Schon das letzte Quartal 2008 verzeichnete mit -9% einen deutlichen Umsatzrückgang, sodass der Jahresumsatz auf dem Vorjahresniveau von 2007 in Höhe von 182Mrd. Euro stagnierte. Inzwischen seien alle Größen (Umsatz, Auftragseingang, Produktion, Export, Geschäftsklima, Kapazitätsauslastung) auf Talfahrt: Von Januar bis Februar verringerten sich die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 37%, der Umsatz ging kräftig um 29% zurück. Besonders hart sind die automobilnahen Firmen sowie die Informations- und Kommunikationstechnik betroffen. Der Konsumgüter-Sektor ist ebenfalls rückläufig, wenngleich weniger stark. Die Medizintechnik konnte zu Jahresbeginn noch einstellige Zuwächse verbuchen. \“Dies wirkt sich leider auch auf die Arbeitsplätze aus\“, bedauerte Loh. Ende 2008 verzeichnete die Elektroindustrie 827.000 Arbeitsplätze. 62% der Firmen im ZVEI bedienen sich derzeit der Kurzarbeit, ebenfalls 62% der Firmen planen einen Abbau von Arbeitsplätzen. Zugleich sieht Loh hier aber einen Hoffnungsschimmer, denn 85% wollen weiter Ingenieurabsolventen einstellen. \“Gut ist das weiterhin hohe Niveau der Ausgaben für Forschung und Entwicklung\“, so Loh. Sie sollen trotz der Krise in diesem Jahr um 6% auf mehr als 11Mrd. Euro steigen. Positiv sei zudem, dass die Ausgaben für neue Produkt- und Prozessinnovationen mit 16Mrd. Euro so gut wie gleich bleiben sollen. Bislang sehen die Mitglieder des ZVEI noch keine flächendeckende Kreditklemme. Allerdings steigt die Sorge, dass sich die Finanzierungsbedingungen schon in nächster Zeit insbesondere auch auf der Abnehmerseite verschlechtern werden. Erfreulich ist, dass die Firmen die gute Konjunktur in den vergangenen Jahren zu einer Erhöhung des Eigenkapitals nutzten (auf durchschnittlich 35%). Der ZVEI wagt keine Prognose zur Dauer der Krise. \“Wir erwarten für dieses Jahr inzwischen – nachdem wir zunächst mit einem Umsatzrückgang in Höhe von 3 bis 4% gerechnet hatten – dass der Rückgang noch deutlicher ausfällt. Wahrscheinlich ist ein Minus um die 10%\“, sagte Loh. \“Wir alle hoffen, dass sich in der zweiten Jahreshälfte bzw. Anfang 2010 die Lage allgemein bessert.\“
Umsatzrückgang von 10% in der Elektroindustrie wahrscheinlich
Die Krise hat auch die Elektroindustrie im Griff. Das machte Friedhelm Loh, Präsident des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie), den anwesenden Journalisten auf der Verbandspressekonferenz in Hannover klar. Aufgrund ihrer breiten Aufstellung sei die Branche jedoch weniger betroffen als andere.
ZVEI e.V.
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