Dabei zeigt die steigende Zahl der Patentanmeldungen nicht nur die wachsende Wirtschaftskraft Chinas. Sie bildet auch die zunehmende Innovationskraft des Landes ab. \“Es geht in China immer weniger darum, zu kopieren. Das Ziel ist es, die klassischen Industriestaaten auch bei den Innovationen zu überholen\“, so Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG. Viele Maschinenbauer gehen deshalb davon aus, dass schon in wenigen Jahren ein Großteil ihrer Wettbewerber aus den BRIC-Staaten kommen wird. Doch diese Entwicklung bietet auch neue Chancen: Deutsche Hersteller können ihren Teil dazu beitragen, den Innovationshunger in den Wachstumsmärkte zu stillen – und im Rahmen globaler Wertschöpfung davon profitieren. \“Die höchsten Wachstumsraten im Maschinenbau erzielen in China Maschinen, die relativ einfache Arbeitsschritte an immer gleichen Bauteilen in großen Stückzahlen übernehmen\“, sagt Tragl. Vorhandene Steuerungslösungen sind dafür entweder zu teuer, zu komplex oder nicht präzise genug. \“Wir entwickeln Lösungen für diese Märkte deshalb vor Ort auf Basis in Deutschland entwickelter Plattformen zu regional angepassten Produkten\“, erklärt Tragl. \“Solche Produkte könnten wir allein aus Deutschland heraus nicht so entwickeln, dass sie für chinesische Kunden passen\“, so Tragl. \“Andererseits könnten die chinesischen Entwickler ohne ihre Kollegen aus Deutschland die Vorteile unserer bereits vorhandenen Plattformlösungen nicht ausschöpfen. So tragen wir unsere Innovationskraft zusammen und können gemeinsam mit einheimischen Unternehmen profitieren.\“ Rexroth ist das beste Beispiel dafür, dass diese Strategie auch Arbeitsplätze in Deutschland sichert: Während der Umsatz in Deutschland seit Jahren auf gleichem Niveau liegt, ist die Zahl der Beschäftigen hierzulande mit wachsenden Umsätzen im globalen Geschäft deutlich gestiegen.
Wachstumsmärkte brauchen Innovationen
AAuf den ersten Blick ist es eine für die etablierten Industrienationen beunruhigende Tendenz, auf den zweiten werden Chancen erkennbar: Schwellenländer und aufstrebende Industrienationen setzen verstärkt auf Patente und Innovationen. Das gilt ganz besonders für China. Vor rund 30 Jahren konnte die Volksrepublik nicht eine einzige patentierte Erfindung verzeichnen. Heute gibt es dort rund 300.000 Patentanmeldungen pro Jahr. Und es ist davon auszugehen, dass China 2011 in Sachen Patentanmeldung weltweit die Nummer eins wird – vor Japan und den USA.
Bosch Rexroth AG
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