Die aktuelle Trendstudie des VDMA Forum IT@Automation zur Bedeutung von IT und Automatisierungstechnik in den Produkten zeigt eins sofort: IT- und Automationskomponenten sind mittlerweile zu wichtigen und teilweise sogar unverzichtbaren Bestandteilen des Maschinenbaus geworden. Dabei ist die Bedeutung, welche die befragten Unternehmen den nichtmechanischen Bestandteilen in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte beimessen, durchaus noch verschieden. Dabei spielen nicht nur IT und Automation in den Produkten sondern auch produktbegleitende digitale Dienstleistungen eine wichtige Rolle. Zusätzlich zum Remote Service oder Teleservice, der bereits von rund 60% der befragten Unternehmen angeboten wird, gewinnen vor allem industrielle Apps an Relevanz. Die aus dem privaten oder beruflichen Umfeld bekannten \’mobilen\‘ Helfer wurden bereits oder werden noch von derzeit rund 50% der Unternehmen entwickelt, um das bisherige Dienstleistungsangebot zu erweitern. Dabei greifen die meisten Maschinenbauer auf externe Ressourcen und Kompetenzen zurück. Denn bei neun von zehn Unternehmen werden die Apps zusammen mit Partnern oder Dienstleistern erstellt. Dass bei einer solchen App-Entwicklung, je nach Einsatzzweck, auch mit einem ähnlichen Kostenumfang gerechnet werden kann, wie bei einer \’herkömmlichen\‘ Softwareentwicklung, zeigt die Kostenverteilung. Ein Viertel der Unternehmen, die bereits eine App erstellt haben, hat für die Fertigstellung 20.000 Euro oder mehr ausgegeben. Die Trendstudie deckt jedoch auch einige Handlungsfelder bei der Softwareentwicklung auf. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Produkte und Dienstleistungen rücken aus Kundensicht nun auch Aspekte wie Usability und IT-Security der Produkte stärker in den Vordergrund. Weniger als die Hälfte der Unternehmen hat heute allerdings einheitliche Gestaltungsvorgaben, einen sogenannten Style-Guide. Über einen eigenen Experten für das Thema Usability verfügen derzeit nur rund 11% der Firmen. Besonders Unternehmen, die einen größeren Softwareanteil am Produkt haben oder vermehrt produktbegleitende Softwarelösungen anbieten, sollten diesem Aspekt zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der IT-Security für die Produkte: Erst 49% haben für dieses Thema einen Verantwortlichen festgelegt. Allerdings planen weitere 15% das Versäumte schnellstmöglich nachzuholen. Dabei sollte dann auch die Festlegung einer IT-Sicherheitsrichtlinie für die Produktentwicklung nachgeholt werden. Denn bisher hat ein Viertel der Maschinenbauer entsprechende Vorgaben definiert. Gerade die wachsende Digitalisierung der Produkte und Dienstleitungen stellt den Maschinenbau auch vor personelle Herausforderungen. Nach wie vor ist die Personalverfügbarkeit für mehr als 60% der Studienteilnehmer der größte Hemmschuh bei der Entwicklung und Konstruktion von IT und Automatisierungstechnik. Schon heute sind hochgerechnet auf die Branche mehr als 4.000 Stellen in der Entwicklung und Konstruktion unbesetzt. Davon fehlen fast 2.000 Mitarbeiter allein bei der Entwicklung von IT und Automatisierungstechnik. Und in den nächsten Jahren ist keine Besserung in Sicht – im Gegenteil. Der Bedarf wird nach Erwartung der Maschinenbauer bis 2018 deutlich ansteigen. Besonders Software- und Automations-Know-how sind dabei gefragt.
IT und Automation wichtige Wettbewerbsfaktoren im Maschinenbau
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