VDW erwartet Aufschwung erst 2026

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Bild: Verein Deutscher Werkzeugmaschinen

Im zweiten Quartal verharrte der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie auf Vorjahresniveau. Dabei gaben die Bestellungen aus dem Inland um 14% nach, die Orders aus dem Ausland stiegen um 7%. Von Januar bis Juni sank der Auftragseingang um 5%. Die Inlandsnachfrage fiel um 22%, die Auslandsorders notierten 4% über Vorjahr. „Impulse kommen im ersten Halbjahr vor allem aus Europa, während die Nachfrage hierzulande bisher nicht anspringen will“, kommentiert Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des VDW. Die anhaltende Unsicherheit durch die US-Zollpolitik und die vielen Krisen lasse Investoren abwarten. Der aktuell ausgehandelte Zollsatz von 15% erhöht die Kosten und beeinträchtigt die deutschen Exporte in den größten Markt USA erheblich. „Die Erholung der Werkzeugmaschinenindustrie verschiebt sich ein weiteres Mal“, prognostiziert Heering. „Wir rechnen erst 2026 damit, wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zurückkehren zu können.“ Vor allem soll die Inlandsnachfrage für Rückenwind sorgen, während das Auslandsgeschäft voraussichtlich schwächer ausfallen wird als bislang erwartet.

Mittelfristig hellen sich die Perspektiven in Deutschland jedoch auf. Die beschlossenen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur sowie das kürzlich verabschiedete Investitionspaket könnten die Bereitschaft zu Neuanschaffungen spürbar beleben. Das Ifo-Geschäftsklima jedenfalls signalisiert eine bessere Stimmung im deutschen Verarbeitenden Gewerbe. Der internationale Einkaufsmanagerindex PMI zeigt ebenfalls eine Bodenbildung in der deutschen Industrie an. Die ersehnte Trendwende ist das jedoch noch nicht.