Ich weiß, Steuerungen sind nicht sexy, Antriebe und anderes Automatisierungszubehör in der Regel auch nicht. Aber vielleicht liegt genau da das Problem. Bereits seit Jahren beklagt die Branche einen Missstand, der das Wachstum erfolgreicher Unternehmen unter Umständen ganz schön schnell zu bremsen vermag: die Nicht-Verfügbarkeit hochqualifizierter Ingenieure. Ärzte, Juristen, Publizisten und Absolventen der Wirtschaftsuniversität gibt es mehr als der aktuelle Stellenmarkt verdauen kann, nur Techniker spuckt das heimische Bildungssystem nach wie vor viel zu wenige aus. Laut einer Studie der Industriellenvereinigung benötige man bis 2010 5.300 Techniker. \“Die Universitäten liefern 2.000, die FHs 2.300, bleibt also nach wie vor eine Lücke von 1.000\“, rechnet Peter Koren, Vizegeneralsekretär der IV vor. Seltsam, dabei versucht man mittlerweile an allen Fronten – in den Schulen, auf den Unis und FHs, auf Messen usw. – entsprechenden Berufsnachwuchs zu ködern. Und ginge es nach den heimischen Firmenchefs sähe man sogar das weibliche Geschlecht lieber vor Maschinen und Anlagen als hinter dem Herd. Noch nie waren Technikerinnen so gefragt wie heute. In der Elektrotechnik oder im Maschinenbau stehen ihnen alle Türen offen, dennoch brechen sie laut Statistik lieber in Richtung Geistes- oder Naturwissenschaften auf. Scheinbar mangelt es den technischen Berufen gehörig an Attraktivität – höchste Zeit also, deren Image ein wenig aufzupeppen! Wie? Nun da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Besonders Ehrgeizige würden vielleicht die Einführung eines Chief Technical Officers als fixen Bestandteil der Geschäftsleitung begrüßen, damit man als Techniker leichter in die höchste Führungsebene gelangt, und eine Image-Korrektur des Berufsbilds könnte auch nicht schaden. Die Beschäftigung mit technischen Belangen wird als schwierig und trocken empfunden, dabei sieht die Wirklichkeit ganz anders aus: \“Neben dem fachlichen Wissen benötigt ein Techniker heutzutage Fremdsprachen, Flexibilität und soziale Kompetenz. Er muss den Trolley immer wieder packen, um mit weltweiten Partnern und Kunden zu kommunizieren\“, beschreibt der Präsident des Österreichischen Verbands für Elektrotechnik Günther Rabensteiner. An dieser Stelle wäre vielleicht ein gutes Drehbuch aus Hollywood gefragt. Ärzte, ob grantig – Dr. House – oder smart – in Grey\’s Anatomy – werden durch entsprechende Serien in den Kultstatus erhoben, ähnliches gilt für Geheimagenten, Rechtsanwälte, Polizisten, Privatdetektive, Kindermädchen usw. – nur die Techniker ließ man bisher immer links liegen. Dabei hätten diese längst einige Hauptrollen verdient! Spannenden Stoff gäbe es zur Genüge…
Macht die Technik \’sexy\‘!
Image ist das, was man braucht, damit die andern denken, dass man so ist, wie man gern wär. (Frank-Markus Barwasser, deutscher Kabarettist)
Sandra Winter – Edelfeder
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