Neue Spezifikationen für CIP-Netzwerke

Die neuen Ausgaben sind die erste Aktualisierung der Spezifikationen für 2009 und enthalten wichtige Erweiterungen für Anwender, die offene Netzwerke in der Fertigungsautomatisierung für so viele Anwendungen wie nur möglich implementieren möchten. Insgesamt beinhalten diese neuen Ausgaben 14 Spezifikationsverbesserungen, u.a. die folgenden Bereiche. Stromverteilungssysteme Da die Verteilung der Steuerspannung einen Anteil mit hohen Kosten und hohen Risiken bei Entwicklung und Aufbau von Maschinen darstellt, können durch den Einsatz von modularen Stromverteilungssystemen signifikante Einsparungen erzielt werden. In der Fabrikautomation werden üblicherweise viele verschiedene Steuerspannungen verwendet. Die Endanwender haben gefordert, dass die Komponenten standardisiert werden – einschließlich der zulässigen Störgrößen. Daher definiert die ODVA Empfehlungen für Hilfsstromkreise, indem konsistente Regeln für Komponenten, Geräte und Verdrahtung aufgestellt werden, mit denen zunächst die Hilfsstromverdrahtung im Kleinspannungsbereich von 24V abgedeckt wird. Da es bereits zahlreiche Produkte im Markt gibt, die mit einer Stromversorgung von 24V arbeiten, wird dies eine informative Erweiterung zum Common Industrial Protocol (CIP) sein – einheitlich für alle CIP-Netzwerke. Beispiele solcher Systeme sind Not-Halt-Einrichtungen, Hilfsstromversorgung für E/A-Geräte und PwE (Power with Ethernet – Stromversorgung mit überlagertem Ethernet). Durch die Festlegung von Verkabelungskomponenten und von Anforderungen an Netzteile kann ein vollständig standardisiertes System entworfen und aufgebaut werden und zwar aus Kabeln, Steckverbindern und Geräten, die sich direkt zusammensetzen lassen. Option: SC-RJ-Steckverbinder Da die LWL-Übertragung immer häufiger in Automatisierungssystemen eingesetzt wird, hat die ODVA die Option eines SC-RJ Steckverbinders freigegeben sowie die Gehäusevariante 1, die für die raue Industrieumgebungen geeignet ist. Der Steckverbinder ist als Fortführung der letztjährigen Einführung der optischen Polymerfaser mit 1mm Durchmesser als Option für die physikalische Schicht von Ethernet/IP zu sehen. Er bietet eine Lösung für Installation und Anschluss im Feld ohne große Einarbeitung, da nur einfache Techniken für die Vorbereitung und Befestigung der Faser zum Einsatz kommen. Ein Polieren der Faser kann entfallen; dadurch werden die Installationszeit und -komplexität reduziert. Außer für die 1mm-POF ist der SC-RJ-Steckverbinder auch für alle weiteren für Ethernet/IP definierten Fasertypen geeignet. Die korrekte Auswahl und richtige Bauart der Komponenten der physikalischen Schicht kann einen überproportional großen Einfluss auf die Kosten einer Maschine oder einer Produktionsanlage über den gesamten Lebenszyklus haben. Deshalb hat die ODVA Empfehlungen für Hilfsstromversorgungen und LWL-Installationen mit aufeinander abgestimmten Regeln für Komponenten, Geräte und Verdrahtungsanweisungen erstellt. Lösungen für Automobilbau Der Bedarf nach einfach zu konfektionierenden Steckverbindern für Lichtwellenleiter ist geprägt durch den Automobilbau. Speziell im Bereich des Karosseriebaus gibt es schwierige Umgebungsbedingungen für die sichere Datenübertragung von Ethernet/IP. Hohe elektromagnetische Einstrahlung durch Schweißzangen, Potenzialströme zwischen Geräten und hohe Biege- und Torsionsbeanspruchung der Schlauchpakete an den Robotern lassen den Einsatz von kupferbasierten Übertragungsarten nicht immer zu. \“Der einfach zu konfektionierende SC-RJ für polymeroptische Fasern bietet in Verbindung mit dem robusten IP67-Schutzgehäuse der IEC61076-3-106 Variante 1 die bestmöglich Lösung für eine sichere und dauerhafte Datenübertragung in solchen Applikationen\“, erläutert Simon Seereiner, Portfoliomanager bei Weidmüller Interface. Bernd Horrmeyer, Product Marketing Senior Engineer bei Phoenix Contact ergänzt: \“Auch bei Installationen, die mehr als 100m auseinander liegen, bietet der SC-RJ aufgrund seiner Möglichkeit, auch Single- und Multimode Glasfaserleitungen zu verarbeiten, beste Anschlussmöglichkeiten.\“ Mit seiner kleinen Form ist der Ethernet/IP-Steckverbinder für die Integration in Geräte geeignet und in IP20 sowie IP67 in Metall und Kunststoffausführungen erhältlich. The CIP Networks Library Die Spezifikationen werden als Gruppe mit dem Titel \’The CIP Networks Library\‘ veröffentlicht. Jede Spezifikation besteht aus einem oder mehreren Bänden der \’CIP Networks Library\‘. Die neuesten Ausgaben der Spezifikationen lauten: – Die Ethernet/IP-Spezifikation besteht aus der \’CIP Networks Library\‘: Band Eins (Ausgabe 3.6), Zwei (Ausgabe 1.7) und Sieben (Ausgabe 1.3) – Die Devicenet-Spezifikation besteht aus der \’CIP Networks Library\‘: Band Eins (Ausgabe 3.6), Drei (Ausgabe 1.7) und Sieben (Ausgabe 1.3) – Die Controlnet-Spezifikation be- steht aus der \’CIP Networks Li- brary\‘: Band Eins (Ausgabe 3.6), Vier (Ausgabe 1.3) und Sieben (Ausgabe 1.3) – Die Componet-Spezifikation besteht aus der \’CIP Networks Library\‘: Band Eins (Ausgabe 3.6), Sechs (Ausgabe 1.5) und Sieben (Ausgabe 1.3) – Die CIP Safety-Spezifikation besteht aus der \’CIP Networks Library\‘: Band Fünf (Ausgabe 2.2)