Es scheint, als könne man die Daten förmlich anfassen. Der Seitenwechsel wird durch eine Wischbewegung möglich. Bilder lassen sich mit einer Spreizbewegung zoomen, Anlagenobjekte per Rotationsbewegung drehen. Durch die Gestensteuerung entfallen die unbeliebten Scroll-Balken. Sogar komplexe Anlagenstrukturen lassen sich auf nur einer Bildschirmseite darstellen. Und der Anwender kann bei Bedarf einfach in den jeweiligen Anlagenbereich zoomen. Ermöglicht werden diese, im industriellen Umfeld neuartigen Bedienmöglichkeiten durch die Multitouch-Technologie. Diese moderne Technologie fasziniert Anwender und Entwickler gleichzeitig durch neuartige Interaktionsformen und innovative Anwendungsszenarien. Multitouch unter Windows 7 Mit der Einführung des Betriebssystems Windows 7 von Microsoft, das Multitouch-Funktionalität unterstützt, wird diesem Trend zusätzlich Nachdruck verliehen und der Weg für den industriellen Einsatz geebnet. \“Bei den industriellen Touch-Systemen stehen sowohl die Attraktivität als auch der Mehrwert an Funktionalität in der Anwendung im Vordergrund\“, erläutert Stefan Götz, der gemeinsam mit Michael Mohr geschäftsführender Gesellschafter der TL Electronic aus Bergkrichen bei München ist. \“An oberster Stelle unserer Entwicklungen stehen ganz klar die Usability sowie die Kosteneffektivität\“, ergänzt Michael Mohr. Durch die sogenannte Projective Capacitive Touch Technologie (PCT) lassen sich Bediengeräte mit komplett fugenfreier, gehärteter oder laminierter Glasfront realisieren. Durch das bis zu 6mm starke Glas werden Berührungssignale des Fingers – z.T. auch mit Handschuh – auf der Frontscheibe detektiert und für die Bedienung genutzt. Somit lassen sich die Geräte z.B. im Außenbereich auch bei Regen oder Schnee sowie bei Staub und Schmutz einsetzen. Durch die Multi-Finger-Operation (MFO) kann der Anwender z.B. durch eine intuitive Spreizbewegung der Finger in ein Detail seiner komplexen Anlage oder Maschine hineinzoomen oder Objekte in der Größe skalieren, um zusätzliche Informationen zu erhalten. \“Damit stehen dem User mehr Informationen zur Verfügung und er kann sich leichter orientieren. Schließlich erzielt man eine vereinfachte Bedienung, die gleichzeitig verständlicher und somit sicherer ist\“, sagt Stefan Götz. Die PCT-Touch-Monitore des Typs TPM LCD verfügen über eine plane und robuste Oberfläche ohne Schmutzkante der Glasoberfläche. \“Dadurch sind die HMI-Geräte widerstandsfähig gegen alle Reinigungsprodukte und lassen sich so leicht reinigen, z.B. im Hygienic-Design-Umfeld der Nahrungsmittelindustrie oder anderen rauen Industrie-Anwendungen\“, beschreibt Stefan Götz die erweiterte Benutzerfreundlichkeit, die Usability der Geräte insgesamt. Die kompakten Touch-Monitore der neuen Serie Multitouch TPM LCD von TL Electronic sind sowohl als Chassis als auch als Einbauvariante erhältlich. Die Chassis-Version vom Typ TPM 22W-VDAC-CH mit einer Diagonalen von 21,5\“ (54,6 cm) und einer Tiefe von nur 4,6cm bietet brillante Full HD-Auflösung im Format 16:9. Das dynamische Kontrastverhältnis von 1.000:1 sowie der Helligkeit von 270cd/qm sorgen für einen rasanten Bildaufbau und sehr scharfe Darstellungen bei Betrachtungswinkeln bis 170°. Durch die CCFL-Hintergrundbeleuchtung kommen die Multitouchs auf einen Stromverbrauch von lediglich 45W. Das inkludierte Weitbereichsnetzteil ermöglicht Eingangsspannungen von 100 – 240VAC. Als Schnittstellen stehen sowohl VGA-Anschluss (D-Sub mit 15-Pins) als auch ein DVI-D-Anschluss (18-1 Kontakt) zur Auswahl. Für die Befestigung in der Anlage oder an der Maschine sind seitliche Montagewinkel sowie eine VESA-Montageschnittstelle verfügbar. Der Multitouch-Controller lässt sich leicht über eine USB-Schnittstelle direkt mit dem Rechner verbinden. \“Mit ihrer erweiterten Usability ergänzen die Multitouchscreens analog-resistive Single-Touchs, die als geübte Meister im interaktiven Industrieeinsatz gelten\“, so Stefan Götz weiter. Im Vergleich zu den Multitouchs führt bei den resistiven Single-Touchscreens durch den physikalischen Aufbau jede Art von Berührung auch mit Stiften oder Handschuh zu einer Eingabe, auch wenn das Display durch Schmutz, Staub oder Wassertropfen bedeckt ist. Der niedrige Stromverbrauch und die günstigen Herstellungskosten dieser Technologie sind oftmals ein entscheidendes Kriterium. Dabei kombinieren z.B. bewährte Einbau-Industriemonitore modernes Gerätedesign mit brillanten Displays in verschiedenen Größen auch im Widescreen-Format für mehr Benutzerfreundlichkeit. \“Als robuste Einbaulösung ist beispielsweise unsere neue Produktlinie Widescreen mit Full-HD-Auflösung als Openframe oder inklusive Panelmount-Frontplatte aus Aluminium in Schutzart IP65 konzipiert\“, erläutert Michael Mohr. Die Widescreen-Serie in den Größen 15,5\“ (39,5cm) bis 21,5\“ (54,6cm) überzeugen durch den geringen Stromverbrauch von maximal 50W bei einer Diagonale von 21,5\“, die Full-HD-Auflösung im Format 16:9 bietet. Der optionale resistive Touch wird über RS232C-Schnittstelle oder per USB angeschlossen. Alle Widescreen-Monitore werden komfortabel per Plug and Play gemäß VESA DDC 1/2B an die Rechner angeschlossen und konfiguriert. Jedem sein Touch \“Für den sinnvollen Transfer der verschiedenen Touch-Technologien in das prozessnahe Bedienen und Beobachten sind anwendungsspezifische Aspekte zu berücksichtigen. Deswegen setzen wir ganz klar auf eine Multi-Plattform-Strategie und erarbeiten mit dem Kunden die für die Applikation optimale Lösung. So kommt jeder Anwender zum passenden Touch\“, erklärt Michael Mohr, der bei TL Electronic Kunden bei der Wahl der geeigneten HMI-Lösung berät. \“Speziell für einfachere HMI-Applikationen sind funktionelle Touchpanels mit geringer Leistungsaufnahme im Kompaktformat gefordert\“, ergänzt der Industrie-PC-Experte. Die Panel-PC-Linie von TL-Electronic eignet sich beispielsweise für nicht rechenintensive Anwendungen. Durch den wartungsfreien Systemaufbau ohne Lüfter und Festplatte sind die Geräte besonders robust und langlebig. Für Usability sorgen die resistiven 4-Draht-Touchscreens, die bis auf das 7-Zoll-Modell mit leuchtstarken und stromsparenden LED-Backlights ausgestattet sind. \“Die Touchpanels lassen sich direkt über die RJ45-Schnittstelle per PoE (Power over Ethernet IEEE 802.3at) mit Strom versorgen, sodass eine einzige Anschlussleitung genügt\“, beschreibt Michael Mohr. Das mitgelieferte Netzteil für den 12VDC-Eingang steht als Alternative zur Verfügung. Für die unterschiedlichen Anforderungen kann man die Rechenleistung skalieren. Je nach Leistungsbedarf verrichtet ein energieeffizienter Intel-Atom-Z510-Prozessor mit 1,1GHz oder ein Samsung-Arm11- S3C6410-Prozessor mit 667 MHz Taktfrequenz die Rechenarbeit. \“Gerade bei Touchpanels ist ein hohes Maß an Flexibilität gefordert. Kundenspezifische Modifikationen und Anpassungen realisieren wir in unserer eigenen Entwicklungsabteilung und mit professionellen Produktionsmethoden innerhalb kürzester Zeit\“, erklärt Michael Mohr die Rahmenparameter des Unternehmens. Die Panel-PC-Linie mit resistivem Touchscreen erhält man im Seitenverhältnis 4:3 oder 16:9 sowie in verschiedenen Größen von mindestens 5,7\“ (14,5cm) Diagonale mit 640×480 Pixel bis zu 10,4\“ (26,4cm) Diagonale mit 1024×768 Pixel. Die Arm11-Modelle verfügen über eine 10/100Mbit/s- Ethernet-Schnittstelle, die Atom-Modelle bieten zwei Gigabit-Ethernet-Schnittstellen. Zudem wird die Konnektivität durch eine serielle RS232- und RS232/485-Schnittstelle sowie zwei USB-Anschlüsse erhöht. Die sehr robusten Geräte besitzen eine leicht montierbare Panelmount-Front aus schwarz lackiertem Aluminium und lassen sich bis Schutzart IP65 abdichten. \“Vorteil der resistiven Touch-Technologie und der energieeffizienten Prozessoren: Die langlebigen Geräte der Panel-PC-Serie nehmen maximal zwischen 9 und 26W Leistung auf und man kann die LCDs driftfrei mit jedem Gegenstand bedienen\“, so Michael Mohr weiter. Gerade Touchscreens bieten zahlreiche Anwendervorteile hinsichtlich Usability und erhöhter Funktionalität. Durch Windows 7 als erstes multitouch-fähiges Windows Betriebssystem werden die Vorteile des Multitouch-Konzepts jetzt in immer mehr industriellen Anwendungen zum Bedienen und Beobachten genutzt. Im Vergleich zum Single-Touchscreen auf Basis einer resistiven Touch-Technologie bietet die Multitouch-Technologie erweiterte Funktionalitäten und intuitive Bedienkonzepte mit Gestensteuerung, Zoomen oder Drehen. \“Die kosteneffizienten, resistiven Touchscreens und -panels sind für den industriellen Einsatz als benutzerfreundliche Mensch-Maschine-Schnittstelle eine attraktive Alternative zu den Multitouchs\“, sagt Stefan Götz abschließend. Kasten 1: Dieser Artikel entstand nach Informationen der TL Electronic GmbH, Bergkirchen-Feldgeding
Usability zum Anfassen Bedientechnologien für mehr Flexibilität und Sicherheit
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten. Für Industrie-4.0-Anwendungen müssen diese Systeme jedoch zunehmend in moderne Datenarchitekturen eingebunden werden. Retrofit-Lösungen ermöglichen es,…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von Phishing Mails durch perfide Tricks. Doch auch die Gegenseite rüstet sich mit KI-Tools gegen digitale…
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf Maschinenbauer und Gerätehersteller, Cybersecurity systematisch in ihre Produkte zu integrieren. Gleichzeitig eröffnet eine sichere Kommunikationsinfrastruktur…
-
IO-Link-Safety-Lösungen
Mit der Kombination robuster Sicherheitskomponenten und IO-Link Safety ermöglicht Euchner eine durchgängige, sichere Kommunikation in der Automatisierung – auf dem gesamten Weg von der Steuerung bis zum Sensor…
-
Im Interview: Wie NI und DataTec den europäischen Testmarkt neu denken
Vom Messgerät zur Datenplattform
Beim Besuch von National Instruments bei DataTec tauschten sich Ritu Favre, President Test & Measurement bei Emerson, und Markus Kohler, Vorstand DataTec, über aktuelle Entwicklungen im europäischen Test-…
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell…
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der…
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
das könnte sie auch interessieren
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
-
















