Feldbus-Integration
Profinet spezifiziert ein Modell zur Einbindung existierender Profibus- und anderer Feldbus-Systeme wie Interbus und DeviceNet. Damit lassen sich beliebige Mischsysteme aus Feldbus- und Ethernet basierten Teilsystemen aufbauen. So wird ein kontinuierlicher Technologieübergang von Feldbus basierten Systemen zu Profinet möglich. Die hohe Zahl der bestehenden Feldbus-Systeme erfordert aus Gründen des Investitionsschutzes eine einfache Einbindung dieser Systeme in Profinet. Dabei werden folgende Fälle unterschieden: -Der Anlagenbetreiber möchte seine vorhandenen Installationen leicht in ein neu zu installierendes Profinet-System integrieren können. – Der Anlagen- und Maschinenbauer möchte sein bewährtes und bekanntes Gerätespektrum unverändert auch für Profinet-Automatisierungsprojekte nutzen können. – Der Gerätehersteller möchte seine existierenden Feldgeräte ohne Änderungsaufwand in Profinet-Anlagen integrieren können. Feldbus-Lösungen lassen sich bei Profinet über Proxies einfach und nahtlos in ein Profinet-System einbinden. Der Proxy fungiert hierbei als Repräsentant der Feldbus-Geräte am Ethernet. Er integriert die an ein unterlagertes Feldbussystem angeschlossenen Teilnehmer in das übergeordnete Profinet-System. Damit können die Vorteile der Feldbusse wie hohe Dynamik, ortsgenaue Diagnose und die automatische Konfiguration des Systems ohne Einstellungen an den Geräten auch in der Profinet-Welt genutzt werden. Die Übertragung der Systemvorteile vereinfacht die Planung durch bekannte Abläufe sowie die Inbetriebnahme und den Betrieb durch die umfassenden Diagnose-Eigenschaften des Feldbus-Systems. Die Geräte und Software-Tools werden ebenfalls in der gewohnten Weise unterstützt und in die Handhabung des Profinet-Systems integriert.
Performance
Schon bei Profibus sind große Mengengerüste möglich. Diese werden von Profinet noch einmal deutlich übertroffen. Die Anzahl der Teilnehmer ist prinzipiell nicht begrenzt. In einem Profinet-Telegramm können bis zu 1.440Byte Prozessdaten transportiert werden. Datensätze können sogar eine Größe von bis zu 4Gigabyte annehmen, etwa um Bilder eines zu bearbeitenden Produktes zu einem Bildverarbeitungssystem zu übertragen, das aus der Kontur des Produkts die Kurvenscheibe für die Bewegung berechnet. Die Leistungsreserven von Profinet mit IRT sind für die absehbare Zukunft mehr als ausreichend. Das unterstreicht folgendes Beispiel. Bei einer Zykluszeit von einer halben Millisekunde können 70 Antriebe hochperformant und synchron betrieben werden. Dabei bleiben 50% Reserve für offene Kommunikation mit IT-Standardprotokollen, z.B. für Engineering, Diagnose, Fernwertung oder Prozessdatenerfassung.
Implementierung und Zertifizierung
Damit Profinet-Geräte unterschiedlicher Typen und Hersteller miteinander fehlerfrei kommunizieren können, ist eine normkonforme Implementierung des Kommunikationsprotokolls und gegebenenfalls der Anwendungsprofile durch die Gerätehersteller erforderlich. Zum Nachweis der Qualität von Profinet-Produkten steht ein Zertifizierungsverfahren zur Verfügung. Ein Profinet-Zertifikat bescheinigt das normkonforme Verhalten nach IEC 61158 innerhalb eines Profinet-Netzwerkes. Für Profinet-Geräte ist die Zertifizierung verbindlich vorgeschrieben. Hierfür stehen mehrere unabhängige Prüflabors zur Verfügung.
















