Schneider Electric: Entwicklungen für weiteres Wachstum

Schneider Electric hat auf der Pressekonferenz in Grenoble – am Standort seines Entwicklungszentrums Electropole – nicht nur Neuerungen des Motor-Managements vorgestellt sondern, auch verraten, mit welcher Strategie das Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten wachsen will. Zunächst erklärte Claude Ricaud (Bild 2), Senior Vice President Innovation – Power bei Electropole, dass das Unternehmen eine stringente Wachstumsstrategie verfolgt: Mit Innovation und Differenzierung wolle man weiter wachsen. Auch organisches Wachstum spiele hierfür eine Rolle: \“Im vergangenen Jahr erreichten wir ein organisches Wachstum von 15%. Dabei handelt es sich um ein weltweit gesehen gut verteiltes Wachstum.\“ Iin Osteuropa erreichte das Unternehmen einen Zuwachs von 17%, in Afrika und dem Mittleren Osten 19%, in China 16%, in Indien 34% und in Südamerika 26%.

Entwicklung & Kundennähe

Um näher an seine Kunden zu rücken, wolle Schneider Electric seine globale Optimierung und seine lokale Präsenz ausbauen. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Konzentration auf Energieeffizienz. Dieser Markt wächst derzeit um etwa 15 bis 20%. Auf elektromotorische Systeme entfallen rund 60% des industriellen Stromverbrauches insgesamt. Deshalb investiert Schneider Electric am Standort Grenoble in Forschung und Entwicklung. Wie Claude Ricaud hinzufügt, stehen dabei u.a. Nanomaterial, Energieeffizienz, Wireless-Technologien, Software-Architekturen und mechatronische Entwicklungen, also die Implementierung von elektronischen Einheiten, im Mittelpunkt. Dazu werden derzeit rund 5% der Erträge für Forschung und Entwicklung verwendet. Rund 6.500 Forscher und Entwickler in 25 Ländern arbeiten an neuen Produkten und Lösungen. Das 2006 in Grenoble eingeweihte Forschungszentrum Electropole konzentriert nun rund 1.100 Angestellte in elektromechanischen und elektronischen Forschungsteams. \“Electropole ist unser größtes Zentrum, um Energieprodukte zu entwerfen und zu entwickeln,\“ erklärte Ricaud.

Umsatzentwicklung

Wie Jürgen Grebe (Bild 3), Leiter Produktmarketing für Automatisierungs- und Antriebstechnik der Schneider Electric GmbH, im Anschluss erklärte, erreichte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 13,7Mrd. E. Auf Europa entfalle ein Anteil von 47% des Umsatzes, gefolgt von Nordamerika mit 27% und der Asien-Pazifik-Region mit 18%. \“Der Bereich Energieverteilung ist der größte: 63% des Umsatzes erzielen wir mit Energieverteilung\“, sagte Grebe. Der restliche Umsatz setze sich zu 32% aus der Automatisierungs- und Steuerungstechnik und zu 5% aus Secured Power zusammen. Auch im laufenden Geschäftsjahr verzeichnet Schneider Electric bereits Erfolge: Hier habe man im ersten Halbjahr 2007 einen Umsatz von rund 8,3Mrd. Euro erreicht. Das entspreche einem Wachstum von 25%. \“Für Deutschland liegt unser Fokus für dieses und nächstes Jahr ganz klar auf dem Maschinenbau, auf ausgesuchten Endkundensegmenten und auf dem Schaltanlagenbau\“, fügte Grebe hinzu, \“andere Bereiche laufen natürlich weiter, aber wir wollen besonders in diesen Segmenten wachsen.\“ Generell wolle Schneider Electric in Deutschland Partner des Mittelstandes sein. \“Dabei wollen wir uns auf die vier Bereiche der Automatisierungstechnik, die Niederspannungsenergieverteilung, Service und Energy Efficiency konzentrieren.\“

Electrical Monitoring & Control

Über Electrical Monitoring & Control Systems sprach Thomas Simon (Bild 4), Leiter Produktmarketing Energieverteilung. Dieses Gebiet gliedere sich in: – Intelligent Electrical Device Level, also das Betreiben, Überwachen und Messen mit intelligenten Schalt-, Schutz- und Messgeräten, – das Communication Interface Level, also das Übertragen von Feldbussen auf Ethernet TCP/IP, und – das Operator Level, also das Bedienen, Auswerten und Analysieren auf PC-Systemen mit entsprechender Software. Diese drei Ebenen sorgen für die Transparenz in der Energieverteilung. Hierzu bietet Schneider Electric die Lösung MotorSys an, die Motor- und Power Control ermöglicht. In diesem System werden Mess- und Analysegeräte, Motorschutz- und Motormanagementsysteme und Schaltanlagensysteme verwendet. Die kompakten Motorabgänge TeSys U verbinden den Motorschutzschalter, das Schütz sowie Steuerfunktionen sowie erweiterte ­Diag­nosefunktionen in einem Gerät. \“Hier kann es sich um Funktionsmodule handeln, die rein elektromechanisch basiert sind, es können Analogwerte ausgegeben werden, und es können direkte Schaltkontakte für die SPS ausgegeben werden, z.B. über den Zustand des Motorschutzschalters\“, erläuterte Carsten Dorendorf (Bild 5), Leiter Produktmarketing Maschinenausrüstung der Schneider Electric GmbH. Für die TeSys U gibt es nun unterschiedliche Kommunikationsschnittstellen. Damit können die Motorabgänge in dezentrale Automatisierungsarchitekturen eingebunden werden. Es stehen Interfaces für CANopen, Profibus DP, Modbus, AS-Interface und DeviceNet zur Verfügung. Außerdem lassen sie sich als E/A-Erweiterung in das dezentrale E/A-System Advantys STB einbinden. \“Wir haben hier zwei Grundgeräte, eines bis12A, entsprechend 5,5kW, und eines bis 32A, entsprechend 15kW\“, sagte Dorendorf. Dieses Grundgerät nimmt mit seinem modularen Aufbau die Steuereinheit und optionale Funktions- und Schnittstellenmodule auf. Mit einer von sechs Steuereinheiten legt der Anwender den Arbeitsbereich seines Gerätes fest. Mit einer Multifunktionseinheit lassen sich für das Electrical Monitoring & Control System Daten über den Betrieb des Motors protokollieren und für den Anwender über die Kommunikationsschnittstelle verfügbar machen.

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