
Im dritten Quartal sank der Auftragseingang in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie um 5%. Dabei gaben die Bestellungen aus dem Inland um 15% nach, die Orders aus dem Ausland gingen leicht um 1% zurück. Von Januar bis September sank der Auftragseingang ebenfalls um 5%. Die Inlandsnachfrage fiel um 20%, die Auslandsorders stabilisierten sich im Vergleich zum Vorjahr mit +2%. Regional läuft aktuell Europa gut, insbesondere die Türkei, Italien und Spanien, ebenso wie Osteuropa, allen voran Tschechien, Polen und Ungarn. Andere wichtige Märkte wie China, Südkorea, die USA und Mexiko hingegen zeigen Bremsspuren. In den ersten neun Monaten dieses Jahres lag der Werkzeugmaschinenumsatz bei -7%. Es wird erwartet, dass sich im kommenden Jahr Europa, vor allem aber Deutschland von der Achillesferse zum Zugpferd entwickeln kann, wenn die angekündigten Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur zum Tragen kommen.
„Wir gehen davon aus, dass die Talsohle auf niedrigem Niveau erreicht ist, denn der Auftragseingang mündet derzeit in eine Querbewegung“, kommentiert Dr. Markus Heering, Geschäftsführer des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Frankfurt am Main, das Ergebnis. Die Bestellungen, insbesondere aus dem Ausland, werden aktuell vor allem durch Automatisierung, Digitalisierung, Service, Retrofit und Nachhaltigkeit gestützt. Es sind vor allem die Abnehmer aus der Rüstungsindustrie, Luftfahrt und Medizintechnik, die investieren. Erstere bauen aufgrund der hohen Nachfrage ihre Kapazitäten aus. Das stützt auch die Zulieferer von Elektronik, Metall- und Präzisionskomponenten sowie den Maschinenbau. Allerdings werden noch einige Monate vergehen, bis die Bestellungen produktionswirksam werden. Die wichtigen Kundenbranchen Automobil- und Zulieferindustrie indes bleiben schwach.
„Die anhaltende Unsicherheit in der Weltwirtschaft durch die US-Zollpolitik und die sehr langsamen Reformfortschritte hierzulande bremsen die inländischen Investitionen nach wie vor aus“, sagt Heering. Zudem belasten Faktoren wie der Strukturwandel in der Automobilindustrie, der anhaltende Wettbewerb mit asiatischen Herstellern sowie Gegenwind von der Währungsseite die Nachfrage, denn der Euro hat gegenüber US-Dollar und Yen aufgewertet.





















