Zugegeben: Die Überschrift klingt ein wenig makaber, längst jedoch nicht so makaber wie die Wirklichkeit: Die Inselgruppe der Malediven werden über kurz oder lang im Meer versinken. Angesichts des aufgrund der Erderwärmung ständig steigenden Meeresspiegels suchen die Einwohner der Malediven also eine neue Heimat. Ein Teil der Einnahmen aus dem Tourismus, der bis zum endgültigen Exodus der Eilandgruppe noch in die Kasse kommt, soll für Landankäufe genutzt werden. Da fällt einem irgendwie gleich Island ein, die angesichts leerer Haushaltskassen für ein paar Mehreinnahmen bestimmt dankbar wären. Übrigens sind Isländer und Malediver zahlenmäßig fast gleich groß. Aber auch Wuppertal, Gelsenkirchen Augsburg oder Basel würden von der Größe her passen. Aber so weit weg wollen die Malediver vermutlich gar nicht. In einem Interview sagte Staatschef Mohammed Nasheed kürzlich, Indien und Sri Lanka seien aufgrund des ähnlichen Klimas denkbar. Aber auch Australien komme in Frage. Interesse an Energieeffizienz Die Frage, wer für die Misere verantwortlich ist, spielt angesichts der zu erwartenden globalen Szenarien keine erhebliche Rolle. Vielmehr interessiert, was man noch verhindern kann und wie man sich auf die zu erwartenden Veränderungen am besten einstellt. Klar ist auch, dass alle aufgefordert sind, ihren Beitrag zu leisten, den Ausstoß an Klimaschädlichen Gasen zu senken. \“Mit einer konsequenten Umrüstung in der Industrie auf effizient angetriebene Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren, Zentrifugen usw. lassen sich jährlich rund 27,5Mrd. kWh Strom einsparen. Das entspricht dem Äquivalent von 16Mio. Tonnen CO2-Einsparung oder elf Kraftwerksblöcken der 400MW-Klasse. Nebenbei würde die Stromrechnung der Industrie jährlich um 2,2Mrd. E entlastet.\“ Dieses Zitat aus einer Presseverlautbarung des ZVEI von Ende September zeigt deutlich, dass das Bewusstsein hierzulande groß ist. Auch staatliche Fördermaßnahmen können helfen, Anreize zu schaffen, effiziente Antriebstechnik einzusetzen: Ein Aktionsplan der Bundesregierung sieht die Förderung von Betriebskostenbetrachtungen bei Neuinvestitionen und von Energie-Effizienz-Audits in bestehenden Anlagen vor. \“Damit wird der Fokus auch auf die in der Vergangenheit weniger beachteten betrieblichen Nebenanlagen gerichtet, in denen 70% des gesamten Einsparungspotenzials liegt\“, sagt Klaus Helmrich, CEO der Division Motion Control bei der Siemens AG dazu. Zudem rechnen sich Investitionen in Energiesparmaßnahmen in der Regel sehr schnell. Wir sind schon mittendrin Der Klimawandel hat nicht begonnen, wir sind schon mitten drin. Doch statt nach Schuldigen zu suchen, sollten wir unseren Betrag leisten, den Prozess durch Reduzierung von Treibhausgasen zu entschleunigen, seine Folgen zu bewältigen und Schlimmeres zu verhindern. Lösungen für die Industrie gibt es bereits zahlreich. Es wird also Zeit, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Die bevorstehende SPS/IPC/ Drives gibt dazu die Möglichkeit. Auf vielen Ständen wird das Thema Energieeffizienz aufgegriffen und entsprechende Produkte und Lösungen präsentiert. Für alle Leser, die nicht selbst nach Nürnberg kommen können, werden wir zu dem Thema \’Energieeffiziente Automatisierung\‘ in unserer nächsten Ausgabe eine umfassende Reportage von der Messe veröffentlichen. Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe wünscht wie immer Ihr Kai Binder kbinder@sps-magazin.de Kasten Leseempfehlung Gerade vor Messen gibt es so viele interessante Aspekte in der Automatisierung, dass es schwer fällt, die wichtigsten herauszufiltern. In den folgenden Leseempfehlungen haben wir einige Artikel aus dieser Ausgabe herausgegriffen, die besonders lesenswert sind: – SPS/IPC/Drives 2008: Von der Komponente bis zum System Seite 20 – Auf das Lizenzmodell kommt es an Seite 43 – Programmiersoftware für SPSen Seite 127 – Sick erweitert sens:Control Seite 196 – Prozessführung im Mittelpunkt der Namur-Hauptversammlung Seite 204 – Die Kuka-RTOSWin- Produktfamilie Seite 207 – World Robotics 2008
Wir sind dann mal weg – Ihre Malediven –
Durch die Klimaerwärmung werden die Malediven über kurz oder lang untergehen. UNO-Klimaexperten zufolge muss bis 2100 mit einem Anstieg der Meere von 25 bis 58cm gerechnet werden. Aber was hat das mit Automatisierungstechnik zu tun?
TeDo Verlag GmbH
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