Siineos verarbeitet IO-Link-Daten direkt im Werksnetz. Zeitreihen, Grenzwerte, Ereignisse und Alarme bleiben lokal. Nur gezielt benötigte Informationen werden weitergegeben – das vereinfacht Sicherheitskonzepte und schützt sensibles Prozesswissen. Das System ist gehärtet ausgelegt: unnötige Dienste sind deaktiviert, Zugriffsrechte restriktiv vergeben. Schnittstellen wie Rest, MQTT oder OPC UA lassen sich in bestehende Sicherheitsarchitekturen integrieren, Updates können geplant und kontrolliert eingespielt werden.

In der Praxis sieht das so aus: IO-Link-Sensoren werden über einen vorhandenen Ethernet-IO-Link-Master angebunden. Siineos verbindet sich mit dem Master im Netzwerk, liest Ports und Datenpunkte aus und bildet innerhalb kurzer Zeit Messzyklen ab. Grenzwerte werden definiert, erste Alarme ausgelöst, Zeitreihen direkt im Dashboard sichtbar – ohne zusätzliche Software und ohne Eingriff in das SPS-Programm.

Bestehende IO-LinkMaster weiter nutzen

In vielen Anlagen sind IO-Link-Master bereits vorhanden und fest in die Steuerung integriert. Änderungen an validierten SPS-Programmen sind aufwendig und risikoreich. Siineos setzt hier bewusst an: Statt die Steuerung zu verändern, verbindet sich das Edge-System direkt mit dem IO-Link-Master und liest Prozess- sowie Diagnosedaten aus, ohne die Automatisierung anzutasten. Bestehende Anlagen lassen sich so schrittweise erweitern. Der Einstieg bleibt klein und überschaubar – Condition Monitoring wächst mit den Anforderungen.

Ein weiterer Zeitfaktor in IO-Link-Projekten ist die Arbeit mit IODD-Dateien. Geräteprofile, Parameterstrukturen und Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Hersteller und erschweren die Inbetriebnahme. In Siineos ist ein eigener IODD-Interpreter integriert, der IODDs automatisch in eine verständliche Oberfläche übersetzt. Parameter werden klar benannt, Lesen und Schreiben wird intuitiv – typische Aufgaben lassen sich mit wenigen Klicks erledigen.

Templates, Apps und Geräteprofile

Gemeinsam mit Sensorherstellern geht In.Hub einen Schritt weiter. Auf Basis des Siineos-JSON-Modells können Geräteprofile bereitgestellt werden, die über eine klassische IODD hinausgehen. Während eine IODD im Wesentlichen beschreibt, welche Parameter gelesen oder geschrieben werden können, enthalten diese Profile bereits vollständige Vorkonfigurationen für konkrete Anwendungsfälle – skalierte Messwerte, vordefinierte Maßeinheiten, optimierte Abtastraten sowie vorkonfigurierte Schwellwerte, Hysteresen oder frequenzbasierte Auswertungen. Der Sensor ist damit nicht nur technisch angebunden, sondern fachlich vorbereitet. Anwender können ohne tiefes Gerätewissen sofort mit aussagekräftigen Daten arbeiten. Condition Monitoring wird dadurch schneller, konsistenter und reproduzierbar.

Für Hersteller eröffnet dieser Ansatz eine neue Perspektive: Geräteprofile werden zu digitalen Assets, mit denen sich Sensoren und Aktoren auf typische Kundenanforderungen zuschneiden lassen. Erfahrungswerte aus Projekten und Best Practices fließen direkt in vorkonfigurierte Profile ein. So entstehen Mehrwerte jenseits der reinen Hardware.

Ergänzend ermöglichen Apps auf dem Edge-System zusätzliche Funktionen. Neben Dashboards und Alarmierungen entstehen so auch domänenspezifische Anwendungen – etwa für Fördertechnik oder Umweltüberwachung.

Jakob Hepting, Produktmanager bei Kübler: „IO-Link-Geräte lassen sich mit wenig Aufwand in Siineos einbinden. Gleichzeitig ermöglicht die Lösung eine komfortable und strukturierte Parametrierung der Geräte, wodurch ein erheblicher funktionaler Mehrwert entsteht.“

Zoltán Ziegler, Head of Sales bei Nass Magnet Hungária: „Unsere IO-Link-Master sind von Anfang an für JSON- und MQTT-basierte Integration konzipiert. Mit In.Hub haben wir einen Partner, der diesen Ansatz am Edge sinnvoll weiterdenkt und neue Geschäftsmodelle ermöglicht.“

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