Branche erwartet für 2012 Nullwachstum

Für 2012 hat der VDMA basierend auf der jüngsten Entwicklung des Auftragseingangs, der weiteren erheblichen Unsicherheiten insbesondere in Europa, aber auch im Hinblick auf eine abflachende Konjunktur in China, die Produktionsprognose von plus vier Prozent auf null Prozent Wachstum revidiert. \“Ende Dezember deutete ich bereits an, dass unsere Prognose für 2012 nun nicht mehr so sicher erscheinen würde, wie dies im letzten September noch der Fall war, und wir möglicherweise nach unten anpassen müssen. Diese Einschätzung hat sich in den letzten Wochen erhärtet. Wir revidieren unsere Prognose von plus vier Prozent auf null\“, erklärte der VDMA Präsident. Appell an IG Metall: \“Vernunft und Augenmaß beweisen!\“ Vor dem Hintergrund der vorhandenen Risiken auf den Weltmärkten und der europäischen Schuldenkrise appellierte der VDMA Präsident an die Verantwortlichen der Tarifparteien, bei den bevorstehenden Verhandlungen, \“Vernunft und Augenmaß\“ zu beweisen. Die vorliegenden Forderungen der IG Metall zur Tarifrunde \“sind überdimensioniert und spiegeln schon gar nicht die Flexibilitätsbedürfnisse in unserer Industrie wider\“, so Lindner. \“Eine Tarifanhebung in der geforderten Größenordnung passt nicht zu der Tatsache, dass wir als Maschinenbauindustrie insgesamt unser Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht haben\“, erklärte Lindner. \“Außerdem ist dies keine vernünftige Antwort auf die erwähnte enorme Spreizung zwischen den Unternehmen. Hier müssen tragfähige Lösungen her. Zum Beispiel mit einer sehr moderaten Anhebung als Standard – gepaart mit Härtefallregelungen einerseits und Extrazahlungen andererseits, wo immer das vernünftig ist.\“

Zeitarbeit muss als Flexibilisierungsinstrument erhalten bleiben

Lindner betonte, beim Thema Zeitarbeit gehe es um viel mehr als um die formalen Mitbestimmungsforderungen der IG Metall oder den forschen, publikumswirksamen Druck der Arbeitsministerin zur forcierten Umsetzung des Equal Pay. \“Diese Forderungen haben das Ziel – unterlegt mit einer Diskriminierung des Instrumentes – die Zeitarbeit durch Überregulierung zu entwerten. Um es klar zu sagen: Die angeblich prekären Zeitarbeitsverhältnisse gibt es im Maschinenbau nicht. Die Verdrängung der Stammbelegschaften findet bei uns nicht statt – im Gegenteil\“, so der VDMA Präsident. Gerade der Maschinen- und Anlagenbau als besonders wettbewerbsintensive und extrem zyklische Exportindustrie braucht die Zeitarbeit. \“Wir sind darauf angewiesen – wollen wir erfolgreich bleiben – mit dem Auftragseingang zu atmen. Deshalb dürfen wir die Zeitarbeit nicht durch Überregulierung strangulieren. Das ist Gift für die Wettbewerbsposition des Maschinenbaus und damit Gift für den Wohlstand in Deutschland\“, erklärte Lindner in Frankfurt.

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