Zentral oder dezentral? In beiden Welten zuhause

Der Servo Inverter I900 schlägt eine Brücke zwischen dezentraler und zentraler Intelligenz. Innerhalb einer Maschine können die verwendeten Module wahlweise zentral und dezentral gesteuert werden – die Frage des entweder/oder ist damit überwunden. Der Maschinenbauer kann je nach Anwendung flexibel auf die Anforderungen seines Kunden reagieren, da er auf ein konsistentes Produktportfolio aus Hard- und Software bauen kann, das ihm beide Topologien gleichermaßen zugänglich macht. So kann der I900 als dezentrale Intelligenz agieren, die sich wie andere Controller des Lenze-Portfolios über die Technologiemodule der Application Software Toolbox FAST programmieren lassen und sich auf die Steuerung des Modules konzentriert, auf dem sie eingesetzt ist. Bei Bedarf kann auch eine modulübergreifende Synchronisation einer komplexeren Maschine realisiert werden. Und das ohne Neuprogrammierung: Applikationssoftware, die bisher auf den zentralen Controllern implementiert war, läuft unverändert auf der I900-Plattform. Insbesondere wenn Maschinen skaliert werden und die Zahl der Module zunimmt, was die Zahl der zu steuernden Achsen erhöht, kann auf diesem Weg die Komplexität der Anwendung reduziert und das Engineering vereinfacht werden.

Baukasten aus Hard- und Software

Für die Programmierung steht mit der Software Toolbox FAST ein Baukasten für typische Anwendungen im Maschinenbau zur Verfügung. Maschinenspezifische Funktionsmodule enthalten Standardfunktionen wie beispielsweise Positionieren, Heben, Wickeln, Schneiden oder Siegeln für Maschinen in den Zielmärkten Automotive, Intralogistics, Consumer Goods, Printing & Converting und Textil. Der Anwender muss die Steuerungs- und Bewegungsfunktionen der Funktionseinheit nicht mehr programmieren, sondern lediglich anwendungsspezifische Parameter einstellen. Die FAST-Applikationen sind in einer Vielzahl von Anwendungen getestet und damit sofort einsetzbar. Mit den durchgängig skalierten Automatisierungsprodukten lässt sich so für jedes Maschinenmodul in kurzer Zeit eine Baukastenlösung entwickeln. Die gewonnene Zeit kann der OEM in die Programmierung individueller Funktionalität stecken, die sich ebenfalls unkompliziert in FAST integrieren lässt.

Zukunftssicher angelegt

Der Trick, um Applikationsbausteine einer zentral gesteuerten Topologie auf der I900-Plattform zu integrieren, liegt in der standardisierten Systemschnittstelle API (Application Programming Interface) auf Basis von CiA 402. Während bei der zentralen Topologie der Controller via Ethercat mit den Antrieben kommuniziert, ist dieses Interface auch intern im neuen Inverter implementiert. So können die Technologiemodule der Toolbox ebenso wie die weiteren Steuerungsfunktionen gemäß PLCopen oder IEC61131-3 nahtlos auf das jeweilige System abgebildet werden. Dadurch kann Lenze volle Kompatibilität für die bereits erstellten Programmierungen bieten.

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