperten. Eine komplett neue Programmerstellung bis hin zur Dokumentation ist heute in ein bis zwei Arbeitstagen erledigt. Selbst wenn die vorher eingesetzten Produkte anderer Hersteller mit den nun verwendeten Lösungen aus S7-1200 und Profinet nicht unmittelbar vergleichbar sind, steht für Joachim Ullmann fest: \“Der Wechsel zu dieser modernen Steuerungstechnik hat sich wirklich gelohnt; außerdem konnten wir im Verlauf der Migration an einigen Stellen zusätzliche Verbesserungen vornehmen.\“ Die Steuerung gibt es mit bis zu 50KB Arbeitsspeicher sowie bis zu 2MB integriertem Lade- sowie 2KB remanenten Datenspeicher. Aufgrund der optimierten Befehlsstruktur im Vergleich zur bisherigen Lösung zur Programmierung ist der Speicher für diese Aufgaben vollkommen ausreichend, wie die beiden Experten erklären. Gearbeitet wird mit dem TIA-Portal als Einsteiger-Paket inklusive Programmierung und Visualisierung. Bereits im Februar 2010 haben sie die erste Wasserrückkühlanlage mit der neuen Steuerungslösung ausgeliefert und bis heute nur gute Erfahrungen gemacht. Denn nicht nur die technischen Finessen sind für Hersteller und Anwender von großer Bedeutung, sondern auch der Wunsch nach Nachhaltigkeit wird mit der kostengünstigen, flexiblen Steuerungsplattform für beide Seiten erfüllt. Hinzu kommt die hohe weltweite Verfügbarkeit, was letztendlich in einer langfristig wirtschaftlichen Gesamtlösung resultiert. Erfahrung und Offenheit für technologischen Fortschritt als Erfolgsrezept