
Was macht die Firma Wittenstein im Kern aus?
Wittenstein: Neben der Neugierde für technische Lösungen, ist es vor allem der ständige Wandel. Das habe ich schon bei meinem Vater gesehen. Zuerst hat er Zirkel gebaut, dann Apfelentkernmaschinen, dann Nähmaschinen, mit denen seine Firma erfolgreich wurde und später Spannfutter. Ich bin mit der Erkenntnis groß geworden, dass Flexibilität und Anpassungsfähigkeit für langfristigen Erfolg essenziell sind.
Muss man also immer langfristig denken?
Wittenstein: Die Zukunft kennt keiner. Sie können Hypothesen aufstellen. Dafür brauchen Sie Austausch, Offenheit, Diskussion. Sie müssen Ihren möglichen Kunden zuhören. Immer wieder fragen, was brauchst du, und nicht sich selbst in den Vordergrund stellen. Außerdem müssen Sie in der Lage sein, Verantwortung zu übernehmen und Vertrauen zu schaffen. Das erfordert Haltung. In guten Zeiten ist das leicht. Aber wenn es dem Unternehmen nicht gut geht, dann erweist sich, ob man ein echter Partner für Kunden, Mitarbeitende und die anderen Beteiligten ist. Gute Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen brauchen Sie immer. Leute, die Wandel nicht als Belastung empfinden, sondern Leute die Spaß daran haben, immer wieder die selbst erfundenen und gemachten Dinge zu hinterfragen und sie, wenn erforderlich, zu verbessern oder gar abzulösen.
Hoffmann: So ist es: Es kommt darauf an, gemeinsam erfolgreich durch harte Phasen zu gehen. Wenn es eine Organisation wie Wittenstein schafft, nach einer schwierigen Zeit – einer Krise – stärker zu sein als vorher, dann wächst das Team extrem zusammen. Das ist uns beispielsweise in der Corona-Krise gelungen. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Wittenstein hat mal als Dewitta angefangen und Nähmaschinen gebaut. Dann hat die Firma umgestellt auf Getriebebau. Heute gehören zum Beispiel auch Elektromotoren, Software und Nanopositionierer zum Portfolio. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht
Gibt es bei all dem Wandel noch ein verbindendes Element?
Hoffmann: Wir profitieren davon, dass wir unsere Erfahrungen, unsere vielfältigen Perspektiven zusammenbringen können für das immer gleiche Thema: Wir bewegen. Wir bewegen bei niedrigen Temperaturen, in rauen Umgebungen, tief in der Erde und im All. Wir machen das höchst präzise und zuverlässig und das bis in den Nanobereich hinein. Das ist unsere Stärke: Wir realisieren Kundenwünsche, die unmöglich erscheinen – mit einem leidenschaftlichen Team. Der Erfolg kommt von den Menschen, die das verstehen und die nach anderen Menschen suchen, die das aus eigenem Antrieb immer wieder schaffen wollen.



















