Sicherheitsgerichtete Anwendungen mit Profisafe

Mit Profisafe steht eine marktführende Technologie für eine Kosten sparende funktionale Sicherheit zur Verfügung. Das Profisafe-Profil V2.0 ist gleichermaßen für Profibus und Profinet anwendbar. Es nutzt das bewährte Black Channel Prinzip und ist einsetzbar für Sicherheitsanwendungen bis Kategorie 4 und SIL3 (Safety Integrity Level 3). Das bei Profisafe zu Grunde liegende zukunftsweisende Konzept der Koexistenz von Standard- und Sicherheitskommunikation auf einem Kabel birgt eine Reihe von entscheidenden Vorteilen. Damit sind nicht nur Einsparungen in der Verkabelung möglich, sondern auch eine hohe Flexibilität bei Inbetriebnahme, Erweiterung und Umrüstung gegeben. Hinzu kommt eine einfache Synchronisation der Standard- und Sicherheitsfunktionen. Nicht zuletzt erleichtert es sowohl die Entwicklung von Steuerungen mit integrierter Sicherheitstechnik als auch im wesentlichen Maße die komplexe Handhabung von Antrieben mit integrierten sicheren Überwachungsfunktionen.

Security

Das Profinet Security-Konzept trägt dem höheren Bedarf an Netzwerk-Sicherheit in Ethernet-basierten Automatisierungssystemen Rechnung. Dieses Konzept beinhaltet die Zugriffskontrolle, Datenverschlüsselung, Authentifizierung sowie Logging von sicherheitsrelevanten Ereignissen. Der Kern des Security-Konzeptes besteht in einer sicherheitstechnisch motivierten Segmentierung des Automatisierungsnetzwerks. Es werden so geschützte Automatisierungszellen gebildet. Die Netzknoten innerhalb einer Zelle werden durch spezielle Security-Netzkomponenten (z.B. Switches oder Security Appliances) geschützt, die den Datenverkehr von und zu einer solchen Zelle kontrollieren und die Zugriffsberechtigungen überprüfen. Nur autorisierter Datenverkehr wird durchgelassen. Für den Zugriff mit Client-PCs auf geschützte Automatisierungsgeräte kann eine spezielle Security-Client-Software verwendet werden. Die Endgeräte benötigen damit keine eigene Security-Funktionalität. Der Datenverkehr zwischen den geschützten Zellen bzw. zwischen Client und den Zellenknoten kann darüber hinaus verschlüsselt und so zuverlässig vor Datenspionage oder Datenmanipulation geschützt werden. Dies ist vor allem interessant bei Kommunikation über unsichere Netzwerke, wie es z.B. bei Remote Access über Internet bei Serviceeinsätzen der Fall ist.

MES-Ankopplung

Die Integration von Automatisierungssystemen in Manufacturing Execution Systems (MES) und Enterprise Resource Planning (ERP) gewinnt in unternehmensweiten, durchgängigen Informationssystemen zunehmend an Bedeutung. Dies ist Voraussetzung für eine optimale Produktionsauslastung. Für die Bereitsstellung der in MES benötigten Informationen aus der Anlagenautomatisierung haben sich bislang keine Standards etabliert. Profinet kann neben den Prozess-Nutzdaten auch MES-relevante Daten bereitstellen und bietet damit eine ideale Voraussetzung zur Unterstüzung von MES- und ERP-Systemen. Profinet verwendet in diesem Zusammenhang zur Darstellung der Gerätezustände ein erweitertes Ampelmodell, welches neben dem Zustand \’Gerät gestört\‘ auch die Vorwarnstufen \’Instandhaltungsbedarf\‘ und \’Instandhaltungsanforderung\‘ berücksichtigt. Eine weitere MES-relevante Funktionalität von Profinet ist die Fähigkeit, die in der Anlage verbauten Geräte eindeutig und elektronisch zu definieren.

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