Der Wind, der Wind, das himmlische Kind

Ich erinnere mich noch an meine Jugend, an eine Zeit, in der weit und breit keine Windenergieanlagen zu sehen waren. In den 1980er Jahren wäre es den Menschen vermutlich sowieso futuristisch vorgekommen, wenn sie plötzlich vor diesen riesigen Propellersäulen gestanden hätten. Doch wir leben längst im Technologiezeitalter. Strom gewinnen wir nicht mehr nur aus fossilen Energieträgern und der Kernenergie. Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch in Deutschland hat mittlerweile einen Anteil von 10,4 Prozent. Hiervon kommen 1,6 Prozent aus dem Bereich der Windenergie. Diese Zahlen aus dem Bundesumweltministerium zeigen, dass der Anteil am Gesamtkuchen immer noch sehr gering ist – de facto zu gering. Aber die Windbranche gibt sich zuversichtlich: Die Investitionen in erneuerbare Energien stiegen im Jahr 2009 in Deutschland auf ein Rekordhoch von über 20 Milliarden Euro. Und das vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise. Da ist viel mehr möglich, sagen die Experten Damit nicht genug. Auf der Kabinettssitzung am 4. August hat die Bundesregierung den Nationalen Aktionsplan für Erneuerbare Energie beschlossen. Demnach sollen bis 2020 mindestens 19,6 Prozent des gesamten Energieverbrauchs von Erneuerbaren Energien abgedeckt werden. Für den Stromsektor bedeutet der Beschluss sogar, dass 38,6 Prozent aus Erneuerbaren Energien stammen sollen. Dabei hat die Windenergie, so der Nationale Aktionsplan, mit 43 Prozent den größten Anteil an der Stromerzeugung. Der Bundesverband WindEnergie hatte jedoch in einer Stellungnahme zum Entwurf des Nationalen Aktionsplans bereits im Juli darauf hingewiesen, dass die für 2020 veranschlagten Zahlen zur installierten Windleistung an Land deutlich zu niedrig seien. Während die Bundesregierung von 35.700MW installierter Leistung Onshore-Windenergie in 2020 ausgeht, prognostiziert die Branche der Erneuerbaren Energien in ihrer Studie \“Stromversorgung 2020\“ eine installierte Windleistung von mindestens 45.000MW an Land (Quelle: Bundesverband WindEnergie e.V.). Besuch empfohlen Vielleicht sollten sich die Politiker eine Auszeit vom Tagesgeschäft in Berlin nehmen und die Husum WindEnergy besuchen. Auf der Messe präsentieren sich über 950 Aussteller aus 35 Ländern, was die Veranstaltung zu einem global-wichtigen Dreh- und Angelpunkt für aktuelle und kommende Technologien in der Windbranche macht. Etliche Neuheiten und Fachbeiträge finden Sie bereits in der vorliegenden Ausgabe. Eine interessante sowie anregende Lektüre wünscht Ihnen