Sie haben vor 30 Jahren die Firma gegründet. Inwieweit stimmt der heutige Firmennamen \’Sensor-Technik Wiedemann\‘ noch mit dem aktuellen Produktportfolio überein?
Wolfgang Wiedemann: Die Abkürzung STW steht für den Firmennamen Sensor-Technik Wiedemann und sollte die Gemeinsamkeiten unserer Geschäfts- und Produktbereiche widerspiegeln, was leider inzwischen nicht mehr 100% der Fall ist. Derzeit macht der Bereich Sensorik/Dünnfilm-Technologie rund ein Drittel des gesamten Portfolios aus. Unser Produktprogramm beinhaltet aber auch Teleservice/Connectivity, Hybrid-Antriebe/Antriebstechnik, Steuerungstechnik (Embedded -Systeme) sowie Auftragsentwicklung/-fertigung (Hard- und Softwaresysteme, Produktion, 100%ige Materialbeschaffung mit Zulassungen etc.). Wir erarbeiten daher zurzeit eine Marke, mit der unser Name mit dem ganzen Geschäft synchron läuft.
Wie viel Prozent vom Umsatz macht heute die Druckmesstechnik und wie viel die elektrischen Steuerungen für mobile Arbeitsmaschinen aus?
Wolfgang Wiedemann: In den Bereichen Druckmesstechnik/ Sensorik/Dünnschichttechnik sprechen wir von einem Prozentsatz von rund 35 bis 40%. Dagegen machen die Bereiche Steuerungstechnik (Embedded- Systeme), Teleservice und der Bereich Auftragsentwicklung/-fertigung den restlichen Teil aus.
Bei Gründung Ihrer Firma hatten Sie sicherlich viele Ziele. Welche davon haben Sie mittlerweile erreicht, welche hoffen Sie noch zu erreichen?
Wolfgang Wiedemann: Das einzig richtige Ziel bei der Firmengründung war, mit einem Hightech-Produkt, das die \’ganze Welt\‘ braucht, zu überleben und eine Basis für eine solide Zukunft zu schaffen.
Von welcher Entwicklung der letzten Jahre waren Sie am meisten überrascht?
Wolfgang Wiedemann: Wenn diese Frage auf den technischen Aspekt abzielt, dann bin ich sehr überrascht, dass die E-Mobilität doch so langsam und schwer vorankommt. Ich hätte mehr erwartet hinsichtlich batterie- und hybridgetriebener Mobilität sowohl im privaten Bereich (Auto, LKW, Busse…) als auch im Bereich der mobilen Maschinen.
Seit Jahren engagieren Sie sich beim AMA Verband für Sensorik und Messtechnik als Vorstandsvorsitzender. Hat die Sensorik inzwischen den Stellenwert beim Anwender, den sie verdient hat?
Wolfgang Wiedemann: Die Sensorik hat den Stellenwert, der dem Nutzen entspricht. Ohne Sensorik im weiteren Sinne geht so gut wie nichts. Aber das Bewusstsein bei den Nutzern, was alles Sensorik ist, ist meiner Ansicht nach nicht durchgängig vorhanden. Da gibt es noch viel zu tun seitens des Verbandes und der Hersteller von Sensoren. Die Sensorik ist eine der wichtigsten Basisvoraussetzungen, um überhaupt moderne Technologie zu realisieren. Und Deutschland ist ungeschlagen der Weltmarktführer in Sachen Sensorik.
Ihre Kinder sind bereits in der Firma aktiv. Steht demnächst neben einem Namenswechsel auch ein Generationswechsel an?
Wolfgang Wiedemann: Ein Namenswechsel wird definitiv nicht stattfinden. Das allseits bekannte STW wird bleiben. Meine Tochter, Sonja, ist seit 1. August 2013 Mitglied der Geschäftsleitung und übernimmt nach und nach ihre Aufgaben. Ein Generationenwechsel wird irgendwann stattfinden, aber da wird noch Zeit vergehen. Die nächste Generation muss die Fähigkeit haben oder entwickeln, STW stabil zu halten und wachsen zu lassen. Aber da bin ich sehr zuversichtlich.
















