Application Park sorgt für Diskussion

Zur Sonderschau Application Park gab es am Montag eine Pressekonferenz, die noch einmal auf dieses Thema sowie den Kongress \’Open Source meets Industry\‘ hinweisen sollte. Neben Sepp D. Heckmann, Dr. Hannes Hesse, Hans Beckhoff und Dr. Carsten Emde saß mit Andrew Morten auch ein hochrangiger Vertreter der Linux-Community mit auf dem Podium. Obwohl die Besetzung des Podiums eine kontrovers geführte Diskussion um das Für und Wider von Linux und Microsoft als Betriebssystem in der Industrie nahelegte, lenkte Hans Beckhoff zu Beginn seiner Ausführungen über Gegenwart und Zukunft von PC-Control den Blick darauf, dass es auf dem Application Park nicht um einen Gegensatz der Betriebssys­teme Microsoft versus Linux ginge, sondern vielmehr um die gemeinsamen Vorteile PC-basierter Steuerungstechnik. Die Tatsache, dass sich die Leistungsfähigkeit der Computerchips von 2006 bis 2010 verzehnfacht, mache deutlich, welche zusätzlichen Möglichkeiten die PC-Steuerungstechnik den Anwendern in den kommenden Jahren bereitstellen wird. Beckhoff zeigte dies am Stand unter dem Begriff \’Scientific Automation\‘ und meint damit die Bewältigung von Zusatzaufgaben, die bisher aufgrund der benötigten Performance Spezialsoft- und Hardware vorbehalten war. Dr. Carsten Emde von der Open Source Automation Development Lab (OSADL) eG betonte in seinem Vortrag die Bedeutung von Open Source in der Industrie. Diese Offenheit beziehe sich jedoch lediglich auf Basistechnologien wie beispielsweise das Betriebssystem. Mit der Offenlegung habe man mit den Mitgliedern auch wenig Probleme gehabt, gesteigerten Wert hätten diese jedoch darauf gelegt, dass alle gleichermaßen an den Kosten beteiligt werden. Daher habe man sich als Gesellschaftsform für die eingetragene Genossenschaft entschieden. Mithilfe dieser Genossenschaft werde Basistechnolgie für den Maschinenbau entwickelt, die allen Mitgliedern gleichermaßen zur Verfügung steht. In der Diskussion wies Hans Beckhoff kritisch darauf hin, dass dies in das Geschäftsmodell von Automatisierungsanbietern eingreife. Letztlich werde unter dem Dach der OSADL eine Plattform entwickelt, die natürlich in Konkurrenz zu Steuerungsanbietern stehe. Zudem werde wichtiges Know-how über die OSADL kostenlos weltweit verbreitet. Das gefährde die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Automatisierungsanbieter und Maschinenbauer.