Bei der Konstruktion war u.a. auch der Aufstellort der Portalmaschine mit Temperaturunterschieden von bis zu 20°C zu berücksichtigen. Beide Unternehmen haben deshalb einen Längenausgleich, der bei thermischer Ausdehnung zwingend bedacht werden sollte, integriert. „Wir arbeiten hier mit einer typischen Fest-Loslager-Methodik“, erklärt Hiwins Außendienstmitarbeiter.

Sondermaschine von A-Z

Immer für Sonderfälle gewappnet, erweitert der Lasermaschinenhersteller auch kontinuierlich sein Knowhow in Sachen Laser- und Optikkonzepte. „Herausfordernd war die Kombination von Laserschweißen und Laserschneiden, vor allem auch in einem Optikaufbau“, stellt Müller fest. „Wir haben intern zugekaufte Laser-Komponenten konfiguriert und konstruiert.“ Dadurch entstanden für die Portalmaschine zwei unterschiedliche Laseroptiken mit verschiedenen Brennpunktlagen. Eine zusätzliche Fokusverstellung entlang der Z-Achse (Focusshifter) macht den Brennpunkt der Optiken variabel. Eine selbst entwickelte Strahlweiche schaltet das Laserlicht zwischen beiden Strahlengängen.

Für die Schweißoptik kommt eine eigens entwickelte Spinscan-Technik zum Einsatz: Sie ermöglicht das zweidimensionale Auslenken des Strahls und simultaner Leistungsmodulation, welche z.B. große Spalten beim Fügeprozess überbrücken kann. „Die eingebaute Kombination aus Spinscan und Focusshifter bietet große technologische Freiheitsgrade für Schweißanwendungen“, erklärt Müller. Sie eröffnet viele Freiräume durch geringe Kontaktflächen und hohe Spaltmaße für anspruchsvolle Fügeprozesse und trägt wesentlich zu einer gleichmäßigen und stabilen Verbindung bei.

In der Strahlweiche kommen zudem Miniaturführungen von Hiwin zum Einsatz: „Mit unserer MG-Baureihe, die teilweise gerade einmal so groß wie eine Büroklammer ist, haben wir hier unsere Miniaturführung verbaut, um die Weiche präzise und wiederholgenau zu positionieren“, erläutert Hiwins Vertriebsmitarbeiter.

Laservorm entwickelt und programmiert auch die Steuerungssoftware für seine Anlagen selbst: „Über eine zentrale Steuerung sorgen wir in unseren Anlagen für ein synchrones und harmonisches Miteinander. Wie in einem guten Orchester“, ergänzt Kimme.

Neben dem bei dieser Maschine gelungenen Hub-/Längenverhältnis – speziell der Y-Achse (2120/3000) – und der Vereinbarkeit der beiden Verfahren Laserschneiden- und -schweißen ist auch die integrierte großvolumige Absauganlage hervorzuheben. „Hier gibt es besonders hohe Anforderungen an die Reinheit der gefilterten Abgase, die mit gesundheitsgefährdenden Partikeln kontaminiert sind“, berichtet Müller. „10.000m3 pro Stunde Absaugleistung haben wir jetzt. Das ist schon eine Hausnummer.“

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