Deutschland hat im Internationalen Standort-Ranking der Bertelsmann-Stiftung einen Sprung um fünf Plätze nach vorne gemacht. Während die Bundesrepublik im Herbst 2004 lediglich den vorletzten Platz unter den 21 wichtigsten Industrienationen einnahm, konnte sie sich seither kontinuierlich verbessern und belegt nun Rang 15. \“Mit den Reformen sind wesentliche Grundlagen für mehr Wachstum und Beschäftigung geschaffen worden\“, bekräftigt Otmar Ehrl, Vizepräsident des Verbandes Deutscher Wirtschaftsingenieure e.V. (VWI) und Akademieleiter der Deutschen Experten-Akademie (DEAK).
Konjunkturelle Belebung
Und die praktischen Ergebnisse können sich sehen lassen: So ist die Erwerbsbeteiligung international auf beachtliche 78% gestiegen, und auch die Beschäftigungssituation für Jugendliche stellt sich im Vergleich zu vielen anderen Ländern besser dar. Die positive Entwicklung wird Prognosen zufolge auch in diesem Jahr weiter anhalten. Haupttriebfedern der zu erwartenden Entwicklung in Deutschland sind die stabile konjunkturelle Belebung, aber auch erste strukturelle Erfolge auf dem Arbeitsmarkt durch zurückliegende Reformen. Es geht also langsam bergauf. Doch ist der Standort Deutschland auch im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig? Anscheinend nicht, wenn man den Erfolgsindex des Rankings betrachtet. Dort konnte sich Deutschland gegenüber der Lagebeschreibung 2004 nicht verbessern und liegt weiterhin auf dem letzten Platz. Das Internationale Standort-Ranking verdeutlicht: Das Wachstumspotenzial Deutschlands hinkt weiter im internationalen Vergleich hinterher, die Arbeitslosigkeit ist die dritthöchste, und das Pro-Kopf- Einkommen liegt deutlich unter dem Durchschnitt der 21 betrachteten OECD-Staaten. \“Der Reformeifer in Deutschland darf daher auch zukünftig nicht nachlassen\“, fordert Ehrl und erklärt: \“Um das Wirtschaftswachstum voranzutreiben, sind neben politischen Reformen vor allem interdisziplinäre und innovative Konzepte gefragt. Dies erfordert von allen Unternehmern, Fach- und Führungskräften Mut, alte Strukturen aufzugeben und neue Denkweisen und Strategien zu entwickeln. Ganz nach dem Motto: Interdisziplinäres Denken als Erfolgsfaktor.\“
Interdisziplinär denken
Unter diesem Leitthema steht auch der 8. Deutsche Wirtschaftsingenieurtag vom 13. bis 14. November 2007 in der neuen BMW Welt in München. \“Inzwischen haben führende Köpfe und außergewöhnliche Vor- und Querdenker zugesagt, ihre neuen Ideen, Konzepte und Wege zu präsentieren sowie die künftigen Erfolgsstrategien ihrer Unternehmen vorzustellen. Dabei handelt es sich um ganz besondere Referenten: Innovatoren, Querdenker, Trendsetter und Impulsgeber\“, erläutert Ehrl, der als Mitglied des Programm- und Lenkungskomitees (PLK) für den DeWIT 2007 verantwortlich ist. Auch die zwölfte VWI-Berufsbildstudie von Prof. Dr. Helmut Baumgarten untersucht die neuen Anforderungen und Aussichten für Wirtschaftsingenieure und interdisziplinäre Führungskräfte und kommt zu dem positiven Ergebnis, dass sie durch ihre breite Ausbildung und die Kompetenz, sich in komplexe Sachverhalte einzuarbeiten, in nahezu allen Unternehmensbereichen und überdurchschnittlich oft auch in der Unternehmensleitung eingesetzt werden. Kasten:
















