Qualitätsfrage

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Unter dem Motto ‚Stabile Netze: Resilienz für Energie im Wandel‘ versammelte der Janitza Energy Day 2026 Fachleute aus Energiewirtschaft, Industrie und Technik, um aktuelle Herausforderungen der Spannungsqualität zu diskutieren. Den Auftakt bildete ein Impulsvortrag von Autor Frank Schätzing, der die Dringlichkeit des Handelns betonte: „Die Auswirkungen des Klimawandels treten immer drastischer zutage – die technischen Mittel, um ihn aufzuhalten, gibt es.“ Er skizzierte eine Zukunft mit windunterstützten Antriebssystemen, Perowskit-Solarzellen und KI-gesteuerter Energieinfrastruktur.

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Wachsende Komplexität der Netze

Katrin Müller, Produktmanagerin bei Janitza, legte die Grundlagen: Abweichungen von der idealen Spannungsversorgung – Transienten, Spannungseinbrüche, Oberschwingungen und Frequenzschwankungen – bringen jeweils eigene Herausforderungen mit sich. In der anschließenden Diskussionsrunde brachte Harald Weinert von der Mercedes-Benz Group die Lage auf den Punkt: „Es ist verrückt, wie schnell sich die Netze verändern – und dass sich manche Phänomene heute selbst für erfahrene Elektroingenieure nicht mehr ohne Weiteres erklären lassen.“

Henning Karl von Enervie Vernetzt betonte, dass Netzbetreiber die Niederspannungsnetze stärker digitalisieren müssen.

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Bild: Janitza electronics GmbH

Ursachen erkennen, Lösungen umsetzen

Im zweiten Block standen konkrete Anwendungsfälle im Fokus. Frank Müller von Perfekte Netze schilderte einen Fall in einem sanierten Gebäude, in dem fünf modular erweiterbare Netzanalysatoren UMG 96-PQ-L zur Ursachenfindung eingesetzt wurden. Da eine klassische Filterlösung nicht geeignet war, kam der impedanzgeführte aktive Filter SIM-N zum Einsatz, der sich netzseitig wie eine passive Lösung verhält.

Marcus Keimling von der Fraport AG berichtete, warum sein Unternehmen von punktuellen Messungen zu einer flächendeckenden Spannungsqualitätsüberwachung übergegangen ist: Die 5. und 7. Harmonische störten empfindliche Technik und belasteten Transformatoren. Tilmann Barth von Eskap ergänzte, dass bereits geringe Pegel hochfrequenter Oberschwingungen erhebliche Auswirkungen haben können – jedes Netz besitzt eigene Resonanzstellen, deren Frequenz von der Netzkapazität abhängt.

Regulierung, Rechenzentren und Gleichstrom

Dr. Lisa Just vom Energiewirtschaftlichen Institut der Universität zu Köln präsentierte Ergebnisse des Forschungsprojekts Quirinus Control: Zwar wird die Versorgungsqualität erfasst, Spannungsqualität ist jedoch nicht Teil der Anreizregulierung – belastbare, repräsentative Daten fehlen weitgehend.

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