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Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH

Prozessorientierte Programmierung

Doch wie kann es sein, dass ein so komplexes System so einfach zu integrieren ist? Kickinger: „Das liegt an der Art wie Acopos Trak programmiert wird; wir nennen das prozessorientierte Programmierung. Sie ist unabhängig von der Anzahl der Shuttles, d.h. wir geben nicht vor, was jedes Shuttle tun soll, in dem wir Bewegungsprofile für jedes einzelne Shuttle definieren. Nein, wir machen es viel einfacher: Wir definieren Regeln, wie sich die Shuttle am Track verhalten sollen. Diese kann man sich vorstellen wie Verkehrsregeln. An jeder beliebigen Stelle im Track können Anwender virtuelle Trigger-Punkte definieren. Sobald diese am Track überfahren werden, bekommt man im Echtzeitsystem ein entsprechendes Signal, also ein Event im Programmiersystem. Man kann dann in Abhängigkeit von dem was gerade passiert ist Aktionen festlegen: Beispielsweise, das Shuttle soll mit konstanter Geschwindigkeit von 2m/s bis zum nächsten Trigger-Punkt C fahren oder wenn das das Shuttle Nummer 17 ist und ein blaues Produkt trägt, dann soll es bitte an der nächsten Weiche nach links abbiegen und zum Trigger-Punkt D fahren. So kann man sich das vorstellen.“

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Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH

Einfach zum digitalen Zwilling

Genau diese prozessorientierte Programmierung ist auch der Grund dafür, dass der digitale Zwilling immer automatisch bei der Programmierung des Acopos Trak mit entsteht, erläutert Kickinger: „Die Applikationssoftware, die der Kunde erstellt hat kann man einerseits auf einem realen Acopos-Trak-System laufen lassen oder auf einem im PC simulierten Track-System. Mit Hilfe des B&R Scene Viewer sieht man dann, was am Track passiert. Das ist der Digital Twin, der automatisch bei der Programmierung entsteht, ganz ohne zusätzlichen Aufwand“, sagt Kickinger. B&R bietet noch weitere Möglichkeiten der Simulation von Acopos Trak, beispielsweise durch die Nutzung der Simulationssoftware Industrial Physics von Machineering. „Industrial Physics bietet mehr Möglichkeiten und hat einen größeren Funktionsumfang. Es ist allerdings auch ein zusätzliches, externes Tool, für das man deutlich mehr Know-how benötigt, um diese zusätzlichen Möglichkeiten wirklich nutzen und ausschöpfen zu können“, erläutert Kickinger.

Fazit

Maschinenkonstrukteure haben heute eine Vielzahl an Aufgaben: kleiner Maschinenfootprint, dynamische Maschinengeschwindigkeit, schneller und flexibler Formatwechsel, geringer Ressourcenverbrauch oder digitaler Zwilling. Natürlich legt dabei jedes Unternehmen die ganz eigenen Schwerpunkte. Das herausragende an Acopos Trak: Man bekommt hier Vorteile für all diese Aufgaben gebündelt in einem System. Maschinenbauer, die sich in einer dieser Aufgaben wiederfinden, sei daher ein Blick auf das neue Exponat am B&R-Stand während der SPS IPC Drives auf jeden Fall empfohlen. (kbn)

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