

KI übernimmt auch Online-Operationen
Mit Version 1.2.0.0 des Codesys Development System MCP Servers, die für das vierte Quartal 2026 geplant ist, erweitert Codesys die KI-Unterstützung im Engineering. Das Add-on verbindet KI-Modelle über das offene Model Context Protocol (MCP) mit dem Codesys Development System 3. Bereits heute kann die KI Code in Strukturiertem Text erstellen und ändern, Projekte übersetzen, Compilermeldungen auswerten und Fehler korrigieren. Künftig sollen auch Online-Operationen möglich sein: Die KI kann sich dann an einer Steuerung anmelden, Applikationen herunterladen, starten und stoppen sowie Variablen lesen, schreiben und forcen. Damit erweitert sich der Einsatzbereich auf Inbetriebnahme und Diagnose. Welche Funktionen die KI ausführen darf, bestimmt der Anwender. Unterstützt werden sowohl Cloud-KI-Modelle als auch lokale LLMs. Die Integration von Visualisierungsfunktionen ist für Anfang 2027 vorgesehen, die Feldbusunterstützung soll im Laufe des Jahres folgen.

Virtuelle Safety jetzt auch auf ARM64
Die softwarebasierte Sicherheitssteuerung Codesys Virtual Safe Control SL unterstützt mit Version 4.23.0.0 neben x64 auch ARM64. Damit können funktionale Steuerung und Sicherheitssteuerung gemeinsam auf einem ARM64-Host betrieben werden. Die containerbasierte Lösung führt Sicherheitsapplikationen bis SIL3 auf Standardhardware aus. Beim Wechsel zwischen x64 und ARM64 bleibt die Abnahme einer Sicherheitsapplikation erhalten. Zudem wurde das Coded Processing für 64Bit-Architekturen optimiert. Der codierte Ausführungskanal arbeitet laut Hersteller nun doppelt so schnell wie zuvor. Sichere Ein- und Ausgänge werden über Profisafe und FSoE angebunden. Auf der SPS zeigt Codesys außerdem einen Prototyp des Local Time Providers. Er soll die bislang erforderliche externe Hardware zur Überwachung der Zeitbasis ersetzen und damit die Einrichtung der virtuellen Sicherheitssteuerung vereinfachen. Die Verfügbarkeit ist für das erste Quartal 2027 geplant.
Codesys 4 bringt Engineering in den Browser
Mit Codesys 4 steht seit September eine webbasierte IEC-61131-3-Entwicklungsumgebung zur Verfügung. Die Version 1.0.0.0 ist für die Bibliotheksentwicklung in Strukturiertem Text sowie einfache Anwendungen in Strukturiertem Text und Kontaktplan freigegeben. Sie ergänzt das bisherige Codesys Development System 3. Die Entwicklungsumgebung läuft im Browser, Projekte werden als Textdateien gespeichert und lassen sich mit Git versionieren. Über das Kommandozeilenwerkzeug c4-cli können Bibliotheken und Anwendungen direkt in CI/CD-Pipelines übersetzt werden. Das Backend unterstützt Windows x64 sowie Linux x64 und ARM64. Compiler, Bibliotheken und Laufzeitsystem bleiben mit Codesys 3 identisch. Auf der Messe ist zudem eine frühe Alpha-Version der Ethercat-Unterstützung zu sehen. Eine erste Version ist für 2027 vorgesehen. Die Nutzung von Codesys 4 ist bis Ende 2028 kostenfrei.


















