Wenn der Roboter aufs Wort gehorcht

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Murrelektronik bietet mit dem Vario-X System ein für zukünftige Herausforderungen oder Erweiterungen offenes System, was schon heute den Aufwand für die elektrische Installation um 30 Prozent reduziert. – Bild: Murrelektronik GmbH

Reduzierter Zeitaufwand, geringere Kosten, keine aufwändige Fehlersuche: die entscheidenden Vorteile der dezentralen elektrischen Installationstechnik sind unbestreitbar. Immer mehr Maschinenbauer und Anlagenplaner setzen deshalb statt der mühseligen, zeitraubenden und fehleranfälligen Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung im Schaltschrank auf dezentrale Installationen. Denn statt vieler Adern und komplizierter Verdrahtung im Schaltschrank genügen hier wenige steckbare Leitungen. Die Komponenten lassen sich direkt an der Maschine oder Produktionslinie im Feld anschließen.

Kurze Wege statt langer Leitung

Mit seinem Vario-X System hat Murrelektronik die ganzheitliche Lösung für diesen Umbruch in der industriellen Automatisierung entwickelt – eine zukunftssichere Lösung, die Effizienz, Nachhaltigkeit und Flexibilität vereint. Die dezentrale und skalierbare Automatisierungsplattform umfasst alle Peripherie-Elemente vom Sensor und Aktor bis zur Cloud und zurück. Damit lassen sich erstmals sämtliche Automatisierungsfunktionen komplett schaltschranklos und rein elektrisch realisieren. Separate Roboter-Controller entfallen, da der Vario-X Controller mehrere Achsen und Roboter parallel steuern kann.

Die dezentrale Installation und die Möglichkeit zur Daisy-Chain-Verbindung macht das Skalieren von Maschinen und Anlagen besonders einfach: Neue Module oder Vario-X-Stationen lassen sich jederzeit modular ergänzen. Die Kombination aus dezentraler Steuerungsintelligenz, komplett steckbarer Plug&Play-Installationstechnik und digitalem Zwilling reduziert den Installationsaufwand um bis zu 40 Prozent und die Inbetriebnahmezeit um bis zu 70 Prozent. Darüber hinaus ermöglicht sie vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance), bevor es zu teuren Ausfällen kommt.

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Wie ein digitaler Lotse führt uKonn-X von Murrelektronik den Nutzer Schritt für Schritt und leicht verständlich selbst durch komplexe Installationen oder Inbetriebnahmen – und macht die Maschineninstalllation und -inbetriebnahme im Feld damit zum Kinderspiel. – Bild: Murrelektronik GmbH

Inbetriebnahme per App

Murrelektronik ist schon lange überzeugt: Die Zukunft der Automatisierung ist nicht nur schaltschranklos, sondern auch druckluftlos – und deshalb ist das Vario-X System nicht nur konsequent dezentral, sondern auch rein elektrisch. Dadurch lassen sich alle Parameter für die jeweilige Applikation exakt so programmieren, wie es optimal ist. Die Beschleunigung, die Bremszyklen, die Zahl und das konkrete Verhalten bei Zwischenstopps – alles lässt sich flexibel an die Anforderungen anpassen. Und das, dank der ME Solution App von Murrelektronik, kinderleicht und blitzschnell. Auch die Inbetriebnahme ist mit dieser App im Handumdrehen erledigt.

Während es bei pneumatischen Klemmen mehrere Minuten dauert, um sie einzulernen und zu justieren, ist die Inbetriebnahme bei elektrischen Klemmen mit der Murrelektronik ME Solution App in unter 30s erledigt. Zudem liefern elektrische Aktuatoren permanent eine Fülle an Daten, mit deren Hilfe sich Abweichungen von den Normwerten früh erkennen lassen – auch das ein klarer Pluspunkt in Sachen Predictive Maintenance.

Noch mehr Flexibilität durch Sprachsteuerung

Murrelektronik geht aber noch einen entscheidenden Schritt weiter in Sachen Benutzerfreundlichkeit: Wenn gewünscht, lassen sich Anlagenbestandteile per Sprache steuern. So steuert ein Anwender bereits per Sprachbefehl einen Roboter, der wiederum eine Spannvorrichtung justiert, wie sie in der Karosseriebaubranche üblich ist. Maschinen und Anlagen lassen sich so effizienter bedienen, da Anwender ihre Hände für andere Aufgaben frei haben und durch Sprache unmittelbare Aktionen der Maschinen auslösen können.

Andersherum kann die Maschine dem Bedienenden beispielsweise Störzustände oder Positionen via Sprache rückmelden – der Weg zum HMI entfällt somit. Das optimiert nicht nur Bewegungsabläufe, sondern erhöht zudem die Produktivität.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil: Sprachsteuerungssysteme lassen sich so programmieren, dass sie mehrere Sprachen und sogar unterschiedliche Dialekte erkennen. Das trägt erheblich zur Effizienz und Sicherheit bei, weil sich auf diese Weise Missverständnisse minimieren und Sprachbarrieren überwinden lassen.

Nützlich ist das nicht nur in der laufenden Produktion, auch für die Inbetriebnahme können Softwarefunktionen wie Sprachsteuerung ein wirksames Instrument sein. So lässt sich die Inbetriebnahmezeit weiter verkürzen und Maschineninstallateuren und späteren Bedienern die Arbeit erleichtern.

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Die Anwender schließen alle Komponenten direkt im Feld an dezentrale I/O-Module an – und das geht so einfach, schnell und sicher wie einen Stecker in die Steckdose zu stecken, dank Plug&Play-Prinzip mit vorkonfektionierten Anschluss- und Verbindungsleitungen auf der Basis international anerkannter Standards. – Bild: Murrelektronik GmbH

Digitaler Lotse für die Maschineninstallation und -inbetriebnahme

Apropos Inbetriebnahmezeit: Automatisierungssysteme werden immer intelligenter und leistungsfähiger, jedoch auch komplexer. Dies führt zu einer höheren Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Installation und Verbindung von Maschinenkomponenten. Gleichzeitig macht es der Fachkräftemangel zunehmend schwerer, elektrotechnisch ausgebildete Experten zu finden. Murrelektronik hat eine intelligente digitale Lösung entwickelt, die alle diese Herausforderungen auf einen Schlag löst: UKonn-X.

Per Handscanner oder Handy liest der Nutzer über den aufgedruckten, maschinenlesbaren Code das jeweilige Bauteil ein – und das System verknüpft diese Informationen mit den elektrisch und mechanisch hinterlegten Daten der Maschine oder Anlage. UKonn-X nutzt die vorliegenden Maschinendaten und -informationen, um den elektrischen Schaltplan mit einem virtuellen 2D- oder 3D-Modell zu verbinden – und lotst den Nutzer sicher hindurch.

Um das möglich zu machen, hat Murrelektronik einen speziellen KI-Algorithmus entwickelt und trainiert. Er gleicht die Elektrodaten des 2D-Modells mit den mechanischen Konstruktionsdaten des 3D-Modells automatisch ab und vernetzt diese Daten miteinander. UKonn-X zeigt dem Nutzer auf dem eingelesenen Schaltplan sowie dem 2D- oder 3D-Modell der Maschine, welche Komponenten er im nächsten Schritt miteinander verbinden muss. Dabei lassen sich auftragsindividuelle Installationsreihenfolgen mit dem System problemlos abbilden. Gleichzeitig zeigen aufleuchtende Status-LEDs an den entsprechenden Feldbusmodulen in der Maschine den richtigen Steckplatz an, was nicht nur langes Suchen, sondern auch Fehler vermeidet.

UKonn-X liefert, wie das Navigationssystem im Auto oder Smartphone, eine klar verständliche, visuelle Anleitung zu jedem einzelnen Installationsschritt – und das System warnt den Nutzer sofort, wenn er einen Schritt nicht korrekt ausgeführt hat, also beispielsweise aus Versehen den falschen Einbauort oder Steckplatz gewählt hat.