VDMA hofft auf Produktionsplus für 2026

Für 2026 bestätigten die VDMA-Volkswirte ihre Produktionsprognose von real plus 1 Prozent.
Für 2026 bestätigten die VDMA-Volkswirte ihre Produktionsprognose von real plus 1 Prozent.Bild: Statistisches Bundesamt / VDMA e.V.

Auf der VDMA-Jahrespressekonferenz 2025 in Frankfurt am Main berichteten Präsident Bertram Kawlath, Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann und Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt über die aktuelle Situation im Maschinen- und Anlagenbau.

„Der Industriestandort Deutschland lebt von Innovationen. Und Innovationen finden nur dort statt, wo auch produziert wird. Der Maschinen- und Anlagenbau will seine Produktion im Heimatmarkt unbedingt erhalten – aber das geht nicht, wenn sich die Standortbedingungen kontinuierlich verschlechtern. Echte, tiefgreifende Reformen am Standort Deutschland sind unabdingbar, wenn wir verhindern wollen, dass immer mehr Forschung, Produktion und damit auch Innovation im Ausland stattfindet!“ Mit diesem Appell an die Bundesregierung eröffnete VDMA-Präsident Bertram Kawlath die Jahrespressekonferenz des Verbands in Frankfurt am Main im Dezember 2025.

Mittelstand braucht flexibleren Arbeitsmarkt

Angesichts der im internationalen Vergleich deutlich zu hohen Unternehmenssteuern von durchschnittlich 30 Prozent und eines vergleichsweise unflexiblen Arbeitsmarkts forderte Kawlath, den industriellen Mittelstand jetzt schnell und spürbar zu entlasten. „Wir stehen im globalen Wettbewerb mit Ländern, in denen es auch viele kluge Köpfe gibt – die länger arbeiten und deren Unternehmen deutlich weniger Steuern zahlen müssen. Das geht auf Dauer nicht gut“, warnte er. Daher sei es dringend an der Zeit, die Unternehmenssteuern zu senken und den Arbeitsmarkt zu flexibilisieren.

Bürokratie bremst nach wie vor aus

Deutschland sei für den Maschinen- und Anlagenbau immer noch der wichtigste Standort für die Zukunftsfähigkeit der Industrie, fügte der VDMA-Präsident hinzu. Laut einer Untersuchung des Verbands tätigen die zumeist mittelständischen Betriebe rund 84 Prozent ihrer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Inland. „Aber die Tendenz heißt leider: Die Unternehmen rechnen mit einer stärkeren Ausweitung ihrer Forschungs-Aufwendungen im Ausland als im Inland“, ergänzte Kawlath. Das treffe vor allem auf große Unternehmen zu. „Deshalb wächst der Druck auf den Innovationsstandort Deutschland und auch Europa. Bürokratie hängt wie ein Mühlstein um den Hals der Firmen und bindet Geld und Zeit, die besser in Forschung investiert werden könnten.“

Arbeitsmarkt

Mit etwas mehr als 1 Million Beschäftigten im Inland in Betrieben mit mehr als 50 Menschen (September 2025) ist der Maschinen- und Anlagenbau weiterhin der größte industrielle Arbeitgeber im Land – und mit 190.000 Ingenieuren ist die Branche auch auf diesem Feld führend. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Beschäftigung allerdings um 2,4 Prozent gesunken, während zugleich die Zahl der Kurzarbeitenden im August 2025 um 27 Prozent auf 41.000 Menschen gestiegen war. „Unsere Betriebe wollen ihre Stammbelegschaften weiter halten und wir suchen auch weiterhin Fachkräfte, um dem demografischen Wandel zu begegnen“, betonte Kawlath.

Aktueller Stand und Ausblick auf 2026

Die VDMA-Volkswirte rechnen für 2025 unverändert mit einem realen Produktionsminus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wobei die jüngsten Daten ein wenig Hoffnung auf einen besseren Wert machen. „Damit schrumpft die Produktion in unserer Industrie seit Anfang 2023, und das vierte Quartal 2025 dürfte das zwölfte Minusquartal in Folge sein“, bilanzierte VDMA-Präsident Betram Kawlath. „Damit ist die Situation jetzt vergleichbar mit der schweren Rezession Anfang der Neunziger Jahre, als es 13 Minusquartale in Folge gab.“ Aktuell liegt die Kapazitätsauslastung im Maschinenbau mit 78,3 Prozent unverändert deutlich unter dem mittleren Wert von gut 85 Prozent. Die Unternehmen hoffen allerdings auf eine leichte Besserung der Geschäftslage im kommenden Jahr. Für 2026 bestätigten die VDMA-Volkswirte daher ihre Produktionsprognose von real plus 1 Prozent.