

Welche Rolle spielt Bachmann heute in der industriellen Automatisierungslandschaft?
Unsere Stärke liegt darin, robuste und langlebige Systeme bereitzustellen – gerade in Umgebungen, in denen Qualität, Verfügbarkeit und Diagnostik entscheidend sind. Die Industrieautomatisierung ist nicht nur Teil unserer DNA, sie ist auch Innovationsmotor. Wir lassen Erfahrungen aus extremen Umgebungs- und Anforderungsapplikationen in die Entwicklung zurückfließen, damit wir auch für industrielle Anwendungen gleichermaßen Lösungen entwickeln und dem Markt bereitstellen können.
Was sind Ihre Aufgaben als Branchenleiter Industrie – und welche Ziele verfolgen Sie?
Ich bin verantwortlich für Vertrieb, Applikation, Umsatz und strategische Weiterentwicklung des Industriesegments. Ein zentrales Ziel ist es, gemeinsam mit meinem Team Kunden nicht nur mit Produkten, sondern mit ganzheitlichen Lösungen zu unterstützen. Wir gehen tief in Projekte hinein, beraten bei der Applikation, entwickeln spezifische Funktionen oder noch nicht vorhandene Schnittstellen. Unsere Stärke ist die Flexibilität – auch bei kleineren Stückzahlen. Und wir setzen auf Partnerschaft: Viele unserer neuen Kunden stoßen zu Bachmann, weil sie mit uns zusammen schnell und unkompliziert Sonderentwicklungen oder die Weiterentwicklungen von Produkten, Spezifikationen und Lösungen angehen können.
Wie differenziert sich Ihr Ansatz gegenüber anderen Automatisierungsanbietern?
Wir zielen nicht darauf ab, einzelne Komponenten zu verkaufen, wir denken in Systemlösungen. Unsere Produkte sind robust, mit hoher Kanaldichte und umfangreicher Diagnosefunktionalität ausgestattet. Jedes Modul durchläuft einen mehrstufigen Prüfprozess, darunter ein 48-Stunden-Run-In-Test unter realen Bedingungen. Wir tracken sogar die Systemverfügbarkeit im Feld – sie liegt belegbar bei 99,96 Prozent. Diese kompromisslose Qualität, kombiniert mit Offenheit und Anpassbarkeit, unterscheidet uns klar vom Wettbewerb.

Was bedeutet Offenheit bei Bachmann konkret?
Für uns heißt Offenheit: Unterstützung internationaler Standards, etwa der IEC61131, OPC UA oder MQTT sowie flexible Schnittstellen in Richtung Scada, ERP- oder MES-Systeme. Wir führen Technologien, die z.B. mit Matlab Simulink digitale Zwillinge und Entwicklungsumgebungen perfekt simulieren können und ohne weitere Programmieraufwendungen direkt auf die Steuerungen übertragen werden können. Offenheit bedeutet für uns aber auch, dass Kunden eigene Entwicklungsumgebungen oder Tools wie LLMs nutzen können – z.B. für automatisiertes Engineering oder Assistenzsysteme im Code-Design.
Welchen Stellenwert haben modulare Architekturen in Ihrer Produktstrategie? In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Einen sehr hohen. Unsere Systeme – M200 und M100 – sind konsequent modular aufgebaut. Das M100-System ist unser erstes I/O-System, das herstellerunabhängig angebunden werden kann – eine strategische Weichenstellung. Gestartet sind wir mit Ethercat, das heißt jede Steuerung die Ethercat-fähig ist, hat jetzt Zugriff auf ein robustes, resilientes, hochqualitatives I/O-System. Die Module haben eine sehr hohe Kanaldichte und verfügen über erweiterte Diagnose- und Funktionalitätsoptionen, etwa Pulsweitenmodulation (PWM)-Ausgänge, Zeitstempelung oder Oversampling. Zudem ist das mechanische Design aus Metall so robust, dass selbst in rauer Industrieumgebung oder Offshore-Bedingungen höchste Zuverlässigkeit gewährleistet ist.
Auf welche Technologiefelder setzen Sie aktuell besonders?
Neben robuster Hardware setzen wir stark auf softwarebasierte Entwicklungen. Dazu gehören Engineering-Unterstützung mit KI, modulare Softwarearchitekturen und intuitive Visualisierung. Mit Atvise verfügen wir über eine moderne, auf Webtechnologie basierende Scada-Lösung, die vollständig OPC-UA-kompatibel und unabhängig von der eingesetzten Steuerung ist. Im Bereich Condition Monitoring sammeln und analysieren wir große Datenmengen – die perfekte Grundlage für datengetriebene Services und Predictive Maintenance. Auch Themen wie Security und Safety sind integraler Bestandteil unserer Plattformen.
Apropos Cybersecurity, können Sie da noch etwas in die Tiefe gehen?
Cybersecurity ist für uns kein optionales Add-on, sondern ein integraler Bestandteil aller Systeme – sowohl in der Energie- als auch in der Industrietechnik. Unsere langjährige Erfahrung in kritischer Infrastruktur, etwa in Windkraftwerken, hat uns hier besonders sensibilisiert. Deshalb verfügen unsere Steuerungen über vielfältige Sicherheitsmechanismen. Auch in unseren neuen Systemen wie dem M100 sind Schutzmaßnahmen hardware- und softwareseitig tief integriert. Wir verfolgen eine Security by Design-Strategie und stellen sicher, dass unsere Kunden auch im industriellen Umfeld gegen heutige und zukünftige Bedrohungen gewappnet sind. Gerade im Kontext von IIoT, vernetzter Produktion und Lieferkettensicherheit gewinnt dieser Aspekt enorm an Bedeutung.
Thema KI: Wie stehen Sie dazu?
2025 könnte das Jahr der ‚Agents‘ werden – die zentrale Frage für alle Nutzer ist, wie und wo diese Agents besonders sinnvoll einzusetzen wären. Beispielsweise hat DeepSeek aus China für weltweites Aufsehen gesorgt, da die Aufwendungen und die Kosten für den Einsatz von KI damit deutlich sinken werden. Wir selbst befinden uns derzeit in der Entwicklungsphase und haben erste Lösungswege und Ansätze für ein eigenes Assistenzsystem im Kopf. Bachmann verfolgt das Ziel, KI-gestützte Assistenzsysteme für Condition Monitoring und Structural Health Monitoring zu entwickeln und gleichzeitig die spezielle Priorisierung und Visualisierung von KI-analysierten Daten weiter zu verbessern.

Welche Zielbranchen adressieren Sie besonders intensiv?
Unser Fokus liegt auf dem Maschinen- und Anlagenbau, der Energie- und Umwelttechnik, maritimen Anwendungen sowie ausgewählten Bereichen der Prozessindustrie. Die Trennung zwischen diskret und kontinuierlich ist dabei oft fließend – entscheidend sind die Applikationsanforderungen. Überall dort, wo Ausfallsicherheit, Diagnosefähigkeit und Robustheit gefordert sind, sehen wir uns besonders gut positioniert. Ob Verpackungstechnik, Wasserwirtschaft oder Sondermaschinenbau – wir liefern das passende System. Baumer präsentiert den ersten Ultraschallsensor in Kompaktgröße, der die Marke von 3 Metern Reichweite knackt. ‣ weiterlesen
Sensor mit 3 Metern Reichweite
Unsere starke Marktstellung in der Windkraft ist das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit – und ein Beleg für die Qualität unserer Systeme. Was dort funktioniert, übertragen wir auf industrielle Anwendungen. Das neue M100-System ist ein gutes Beispiel: Es kombiniert industrielle Standards mit dem robusten Design, das wir aus der Windkraft gewohnt sind. Mit neuen Produkten, höherem Innovationsdruck und kontinuierlicher Marktkommunikation stärken wir gezielt unser Industrieprofil.
Bachmann ist Marktführer in der Windkraftautomation. Wie gelingt der Brückenschlag zur Industrie?
Unsere starke Marktstellung in der Windkraft ist das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit – und ein Beleg für die Qualität unserer Systeme. Was dort funktioniert, übertragen wir auf industrielle Anwendungen. Das neue M100-System ist ein gutes Beispiel: Es kombiniert industrielle Standards mit dem robusten Design, das wir aus der Windkraft gewohnt sind. Mit neuen Produkten, höherem Innovationsdruck und kontinuierlicher Marktkommunikation stärken wir gezielt unser Industrieprofil.
Versteht sich Bachmann als Komponentenlieferant, Lösungs- oder Plattformanbieter?
Wir verstehen uns klar als Lösungsanbieter mit Plattformanspruch. Unsere Kunden erhalten nicht nur Steuerungen, sondern abgestimmte Komplettlösungen – inklusive Applikationsunterstützung, Safety, Visualisierung und Monitoring. Die Plattformidee lebt davon, dass sich alles modular kombinieren, erweitern und über Jahrzehnte hinweg einsetzen lässt. Unsere Systeme sind langlebig, updatefähig und bieten Investitionssicherheit.
Welche Bedeutung hat dabei die eigene Produktion in Feldkirch?
Sie ist für uns ein strategischer Schlüssel. Durch unsere lokale Fertigung mit hoher Tiefe können wir Qualität, Sicherheit und Lieferfähigkeit garantieren. Auch in Zeiten fragiler Lieferketten – etwa während Corona – sind wir voll lieferfähig, weil wir keine fertigen Boards zukaufen, sondern alle Komponenten selbst verarbeiten. Unser Lager ist für sechs Monate ausgelegt, auch das ist Teil unserer Resilienzstrategie. Die enge Verzahnung von Entwicklung und Produktion macht uns zudem reaktionsschnell und innovationsfähig.
Wie sehen Sie die Rolle von Qualität und Resilienz in der Industrieautomation?
Gerade in Zeiten zunehmender Vernetzung und steigender Sicherheitsanforderungen wird Resilienz zum Erfolgsfaktor. Unsere Systeme sind für den Langzeiteinsatz unter Extrembedingungen konzipiert – sei es im Schiff, auf der Windanlage oder in einer Industrieanlage mit starken Vibrationen. Maschinensicherheit, Cybersecurity und Condition Monitoring sind bei uns integrale Bestandteile. Wir liefern nicht nur Technik, sondern Verlässlichkeit – das ist unser Beitrag zur Zukunft der Automatisierung.
Steckbrief Bachmann Electronic
Bachmann Electronic ist ein international tätiges Automatisierungsunternehmen mit Hauptsitz in Feldkirch, Österreich. Das Unternehmen entwickelt und fertigt hochwertige Automatisierungslösungen für Industrie, Energie, Windkraft und maritime Anwendungen. Das Portfolio umfasst Steuerungen, I/O-Systeme, Visualisierungs- und Condition-Monitoring-Lösungen – alles aus einer Hand. Dabei kombiniert der Automatisierungsspezialist technologische Tiefe mit hoher Fertigungskompetenz und einem kompromisslosen Qualitätsanspruch.



















