Zuverlässiges Netzwerkmanagement

Da Powerlink zu 100% dem Ethernet-Standard nach 802.3 folgt, lassen sich für das Netzwerkmanagement auch die Standard-Konfigurationstools unterschiedlicher Hersteller einsetzen. Dasselbe gilt für die Netzwerkdiagnose. Die Entwickler von Powerlink stehen auf dem Standpunkt, dass Systemdiagnose unter allen Umständen mit einfachen \’Bordmitteln\‘ zu bewerkstelligen sein muss. Das bedeutet, dass der Netzwerkanalysator mit Standardtools und -geräten die Funktionen des Datenverkehrs überprüfen und die Verkabelung durchmessen kann. Zudem stellt Powerlink durch seine Kommunikationsstruktur jederzeit Bandbreite für Diagnosezwecke zur Verfügung, die hierfür fest reserviert ist und sich auch nicht absichtlich umfunktionieren lässt, wie es bei anderen Systemen möglich ist. Solche Systeme verleiten die Betreiber gelegentlich, unwissentlich den \’Diagnosekanal\‘ für eine höhere Bandbreite zu opfern und damit die Systemstabilität zu gefährden. Für die Konfiguration der CANopenmechanismen bieten sich aufgrund der vollen Kompatibilitat die offiziellen CANopen-Tools an.

Offener Standard, offen für alle

Der offene Standard macht Anwender unabhängig von proprietärer Produktpolitik. Sie können selbst an der Weiterentwicklung des Systems teilnehmen und das Produkt nach eigenen Bedürfnissen modifizieren. Die große Nähe von Powerlink zum Ethernetstandard sowie seine Transparenz bilden hierfür die Grundlagen. Auch Entwicklungen für besondere Anwendungen wurden neben der bereits erwähnten CANopen-Integration erfolgreich durch EPSG-Mitglieder vorangetrieben. Dazu zählt etwa das hochverfügbare System des französischen Unternehmens Alstom oder die Realisierung eines netzwerkunabhängigen Safety-Konzepts.

Redundanz

Alstom hat mit Powerlink einen Feldbus für die Prozessindustrie entwickelt, der sich durch höchste Ausfallsicherheit auszeichnet. Durch eine Erweiterung des Powerlink-Protokolls lassen sich mehrere zentrale Steuerungen redundant einsetzen. Fällt ein als MN eingesetzter Industrie-PC aus, bemerkt ein redundantes Gerät den Ausfall sofort und übernimmt dessen Funktion. Gegen Leitungsdefekte schützt die Verlegung redundanter Datenkabel. Eine Anordnung spezieller Switches, sogenannter Link-Selectors, reagiert auf Kabeldurchtrennungen und verbindet die angesteuerten Geräte mit einem redundanten signaltragenden Kabel. Zudem meldet der jeweilig nächstliegende Link-Selector den Ort des Ausfalls.

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