Objektorientierte Visualisierungssoftware: Schlanke Bediensystemlösungen

Betrachtet man die Anwender, die sich mit der Erstellung von Visualisierungslösungen befassen, so erkennt man zwei Hauptströmungen. Einerseits werden Applikationen durch Fachkräfte mit Hilfe von Projektiertools erstellt, andererseits durch Entwickler, die individuelle Anforderungen in Bediensystemen durch Programmierung realisieren. Bei der Projektierung von Anwendungen werden Standardisierung und einfache Bedienbarkeit erwartet. Hingegen wünschen sich Entwickler leistungsfähige Objekte als eigenständige Module, die Potentiale an Grafik- und Kommunikationsleistung moderner Bediensysteme erschließen und in die eigene Software einfließen können. So werden flexible und gleichermaßen wirtschaftliche Lösungen ermöglicht. Eine tragende Rolle für beide Parteien spielt dabei die Architektur der Anwendungssoftware. Sütrons neue HMI-Software TSvisIT – ein neues Hybridtool von Sütron – unterstützt die unterschiedlichen Anwender durch eine objektorientierte Anwendungssoftware mit grafischer Projektierung und modularem Aufbau. TSvisIT richtet sich in der vorgelegten Version an Entwickler von flexiblen und individuellen Visualisierungslösungen. Die Software liegt in der jetzigen Ausbaustufe als Baukasten vor, in dem die Kernfunktionen enthalten sind. Darüber hinaus stehen umfassende Kommunikationsmöglichkeiten sowie Funktionen für den Datendurchgriff moderner Komponenten im Netzwerk zur Verfügung. TSvisIT kann jedoch als einfaches Projektierungstool benutzt und mit eigenen Programmteilen versehen werden. In Ausbaustufen wird das Funktionsangebot seitens Sütron sukzessive erweitert. TSvisIT als Projektierungstool Bei der Realisierung von TSvisIT als Projektierungstool wurde besonders auf die Usabilityanforderungen der Anwender geachtet. Dazu wurde die Software als objektorientierte und grafische Anwendungssoftware modular ausgeführt. Von Beginn an wurde mit Unternehmen aus dem Bereich User Interface Design zusammengearbeitet. Alle Schritte sind vom Bediener intuitiv ausführbar. Gleichzeitig ist eine hohe Performance auf embedded Hardware gewährleistet. Die erzeugte Runtime ist durchgängig aufgebaut, so dass sowohl alle preisgünstigen Bediensystemlösungen mit Risc-CPU-Technologien auf Windows CE stabil lauffähig sind, als auch alle IPC-Technologien von AMD und Intel auf Microsoft Windows XPe. Es bietet sowohl Funktionalitäten zum Projektieren einfacher Visualisierungslösungen, als auch im weiteren Ausbau zum Projektieren leistungsfähiger Visualisierungs- und Controllösungen. Grafische Animation, Alarming, Trending, Messagingfunktionalitäten und Funktionalitäten im Hinblick auf Datenbankenanwendungen sollen in den nächsten Monaten hinzugefügt werden. Der Anwender kann bereits heute spezielle Funktionalitäten durch die Integration eigener oder von Dritten erstellten .NET-Controls ergänzen. Die Bedienoberfläche ist in verschiedene Engineeringsteps aufgeteilt und ermöglicht so eine einfache Erstellung der Visualisierung, mit der sich sowohl skalierbare, statische und animierte, 2D- und 3D-Grafiken erstellen, als auch Bilder und Videos einsetzen lassen. Zur Darstellung von Bildern und Kurven kann der Benutzer auf vorgefertigte Objekte zurückgreifen. Die Visualisierungsobjekte können dabei mit wenigen Klicks aus einer umfangreichen Bibliothek zusammengestellt oder importiert werden. Ferner unterstützt das Programm schnelle Alarmmeldungen, umfassende Auswertungen von Daten sowie Langzeitspeicherung aller anfallenden Daten und Anbindung an alle gängigen Datenquellen. Wenige Engineeringsteps repräsentieren den gesamten Projektierungsprozess. Das Ergebnis ist ein effektiver Ablauf. Konfigurieren Im Engineeringstep \’Konfigurieren\‘ erfolgt die Zusammenstellung des TSvisIT-Projektes. Mithilfe der Drag&Drop-Funktion werden sowohl die Terminals, als auch die Kommunikationsprotokolle ausgewählt. Im Eigenschaften-Fenster werden automatisch alle wichtigen Kommunikations-Parameter angezeigt, die manuell editiert werden können. Variablen Hier findet die Zuordnung der im SPS-Projekt definierten Variablen statt. Das Programm verfügt über eine automatische Importfunktion für Variablen durch Referenzierung von Variablen-Dateien aus SPS-Projekten. Design Auf einfache Weise wird die Bedienoberfläche des Terminals projektiert. Mithilfe des Designsteps und Bibliotheken werden grafische und/oder animierte Anlagenbilder erstellt. Standard-Controls, auch von Fremdanbietern, können über eine Toolbox eingebunden werden. Per Vektorgrafik können die Bilder beliebig verändert und auf unterschiedliche Displaygrößen und Auflösungen skaliert werden. Funktionen In einem separaten Funktionsstep wählt der Projektierer die Kernfunktionen des Bediengerätes aus. Ein Meldesystem stellt ein umfangreiches Alarmhandling auch über Systemgrenzen hinweg zur Verfügung. Rezepturen und Skripte werden bedienergeführt erstellt. Optionen Dieser Engineeringstep stellt aus Gründen der Bedienerfreundlichkeit in einem eigenen Bereich erweiterte Funktionalitäten zur Verfügung, die über Kernfunktionen hinausführen wie beispielsweise die Funktionalität einer Sprachtabelle. Transfer Mit dem Engineeringstep Transfer erfolgt eine einfache Übertragung des Projektes in das Zielsystem oder auf einen Datenträger. Dabei ist es unerheblich ob es sich um Speicherkarten, ein Netzwerk oder um eine Simulation handelt. Remote Der Engineeringstep Remote ermöglicht als Servicefunktion einen Webzugriff auf projektierte Bediengeräte im Netzwerk per Remote Desktop Funktion und umfasst Fernbedienung, Fernwartung und Ferndiagnose. TSvisIT als Programmiertool TSvisIT besteht aus einer Engineering-Suite als Projektierungstool und einem Laufzeitsystem. Es stellt dem Entwickler von Visualisierungs- und Kommunikationslösungen ein Framework mit gekapselten Bausteinen und .NET-basierenden Interfaces zur Verfügung. Mit seiner eigenen serviceorientierten Komponentenarchitektur geht TSvisIT mit werthaltigen Systemmodulen über einzelne, auf Klassen basierende Funktionen und einer Software-Bibliothek deutlich hinaus. Der Nutzer bekommt eine komplette Infrastruktur geboten, mit einfachem Einstieg in die Entwicklung seiner applikativen Lösung. Der Entwickler erhält nebenbei den Vorzug seine Programmteile direkt auf .NET-Technologie aufsetzen zu können. Er übernimmt moderne Technologie und kann sich verstärkt auf Aufgaben zum Beispiel der Programmierung einer spezifischen Lösung und der dahinter stehenden Logik konzentrieren. Vielfältige individuelle Möglichkeiten ergeben sich dadurch, dass alle Funktionen und der Komfort einer vertrauten Entwicklungsumgebung – dem Visual Studio von Microsoft – genutzt werden kann, inklusive des Debugger. Dem Entwickler steht IntelliSense für zusätzliche Informationen und Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung. Für den einfachen Zugriff auf die projektierten Variablen werden Datenobjekte mit Properties generiert. Mithilfe der Engineering Suite wird der entsprechende Quellcode erzeugt. Dadurch entfällt aufwendiges und fehlerträchtiges Editieren von Quellcode. Zur Unterstützung bei der Erstellung einer Terminalanwendung werden komplette Module zum Betrieb eines Visualisierungsterminals wie System-Boot, Starten der Anwendung und Geräte­homepage zur Maintenance des Terminals bereits mitgeliefert. Damit erhält ein Entwickler ein lauffähiges System, das um eigene Software ergänzt werden kann. Zur Reduzierung des Aufwandes und Vermeidung von Fehlern bei der Erstellung von Bildern wird mehrfach nutzbarer Code durch Codegeneratoren erzeugt. Mit Windows Presentation Foundation (WPFe; zukünftige Bezeichnung: \’Silverlight\‘) steht eine Programmierschnittstelle zur Verfügung, die für den Entwickler uneingeschränkt nutzbar ist. Damit lassen sich eigene skalierbare 2D- und 3D-Grafiken sowie Bilder und Videos auf den Terminals einsetzen. Eine einfach zu nutzende Datenanbindung zur Leitebene (z.B. für SQL-Datenbankzugriffe) ist durch eine Datenbankkomponente ins Gesamtsystem integriert. Anpassungen an die verschiedenen Server-Sys­teme werden durch bereitgestellte Kernfunktionen für relevante Datenquellen und Übertragungsprotokolle erleichtert. Als Kommunikations-Baustein gibt es einen Datenserver mit verschiedenen Protokollanbindungen an alle relevanten Feldbus- und Steuerungsprotokolle. S7-MPI, S7-TCP, Modbus RTU/TCP sowie eine weitere Anzahl von Feldbusprotokollen werden dem Entwickler durch das langjährige Sütron-Know-how in diesem Bereich erschlossen und müssen nicht aufwendig selbst programmiert werden. Der Datenserver verbindet die Vorteile eines OPC-Servers bezüglich der Datenaufbereitung mit den Vorteilen hoher Performance. Die Vorteile dieses Datenservers anstelle eines OPC-Servers sind nennenswert: Bessere Performance durch proprietären Ansatz und simultane Zugriffe auf Steuerungen sind möglich. Mit schnellen Routinen optimiert finden selbst Zugriffe auf Feldbusse statt. Der Datenserver kann als Datenschnittstelle mit mehreren Steuerungen simultan kommunizieren und leicht eingebunden werden. Neben der Data Access-Spezifikation ist auch eine Alarm- and Events-Spezifikation implementiert. Eingebettet in das Framework besteht die Möglichkeit, weitere Bausteine wie ein Meldesystem, Benutzerverwaltung, Datenlogging, Trendcontrol, Text- und Grafiklisten einzubinden. Mithilfe der Engineering Suite, die XML-Dateien und Quellcode generiert, wird der Entwickler entlastet. Fazit Der große Nutzen von TSvisIT für alle Anwender lautet Performance, Einfachheit, Durchgängigkeit, Offenheit und Erweiterbarkeit. TSvisIT ist durch seinen modularen Aufbau nicht einfach eine neue (überfrachtete) HMI/SCADA-Lösung. Das gute Preis-/Leistungsverhältnis kleiner Bedienpanels kann, durch Entlastung der Grafik- und Kommunikationslast, nunmehr vollständig ausgeschöpft werden. Die Struktur der Software lässt die Integration in ein übergeordnetes Automation Framework zu. Und die Offenheit, Applikationen auf den HMI nach Belieben laufen zu lassen und das auch noch parallel, schöpfen Potenziale in modernen HMI, die ohne moderne Software wirtschaftlich nicht zu schöpfen sind. Kasten 1: Durchgängigkeit und Erweiterbarkeit TSvisIT wurde unter der Microsoft .NET-Technologie völlig neu entwickelt und ist gleichermaßen ein objektorientiertes Projektierungstool, als auch ein leistungsfähiges Laufzeitsystem zum Programmieren. In letzterem Falle definiert die Projektierlösung die Ereignisquellen. Zusätzliche Programmierung ermöglicht die kundenspezifische Funktionalität. Kasten 2: Leistung und Individualität Mit dem Programmiertool spricht Sütron Unternehmen an, die eigene Softwareabteilungen haben und individuelle Lösungen programmieren. TSvisIT enthält neu aufgebaute und performante Komponenten. So stehen u.a. Komponenten der Runtime und eines Datenkommunikators als Bibliotheken zur Verfügung und individuelle Funktionalitäten können so einfach erweitert werden. Kasten 3: Offenheit und Skalierbarkeit TSvisIT ist ein neu konzipiertes HMI-Softwaretool aus dem Hause Sütron und für alle Arten von Visualisierungen geeignet. Es stellt auf innovative Weise wahlweise ein Hybrid dar aus einer Kombination von Projektierung und Programmierung und ermöglicht damit sowohl schlanke, als auch individuelle HMI-Lösungen besonderer Leistung. Basis der Entwicklung waren höchste Bedienbarkeit und Einfachheit für den Anwender sowie Erhöhung der Performance und Individualität von HMI-Bediensystemen. Es löst damit die heutigen Einschränkungen hinsichtlich überfrachteter und komplizierter sowie einschränkender Software für HMI-Anwender. Kasten 4: Qualität und Verlässlichkeit Der Softwareentwicklungsprozess von TSvisIT wird mithilfe des Visual Studio Team Server (VSTS) und des Team Foundation Server (TFS) realisiert. Das Softwarelebenszyklusmanagement für Kunden und alle Entwicklungspartner ist auf einer anerkannten Plattform realisiert. Die Versionsverwaltung und das Reporting sind vollständig abgebildet. Die hohe Qualität des Programms basiert auf Qualitätskriterien, die den gesamten Entwicklungsprozess von der Spezifikation bis zur Realisierung als integrale Bestandteile mit definierten Prüfmerkmalen begleiten. Hannover Messe: Halle 11, Stand B26/3