Austausch von Feldgeräten leicht gemacht mit FieldCare und W@M

Der Ansatz, Beschaffungskosten bei Komponenten, den Assets, in der Prozessautomatisierung zu reduzieren, bietet weitaus weniger Potenzial zur Kostenoptimierung als die Beeinflussung jener Prozesse die für den wirklichen Mammutanteil der Gesamtkosten verantwortlich sind. Verschiedenste Faktoren haben im Anlagenlebenszyklus einen signifikanten Einfluss, denn während der gesamten Laufzeit entstehen Kosten beispielsweise im Bereich der Wartung und Instandhaltung. Besinnt man sich in der Praxis auf die Dinge, die im täglichen Umgang mit Anlagenkomponenten einfacher und besser laufen könnten, so gibt es bei etlichen Anwendern, welche sich mit intelligenten Feldgeräten (Aktorik, Sensorik) beschäftigen, oft eine einhellige Meinung: – Die Inbetriebnahme solcher Geräte muss schnell und einfach von der Hand gehen. – Falls ein Gerät eine Abnormität (Fehler oder Warnung) diagnostiziert, muss diese möglichst schnell erkannt und bereits ein Vorschlag zur Abhilfe gegeben werden. – Im Fall, dass ein Gerät wirklich ausfallen sollte, muss ein Gerätetausch schnell und sicher durchgeführt werden können. Einfacher Austausch von Gerätedaten Bei der Vielzahl der in einer Anlage eingesetzten Gerätetypen, die meistens sogar von unterschiedlichen Herstellern sind, ist es nicht einfach, obige Szenarien in die Tat umzusetzen. Schnell wird klar, dass es sich heute nicht mehr vermeiden lässt solch hohe Anforderungen, wie Inbetriebnahme-Unterstützung oder Eigendiagnose von Feldgeräten, ohne jegliche Software-Unterstützung, abzudecken. In den letzten Jahren hat sich bei der Erstellung von Softwaretools zur Unterstützung des anlagennahen Asset Managements ein ähnlicher Trend entwickelt, wie dies z.B. für PC, Handy und Heimelektronik schon \’Gang und Gebe\‘ ist. Der Austausch von Informationen zwischen den einzelnen Komponenten in überlagerte Systeme hat bei einem intelligenten Feldgerät höchste Priorität. Ähnliches kennen wir bereits heute bei Digitalkameras, die mit SD-Karten arbeiten. Speicherchips, die z.B. gerätespezifische Sensor- und Konfigurationsdaten eines Coriolis Massemessgerätes enthalten, haben schon längst ihren festen Platz auf der Elektronikplatine. Vor allem das Szenario, ein intelligentes Gerät schnell und sicher auszutauschen und vor Ort zu parametrieren, stellt so manchen Wartungstechniker vor eine harte Probe. Greifen wir noch einmal auf das einfache Beispiel mit der Digitalkamera und der SD-Karte aus dem Alltag zurück: Speicherkarten verschiedenster Marken werden selbst bei Kameras herstellerunabhängig auf PC-basierten Systemen erkannt. Somit können Fotos und Daten problemlos zwischen diesen Komponenten ausgetauscht werden. Mit der neuen Version 2.08 der FieldCare Software aus dem Endress+Hauser Plant Asset Management Portfolio, sind Anwender aus der Instandhaltung auch in der Lage, von der hohen Interoperabilität zwischen den einzelnen Geräten und Systemen, zu profitieren. Auf Basis der offenen Geräteintegrationstechnologie FDT, existieren von den unterschiedlichsten Herstellern Gerätetreiber, sogenannte Device Type Manager (DTM) für verschiedene Sensoren und Aktoren. Für viele Betreiber ist FieldCare das Software-Werkzeug, um effizient und schnell auf Geräte in der Anlage zuzugreifen. Das Tool nutzt dabei etablierte Kommunikationstechnologien, die in der Praxis von den intelligenten Geräten ebenfalls unterstützt werden (Hart, Profibus, Foundation Fieldbus, Service Protokolle, Ethernet, usw.). Beispiel aus der Praxis Fällt beispielsweise in einer Destillationskolonne ein Durchflussmessgerät aus und muss komplett durch ein gleichwertiges Gerät ersetzt werden, gibt es verschiedene Instandhaltungsszenarien (a, b oder c), die mit mehr oder weniger Aufwand und den dazu anfallenden Kosten durchgeführt werden können: a) Das Gerät wird durch ein identisches Gerät ersetzt (selber Hersteller, selber Typ, selbe Softwareversion). Hier ist der Aufwand während des Tausches sehr gering, wenn Field-Care eingesetzt ist. Notwendige Tätigkeiten während des Gerätetausches: Die für das neue Gerät notwendigen Konfigurationsdaten für die Inbetriebnahme werden, vor Ort oder zentral über FieldCare, elektronisch in das neue Gerät über den passenden Datensatz eingespielt. Dies setzt voraus, dass zumindest die Konfigurationsdaten des Altgerätes zuvor mit FieldCare abgespeichert wurden. b) Das Gerät wird durch ein Gerät neuerer Generation desselben Herstellers ersetzt (selber Typ, mit kompatibler Software-version). Auch hier ist der Aufwand während des Tausches sehr gering, wenn die FieldCare Software zum Tragen kommt. Notwendige Tätigkeiten während des Gerätetausches: Hier kommt das neue FieldCare mit dem Device-Replacement-Modul zum Einsatz: Beim Vergleich des Altgeräts (über den alten Sicherungsdatensatz) mit dem angeschlossenen Neugerät (über den neuen Sicherungsdatensatz), weist das Programm den Anwender auf Abweichungen zwischen den Konfigurationsdaten hin. Das neue Vergleichsmodul dient als Gerätetausch-Assistent und erspart dem Anwender viel Zeit. Denn normalerweise müssten die abweichenden Parameter händisch verglichen werden. c) Das Gerät wird durch ein Gerät eines anderen Herstellers ersetzt (anderer Typ, andere Software-Version). Der Aufwand während des Tausches ist relativ hoch, wie auch die Kosten, da der Tausch eine hundertprozentige Migration der Parameter aus einem herstellerfremden Gerät in ein Neugerät vorraussetzen. Diese Migration findet auch mit FieldCare nicht automatisiert statt und erfordert einen großen manuellen Aufwand während des Parametervergleiches und des Datenimports. Neue Geräteintegrationstechnologien sind bereits in Arbeit, um auch hier künftig mit FieldCare Hilfe anbieten zu können. Fazit Die neue FieldCare Version 2.08 in Kombination mit dem Device Replace­ment Modul aus W@M Enterprise, stellt dem Anwender in der Instandhaltung ein Werkzeug zur Verfügung, das den Gerätetausch in der Realität erheblich erleichtern kann. Das Interessante dabei ist, dass FieldCare nicht nur eine hersteller-übergreifende Plattform für Inbetriebnahme und Diagnose von Feldgeräten ist, sondern stetig um neue Funktionalitäten im Bereich des gesamten Gerätemanagements im Anlagenlebenszyklus ergänzt wird. Hannover Messe 2011 / Halle 11, Stand C39