PLM statt SPS?

Normalerweise schreiben an dieser Stelle die Redakteure des SPS-MAGAZINs ihre Meinung über die Automatisierungstechnik und deren Markt in Deutschland und der Welt. Heute melde ich mich als Chefredakteurin der IT&PRODUCTION zu Wort und das hat seinen Grund: In der vorliegenden Ausgabe beginnen wir einen mehrteilige Schwerpunkt zum Thema Product Lifecycle Management (PLM). Um zu verstehen, warum dieses Thema die Automatisierungstechnik nachhaltig verändern wird, ist ein Blick zurück notwendig: Unter dem Titel \’Umbruch von Ausmaß\‘ hatten wir in der Mai-Ausgabe 2008 bereits über die Verschmelzung von Soft- und Hardware in einem zukünftig PLM-getriebenen Automatisierungskonzept von Siemens berichtet. Ein PLM-Konzept ermöglicht den disziplinübergreifenden Entwurf einer Maschine oder Anlage, deren Simulation und Optimierung, ja sogar deren virtuelle Integration in bereits existierende Fertigungsumgebungen. Ein solches Konzept sieht letztlich auch die automatische Codegenerierung für die Steuerungstechnik, Motion-Control und Kommunikation vor. \“Nach unserer Einschätzung wird es im Automobilbau und anderen hoch entwickelten Industrien in 10 bis 15 Jahren ein integriertes Design für Mechanik, Automatisierung und Steuerung geben, bei dem die Codes für die Automatisierungskomponenten automatisch generiert werden\“, äußerte sich Siemens-Vorstandsmitglied Dr. Heinrich Hiesinger zu der Umsetzbarkeit dieser Vision auf der Hannover Messe. Es ist also nicht nötig, in Panik zu verfallen, aber sich mit dem Thema PLM zu befassen heißt, seine Prozesse heute schon auf das bevorstehende Zeitalter der Digitalen Fabrik einstellen zu können. Gerade weil die Automatisierungstechnik ein wichtiger Bestandteil der Digitalen Fabrik ist, wird sie sich erheblich verändern. In der vorliegenden Ausgabe führen wir zunächst in das Thema ein und stellen in einer ausführlichen Marktübersicht Anbieter und deren Tools vor. In den folgenden zwei Teilen wird es dann um konkrete Anwendungen und Einsatzmöglichkeiten in verschiedenen Branchen gehen. Dabei steht – insbesondere im zweiten Teil – das Produktdatenmanagement im Fokus, da dies den derzeit häufigsten Einstieg in ein eigenes PLM-Konzept darstellt. Darüber hinaus zeigen wir, wie Anwender PLM-Projekte erfolgreich durchführen können und an welcher Stelle sie sich Unterstützung von Dienstleistern holen können. Wer sich dauerhaft mit den Themen der Digitalen Fabrik auseinander setzen muss, dem sei noch die IT&PRODCUTION empfohlen, die genau hier ihren Schwerpunkt hat. Informative Lektüre wünscht Ihnen Stefanie Philipp