Viele Unternehmen verfügen heute bereits über große Datenmengen. Dennoch entsteht daraus nicht automatisch ein digitaler Zwilling. Entscheidend ist nicht allein die Datenerfassung, sondern die Fähigkeit, Informationen sinnvoll zu strukturieren und miteinander zu verknüpfen. Ein einzelner Sensorwert besitzt zunächst nur begrenzte Aussagekraft. Erst im Zusammenhang mit Betriebszuständen, Simulationsmodellen oder Entwicklungsdaten entsteht ein verwertbarer Kontext. Genau diese Verbindung unterschiedlicher Informationsquellen bildet die Grundlage digitaler Zwillinge. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Daten zu sammeln. Wesentlich wichtiger ist die Verfügbarkeit derjenigen Informationen, die für konkrete Fragestellungen benötigt werden. Unternehmen müssen deshalb zunehmend darüber nachdenken, wie sich Modelle, Entwicklungsartefakte, Simulationsdaten und Betriebsinformationen konsistent zusammenführen lassen.
Voraussetzungen
und Nutzen
Der Aufbau digitaler Zwillinge ist nicht ausschließlich eine Technologiefrage. Ebenso wichtig sind organisatorische und methodische Veränderungen. Bestehende Entwicklungsprozesse müssen weiterentwickelt, Schnittstellen zwischen Disziplinen verbessert und neue Kompetenzen aufgebaut werden. Gleichzeitig erfordert die Einführung digitaler Zwillinge Investitionen in Werkzeuge, Integration und Qualifizierung. Der Nutzen zeigt sich oft früher als zunächst angenommen. Wenn Bewertungen und Absicherungen bereits in frühen Entwicklungsphasen stattfinden, lassen sich Iterationen reduzieren, Fehlerkosten senken und Entwicklungsprozesse effizienter gestalten. Git, CI/CD-Pipelines, automatisierte Builds, Code-Reviews im Team: in der Softwareentwicklung seit Jahren Standard, in der SPS-Programmierung bisher kaum umsetzbar. ‣ weiterlesen
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Aus Sicht von Gofore zeigt sich zudem, dass digitale Zwillinge insbesondere dort erfolgreich einsetzbar sind, wo Unternehmen Entwicklung, Simulation und Betrieb nicht länger getrennt betrachten, sondern als zusammenhängenden Informationsfluss verstehen. Ein sinnvoller Einstieg entsteht häufig bei Neuentwicklungen oder größeren Systemumstellungen. Dort lassen sich digitale Methoden von Beginn an strukturiert etablieren, anstatt bestehende Prozesse nachträglich anzupassen. Maschinen kommunizieren, reagieren und steuern Prozesse. Nur ihr Licht wird oft noch als passive Komponente behandelt. Dabei zeigen SPS-Anbindung, IO-Link und Signalfunktionen: Intelligentes Licht kann längst mehr als leuchten. ‣ weiterlesen
Wie intelligent ist Licht?
Strategische Grundlage
Steigende Softwareanteile, kürzere Entwicklungszyklen und zunehmende Systemkomplexität verändern industrielle Prozesse nachhaltig. Klassische, stark sequenzielle Vorgehensweisen stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen. Digitale Zwillinge entwickeln sich deshalb von einem Innovationsprojekt zu einer strategischen Grundlage. Sie helfen nicht nur dabei, Entwicklung effizienter zu gestalten, sondern schaffen zugleich die Basis für resilientere Prozesse, bessere Entscheidungen und langfristige Anpassungsfähigkeit. Ihr eigentlicher Wert liegt dabei nicht in der Oberfläche eines virtuellen Modells, sondern in der intelligenten Verbindung von Daten, Logik und Kontext über den gesamten Lebenszyklus hinweg.
















