Was moderne Kabelkonfektion ausmacht

 Automatisiertes Ablängen, Abisolieren, Crimpen und Kennzeichnen reduziert potenzielle Fehlerquellen und sorgt für konstant hohe Fertigungsqualität.
Automatisiertes Ablängen, Abisolieren, Crimpen und Kennzeichnen reduziert potenzielle Fehlerquellen und sorgt für konstant hohe Fertigungsqualität. – Bild: HIK GmbH

Maschinen und Anlagen werden immer individueller, was sich z.B. in unterschiedlichen Leitungstypen und -farben, elektrischen Zusatzfunktionen und vielfältigen Einbaugrößen ausdrückt. Das führt zu einer hohe Variantenvielfalt in kleinen Stückzahlen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität, Lieferfähigkeit und Dokumentation. Das alles erhöht auch in der Kabelkonfektion kontinuierlich die Komplexität und verlangt nach Fertigungsprozessen, die flexibel, präzise und gleichzeitig wirtschaftlich sind.

 Der HIS Leitersatz-Konfigurator digitalisiert und automatisiert den gesamten 
Prozess der Leitersatzfertigung.
Der HIS Leitersatz-Konfigurator digitalisiert und automatisiert den gesamten Prozess der Leitersatzfertigung. – Bild: HIK GmbH

Blick auf das große Ganze

Für HIS Technology – 2026 aus der Fusion von HIK und HIS Renewables hervorgegangen – bedeutet Kabelkonfektion daher weit mehr als das Ablängen, Abisolieren oder Crimpen einzelner Leitungen. „Jede konfektionierte Leitung ist Teil eines Gesamtsystems und muss sich später nahtlos in die Maschine oder Anlage des Kunden integrieren. Deshalb beginnt für uns die eigentliche Arbeit nicht erst an der Fertigungsmaschine, sondern bereits mit dem Verständnis der Anwendung und der technischen Anforderungen“, sagt Kevin Bruns, Sales Manager bei HIS Technology.

Ein Kabelsatz für eine Werkzeugmaschine unterscheidet sich grundlegend von einer Leitung für eine Verpackungsanlage oder einem Schaltschrank für die Energietechnik. Unterschiedliche Umgebungsbedingungen, mechanische Belastungen oder EMV-Anforderungen beeinflussen Aufbau und Verarbeitung der Leitungen. „Wir analysieren daher bereits in der Planungsphase: Welche Leitungen kommen zum Einsatz? Welche Steckverbinder werden benötigt? Welche mechanischen Belastungen treten später auf? Welche Normen und Kundenspezifikationen sind einzuhalten?“, erläutert Bruns den Startprozess. „Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, beginnt die eigentliche Auslegung des Kabelsatzes.“

Digitale Konstruktionsdaten

„Ein wesentlicher Erfolgsfaktor moderner Kabelkonfektion ist die durchgängige Nutzung digitaler Engineering-Daten. Systeme wie Eplan liefern heute die wesentlichen Informationen für eine reproduzierbare Fertigung“, schildert Bruns. Leitungslängen, Querschnitte, Steckverbinder, Aderkennzeichnungen oder Verlegeinformationen werden direkt aus den Konstruktionsdaten übernommen. Medienbrüche und manuelle Dateneingaben entfallen. Gleichzeitig verbessert sich die Dokumentationsqualität erheblich. „Diese Daten bilden die Grundlage dafür, dass jeder Kabelsatz exakt nach den Vorgaben gefertigt werden kann“, hebt Bruns hervor.

Automatisierte Leitersatzfertigung

Die digitalen Engineering-Daten werden zusammen mit anderen Projektdaten in den HIS Leitersatz-Konfigurator eingegeben: Der Konfigurator bietet eine vollständig automatisierte Lösung für den gesamten Prozess der Leitersatzfertigung – vom Entwurf über die Angebotserstellung und Auftragserfassung bis hin zur Serienproduktion. Nach der Online-Konfiguration eines Leitersatzes wird dieser automatisch auf Plausibilität geprüft, was sicherstellt, dass er produzierbar ist. Der automatisierte Prozess eliminiert Fehlerquellen und beschleunigt den gesamten Ablauf bis zur Lieferung. Der Konfigurator nutzt zudem vorkonfektionierter Leitersätze, die direkt in den Fertigungsprozess integriert werden können. Das führt zu einer Zeitersparnis von bis zu 50 Prozent.

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