Windindustrie stabilisiert sich auf hohem Niveau

Die deutsche Wertschöpfung an allen weltweit produzierten Anlagen und Komponenten erhöhte sich im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr um knapp 30% auf über 7,9Mrd. Euro. Der weltweite Gesamtumsatz lag bei etwa 27Mrd. Euro. Die Exportquote der in Deutschland produzierenden Windenergieanlagen-Hersteller betrug in 2008 über 80%. Zusammen mit Installation, Betrieb und Service erwirtschaftete die Windbranche etwa 9,7Mrd. Euro. 2008 stellten Hersteller und Zulieferer allein etwa 37.000 direkte Arbeitsplätze bereit. Mit den industriellen Vorleistungen, Installation und Infrastruktur sowie Service und Betrieb waren in der gesamten Windbranche rund 90.000 Personen beschäftigt. \“Die Windindustrie steht in der Wirtschaftskrise wesentlich besser da als der Durchschnitt des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus\“, sagte Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Der Weltmarkt werde im Jahr 2009 eine Verschnaufpause einlegen, um 2010 wieder mit einer Wachstumsrate von bis zu 10% aufwarten zu können. \“Die internationalen Märkte sind intakt und bei vernünftigen Projekten steht auch die Finanzierung\“, fügte Herdan hinzu. 2009: 27.000MW Neuinstallationen Insgesamt rechnen Hersteller und Zulieferer für 2009 mit rund 27.000MW an Neuinstallationen weltweit, für 2010 mit rund 29.000MW. \“Auch Europa bleibt auf Kurs. Mit der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie haben wir EU-weit verlässliche Rahmenbedingungen für ein weiteres Wachstum der europäischen Windbranche bis zum Jahr 2020. Neben Deutschland und Spanien haben sich Italien, Großbritannien und Frankreich als Milliardenmärkte etabliert\“, erklärte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie. Der amerikanische Markt wird aufgrund der Finanzkrise 2009 um bis zu 30% gegenüber dem Vorjahr schrumpfen. Der chinesische Markt hingegen legt auch 2009 weiter kräftig zu. \“Hier ist zu hoffen, dass der rigorose chinesische Protektionismus abgebaut wird und die deutsche Windindustrie auch von diesem Markt profitieren kann\“, betonte Herdan. Inlandsmarkt behauptet sich Nach der aktuellen Statistik des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) konnte der Inlandsmarkt im ersten Halbjahr 2009 seine Stellung gegenüber dem Vorjahreszeitraum behaupten. Es wurden 401 Anlagen mit rund 800MW Gesamtleistung installiert. Insgesamt waren Mitte 2009 20.674 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 24.700MW installiert. \“Wir gehen davon aus, dass der deutsche Markt in 2009 stärker als der Weltmarkt wächst. Mit dem Rückenwind der EEG-Novelle 2009 rechnen wir für 2009 mit rund 2.000MW neu installierter Leistung – über 300MW mehr als in den beiden Vorjahren. 2010 sind rund 2.500MW Neubau in Deutschland realistisch\“, sagte Albers. Auch in Nord- und Ostsee nimmt die Windenergie Gestalt an. \“Gerade durch die Realisierung der ersten Offshore-Projekte vor der eigenen Küste werden deutsche Hersteller und Zulieferer auch vom Offshore-Geschäft in anderen europäischen Ländern profitieren\“, resümierte Herdan. (afs)