Transparenter Abgleich outet Maschinenlaufzeit

Die Maschinen standen zu oft. Das war das ernüchternde Ergebnis einer über dreiwöchigen Multimomentaufnahme beim weltweit agierenden Hersteller von Dentalsystemen, der Sirona Dental Systems. Den Verantwortlichen, allen voran Horst Hambrecht, zuständig für Arbeitswirtschaft, war klar, diese Situation musste verbessert werden. Deshalb sollte mit der Einführung der Maschinendatenerfassung bisoft 8 .net ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess gestartet werden. Im April 2006 begann man deshalb mit der ersten Testinstallation von drei Terminals. Nach der Testphase wurden weitere 21 Terminals an Bearbeitungszentren und Drehmaschinen installiert, die Losgrößen zwischen 50 und 5.000 Teilen teilweise komplett bearbeiten. Seither konnte die geplante Produktivitätssteigerung im zurückliegenden Betrachtungszeitraum zum Teil deutlich übertroffen werden. Ein Ergebnis, mit dem auch Horst Hambrecht (Projektleiter MES) nicht gerechnet hat: \’Wir sind zunächst optimistisch von einer wesentlich geringeren Produktivitätssteigerung ausgegangen. Zumal wir die Ressourcen des Systems noch nicht vollständig ausreizen und der angestrebte Verbesserungsprozess noch in den Anfängen steckt.\‘ Die Steigerung der Produktivität ist gemessen daran, dass bisher nur die Maschinenstillstandszeiten erfasst werden, schon beachtlich, denn im Detail geht es darum: Arbeitet die Maschine, registriert das System abhängig von Artikelnummern unter anderem Produktions- und Stückzeiten, Soll- und Istmengen oder auch den Nutzungsgrad (Verhältnis Produktionszeit zur Sollzeit). Diese Daten lassen sich auch rückblickend aufrufen, um so beispielsweise Maschinen miteinander zu vergleichen. Unterbricht die Maschine dagegen die Produktion, meldet das Visualisierungssystem der Vorgabezeit einen unbegründeten Stillstand. Der Maschinenbediener muss nun oder auch zu einem späteren Zeitpunkt an einem Erfassungsterminal an der Maschine aus bislang elf intern festgelegten Unterbrechungsgründen den Grund für den Stillstand zuordnen. Unterbrechungsgründe sind in Bensheim derzeit beispielsweise Pausenzeiten, Werkzeugbruch, Rüstzeiten etc. Die Liste ließe sich freilich noch weiter detailliert ausbauen. Den psychologischen Effekt, der aber bislang mit der Standardversion von bisoft erzielt wird, sehen die Verantwortlichen in Bensheim als ausreichend. Zumal bisoft zusätzlich mit einem Kennzahlengenerator z.B. für OEE ausgerüstet ist. Dazu Michael Möller, Geschäftsführer der gbo datacomp: \’Dieser Zusatz ist eine Art Benchmark an Maschinen, der das Verhältnis Ist-Verfügbarkeit, Ist-Geschwindigkeit und Qualitätslage zu den Solldaten ermittelt. Dieser Kennzahlengenerator bietet also die Möglichkeit zur individuellen Kennzahlendefinition und -erzeugung durch den Anwender, um so auf unternehmensspezifische Kennzahlenbedürfnisse eingehen zu können.\‘ Bei Sirona allerdings verzichtet man bislang noch auf die zahlreichen Features des Visualisierungssystems. Aus gutem Grund, wie Horst Hambrecht weiß: \’Zunächst ist bisoft ein Standardprodukt, das wir auch so allgemein wie möglich halten wollten. Zum einen ist bei der Einführung des Systems die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat notwendig, zum anderen sehen wir nur eine schrittweise Einführung als Erfolg versprechend. So melden sich bei uns beispielsweise keine Mitarbeiter an der Maschine an. Zudem haben wir an jeder Maschine ein Terminal und nicht einen für mehrere Maschinen, um auch den Mitarbeitern der Teams transparenten Einblick zu gewähren.\‘ Die Mitarbeiter an der Maschine können direkt an Ihrem Terminal die für ihre Maschine erfassten Daten abrufen. Erkenntnisse müssen in Prozesse fließen