Der Mann hinter der Logo!

Mit der neuen Logo präsentiert Siemens inzwischen schon die achte Generation des Logikmoduls. Was war die Grundidee, als Sie das Gerät auf den Markt gebracht haben?

Josef Ploch: Die Logo kam auf den Markt, als noch sehr viel mit konventionellen Schaltelementen, also Zeitschaltgliedern und Hilfsschützen automatisiert wurde. Mit den immer komplexeren Anforderungen wurden damals auch die Schaltschränke immer größer. Der Einsatz einer Speicherprogrammierbaren Steuerung hätte viel Know-how aber auch einen PC sowie die entsprechenden Programmierkenntnisse vorausgesetzt. Das hätte sich in der Breite der von uns angedachten Anwendungsfelder kaum realisieren lassen. Also haben wir gezielt ein System entwickelt, das für den Elektroinstallateur einfach zu handhaben war und gleichzeitig Änderungen bei den Funktionen ohne große Probleme und Aufwand zuließ. So kamen 1996 die \’Logikmodule\‘ auf den Markt, die darauf abzielten, den Planungs- und Verdrahtungsaufwand gegenüber Steuerungen mit konventionellen Komponenten zu reduzieren. Gleichzeitig sollte Flexibilität gegenüber Änderungswünschen erreicht werden. Von Beginn an haben wir die Einfachheit für den Programmierer und Bediener in den Vordergrund gestellt. Das ist bis heute so. Im Kern wollen wir das \’Programmieren\‘ mit Schraubenzieher ersetzen.

Wie hat sich die Logo seither verändert?

Ploch: Die ersten Logo-Versionen waren kompakte aber nicht erweiterbare Geräte. Sie verfügten über sechs, acht oder zwölf Eingänge und vier oder acht Ausgänge. Den Anwendern standen sechs Grund- und acht Spezialfunktionen zur Verfügung und man konnte lediglich bis zu dreißig Funktionsblöcke programmieren. Später wurde Logo modular ausbaubar, neue Funktionsblöcke sowie Analogsignalverarbeitung kamen hinzu. Inzwischen verfügt die Logo über vierzig Funktionen. Der Programmspeicher umfasst aktuell vierhundert Blöcke. Entscheidend ist jedoch, dass die Funktionsblöcke optimiert wurden. Die Anwendung als solche braucht weniger Blöcke und die Programmierung ist auch immer einfacher geworden. Ein weiterer Meilenstein war das externe Textdisplay, das mit dem Funktionsblock \’Meldetext\‘ projektiert wird. Seit einiger Zeit lassen sich eigene Makrofunktionen programmieren und so eine Bibliothek aus getesteten Teilfunktionen erstellen, was einen erheblichen Zeitgewinn bringt. Und man kann inzwischen Daten aufzeichnen, was ebenfalls neue Anwendungsfälle eröffnet hat.

Welche Automatisierungslösungen sind möglich?

Ploch: Wir hatten für die Logo von Beginn die Industrie und die Gebäudetechnik als typische Anwendungsfelder gesehen. Daher haben wir die Bauform den Anforderungen der Gebäudetechnik angepasst und auf eine Zertifizierung zur Installation im Wohnbereich geachtet. Typische Anwendungsbereiche für die Logo sind in der Industrie unter anderem Förderbänder, Pumpen, Spezialfahrzeuge, Tankanlagen (Füllstandsregelungen), Druckregelungen und einfache Montageeinrichtungen. Im Gebäudebereich wird Logo für Tür-, Tor-, Licht- und Jalousiesteuerungen eingesetzt, aber ebenso auch für Heizungs-, Wintergarten- und Bewässerungsanlagen. Man kann mit gutem Gewissen sagen: Die Kreativität der Kunden ist nahezu grenzenlos und mit der Logo werden die unglaublichsten Dinge automatisiert.

Gibt es dafür ein Beispiel?

Ploch: Sehr viele. Die Einsatzbereiche erstrecken sich von Kirchturmglocken bis zum Aquarium. Wir haben beispielsweise einen Kunden, der alte Leuchttürme restauriert und die Signale über die Logo steuern lässt. Ebenso sind uns Applikationen in Gewächshäusern, Terrarien und sogar eine per Logo automatisierte Fahrrad-Waschanlage bekannt.

Wie sieht das aktuelle Portfolio der Logo aus? Was sind die wesentlichen Neuerungen bei der neuen Generation?

Ploch: Mit der neuen Generation Logo 8 haben wir die komplette Gerätefamilie überarbeitet. So verfügen alle acht Grundgeräte jetzt über Kommunikation per Ethernet. Parallel dazu haben wir die Software innoviert, sodass sich die Ethernet-Kommunikation jetzt per Drag & Drop programmieren lässt. Die entsprechende Projektierung führt die Software im Hintergrund durch. Via Ethernet können nicht nur die Logo-Geräte untereinander kommunizieren, sondern sie lassen sich auch mit Simatic-HMI-Geräten sowie mit S7-Steuerungen vernetzen. Ein absolutes Highlight der Logo 8 ist der in allen Grundgeräten integrierte Webserver, zu dessen Nutzung keinerlei HTML-Programmierkenntnisse benötigt werden. Und es ist ein Kommunikationsmodul für SMS-Kommunikation verfügbar, das auch Positionsermittlung und Uhrzeitsynchronisation über GPS ermöglicht. Die acht Grundgeräte decken alle gängigen Spannungen – 12V DC, 24V AC/DC und 110V-230V AC/DC – ab. Zudem sind Ausführungen mit integrierten Analogeingängen für 0-10V verfügbar. Die Grundgeräte sind übrigens mit oder ohne integriertes Display erhältlich.

Welche Zielgruppen haben Sie im Fokus und wie ist der Vertrieb organisiert?

Ploch: Wir sprechen natürlich jeden an, der einfache Automatisierungsaufgaben kostengünstig und flexibel lösen möchte. In praktisch jedem Unternehmen gibt es Applikationen, für deren Lösung eine SPS überdimensioniert ist. Hier ist aus unserer Sicht die Logo oft die einfachste und preiswerteste Lösung. Der Vertrieb ist größtenteils über den Elektrogroßhandel und Versandhandel organisiert. Zudem wird Logo natürlich auch online über die Siemens Industry Mall vertrieben.