
IO-Link ist im Kern bewusst einfach gehalten. Punkt-zu-Punkt-Kommunikation über drei Adern, 24-V-Versorgung und klare Portzuordnung. Zyklische Prozessdaten werden ebenso übertragen wie azyklische Parameter oder Diagnosen. Für die klassische Automatisierung ist das vollkommen ausreichend. Sobald es jedoch um Condition Monitoring geht, ändern sich die Anforderungen. Es geht nicht um harte Echtzeit, sondern um Kontext, Historie und Ereignisse. Grenzwerte müssen über Zeiträume betrachtet, Trends erkannt und Abweichungen zuverlässig gemeldet werden. Genau hier stößt die Steuerung an ihre Grenzen.
Eine SPS ist für deterministische Abläufe gebaut, nicht für Historisierung, Alarmketten oder Datenanalysen. Jede zusätzliche Logik erhöht den Programmieraufwand und belastet Zykluszeiten. In der Praxis führt das dazu, dass Condition Monitoring entweder aufwendig umgesetzt wird oder ganz entfällt. So bleiben azyklische Parameter und Diagnosedaten weitgehend ungenutzt, vorhandene Messwerte entfalten kaum Wirkung.
Der klassische Weg führt fast immer über die Steuerung. IO-Link-Daten werden dort gemappt, mit Logik versehen und anschließend in Richtung IT-Systeme transportiert. Das ist technisch möglich, aber aufwendig, fehleranfällig und schwer skalierbar.

Condition Monitoring ohne SPS-Programmierung
Ein Aspekt wird dabei häufig unterschätzt: Condition Monitoring wird nicht ausschließlich von Automatisierungsexperten genutzt. Instandhalter, Fertigungsleiter oder Schichtleiter wollen Zustände erkennen, Abweichungen verstehen und rechtzeitig reagieren – ohne SPS-Programme zu schreiben oder zu analysieren. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Hier liegt die Stärke eines Edge-Ansatzes. Wenn IO-Link-Daten direkt am Edge verarbeitet werden, entstehen Informationen dort, wo sie gebraucht werden. Grenzwerte, Zeitstempel, Ereignisse und Alarme lassen sich konfigurieren, ohne die Steuerung anzufassen. Condition Monitoring wird damit für einen deutlich größeren Anwenderkreis zugänglich.

Betriebssystem für die Edge
Das herstellerunabhängige IoT-Betriebssystem Siineos von In.Hub läuft direkt auf Edge-Geräten im Schaltschrank und bietet eine einheitliche, webbasierte Oberfläche. Anwender arbeiten über den Browser – ohne lokale Installation, ohne Adminrechte und ohne Cloud-Anbindung. Funktionen werden über Apps ergänzt, Datenquellen flexibel angebunden. Für IO-Link bedeutet das eine zentrale Verwaltung von Ports, Parametern und Diagnosen sowie eine direkte Weiterverarbeitung der Daten am Edge: in Datenbanken, Analyse-Tools wie Grafana oder per interner E-Mail-Alarmierung. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht
Die Rollenverteilung ist klar definiert. Die SPS bleibt für die Echtzeitregelung zuständig. Siineos übernimmt Kontext, Historie, Alarmierung und Integration in IT-Systeme. Das entlastet die Steuerung und schafft Transparenz dort, wo sie gebraucht wird.
JSON-Rest, Cloudfreiheit und Sicherheit
Die technische Basis für die IO-Link-Integration bilden JSON-basierte Rest-Schnittstellen moderner IO-Link-Master. Über standardisierte HTTP-Aufrufe lassen sich Ports abfragen, Parameter lesen oder schreiben und Diagnosedaten auswerten. Statt proprietärer Tools kommen offene, dokumentierte Schnittstellen zum Einsatz.



















