Profinet-Anbindung über den Profibus-Geräteanschluss realisieren

Die Verwaltung des Qualitätssicherungsprozesses übernimmt die Leittechnik und koppelt zur Datenerhebung per Ethernet an die unterlagerte Steuerungsebene. \“Als Steuerungsbus ins Feld gibt uns heute die Produktionsplanung anstatt Profibus in Fertigungsbereichen mit hohen Qualitätsanforderungen Profinet vor\“, berichtet Henning Lanz, Elektrokonstrukteur von der Daimler AG im Mercedes-Benz Werk Mannheim. Profinet bietet hierfür ein einheitliches Ethernet-Netzwerkmedium in der Anlage. Adress­schalter oder Busabschlusswiderstände sind nicht mehr notwendig. Gleichzeitig bietet es dem Anwender Flexibilität über mögliche Stern-, Linien- und Ring-Netzwerkstruktur, Zeitersparnis während der Inbetriebnahme und erhöht die Performance im Betrieb. Dabei sind die Vorgaben der Produktionsplanung der Praxis manchmal voraus. Nicht jedes der zu verwendenden Mess-, Codier- und Erfassungseinheiten gibt es schon für Profinet. \“In der Anlage haben wir wegen einem einzigen Gerät einen Profibus-Strang ziehen und eine Profibus-SPS verbauen müssen\“, fährt Lanz fort. \“Den betroffenen Profibus-Lecktester verwenden wir schon seit Jahren. Er ist betriebsbewährt, die Bausteine in der SPS geschrieben.\“ Das verdeutlicht, dass sogar Endanwender unter Zugzwang stehen, wenn der Profinet-Anschluss fehlt. Ersatz für Profinet-Anschluss Einen Ersatz für einen fehlenden Profinet-Anschluss bietet netLink Proxy. In der Bauform eines Bussteckers verwandelt der Umsetzer jeden Profibus-Slave ohne Installationsmehraufwand in ein Profinet-konformes Gerät. Die Inbetriebnahme erfolgt in vier Schritten: Aufstecken auf die Profibus-Schnittstelle, mit Spannung versorgen, einmalig konfigurieren und die GSDML-Datei exportieren, dann ist der Stecker für Profinet betriebsbereit und konvertiert. Die Daten des DP-Gerätes bildet er transparent ab. \“Waren die richtigen Bausteine der Profinet-SPS gewählt, lief der Proxy mit dem Profibus Nadelpräger Marker 3000 sofort\“, erinnert sich der Projekteur Oliver Kinzig der Firma Autkom GmbH. Seine Firma liefert komplette Automatisierungslösungen von der Planung über die Schaltanlagen und Sensorik bis zum Softwareengineering und zur -inbetriebnahme. Den Nadelpräger der Firma ADT GmbH, der im Mannheimer Daimler Werk in Betrieb genommen wurde, gibt es zurzeit nur für Profibus, Ethernet und Interbus. \“An Profinet wird gerade entwickelt. Das braucht Zeit. Diese überbrücken wir jetzt mit dem Proxy-Stecker. Die Lösung ist von Daimler akzeptiert\“, erklärt ADT Geschäftsführer Johann Krutsch. Für ADT gab es gute Gründe, die Entwicklung hinauszuzögern. Ein Nadelpräger verkauft sich nicht in hohen Stückzahlen, und das Profinet-Upgrade kostet das Unternehmen eine fünfstellige Investitionssumme. Profinet ist noch nicht überall Standard, die Amortisierung stand in Frage. Der netLink Proxy eignet sich für Geräte, die im Einzelstück verkauft werden – von kleinen bis mittelständigen Unternehmen, die mit Profinet noch zaudern. Sie erhalten ohne Entwicklungsaufwand per Stecker einen Profinet-Zugang. Übergang zu Profinet meistern