Betrachtet man den momentanen Stand des USB-Geräte-Marktes, so erkennt man, dass sich gerade hier vieles getan hat. Für einfachere Anwendungen haben die erwähnten Kunststoffgehäuse vor allem durch ihren günstigen Preis nach wie vor ihre Berechtigung. Doch immer häufiger werden von den Herstellern für die professionelle, industrielle Anwendung robuste Metallgehäuse eingesetzt. Gerade USB-Oszilloskope haben, was die technischen Daten betrifft, einen Stand erreicht, der klassischen Tisch-Geräten in nichts nachsteht. Dazu kommen jedoch noch einige Vorteile, die entsprechend auch für andere USB-Geräte gelten: Sie sind meistens kleiner, leichter und damit besonders für den mobilen Einsatz geeignet. Sie sind preiswerter, da sie nur die reine Messtechnik enthalten – die Darstellung, Daten-Speicherung und -Verarbeitung übernimmt der meistens sowieso vorhandene PC oder das Notebook. Somit spart man sich zusätzliche Instrumentierungs-Busse wie GPIB. Natürlich ist es Geschmacksache, ob man lieber an \’echten Knöpfchen dreht\‘, oder sich mit einer virtuellen Darstellung der Geräte-Frontplatte zufrieden gibt – für die Funktionalität an sich spielt dies meist nur eine untergeordnete Rolle.
Trend: Kleine Geräte mit vielen Funktionen
Ein weiterer Trend ist die immer stärkere Integration vieler Funktionen in kleine Geräte. Waren die ersten USB-Module noch einfache Messboxen oder reine 1-Kanal-Oszilloskope, so sind jetzt mehrkanalige Geräte mit zusätzlichen Funktionen erhältlich. So können diverse wichtige Messgeräte, z.B. Scope, Voltmeter, Analog-/Digital Datenlogger, Spektrum-Analysator, Logik-Analysator und einfache Digital-I/O, in einem Produkt integriert werden. Besonders für den mobilen Service- und Wartungstechniker ist dies ein großer Vorteil, denn statt mehrerer schwerer Tischgeräte braucht er nur noch sein Notebook mit Software, ein handliches USB-Modul und die Tastköpfe bzw. Messleitungen. Per W-LAN können die erfassten Daten bei Bedarf sogar sofort weitergeleitet werden.
Viele Busplattformen – eine Lösung
Ein weiterer Ansatz, der unter der Formel \’Viele Bus-Plattformen – eine Lösung\‘ verfolgt wird, ist der plattform-übergreifende Einsatz von Messkarten. Gab es bisher Messkarten für PCI und PXI bzw. CompactPCI (in Zukunft auch immer mehr PCI-Express), so ist es jetzt auch möglich, CompactPCI-Messkarten an USB oder Ethernet/LAN einzusetzen. Dies geschieht mit der ME-Synapse, einem Adapter bzw. einer Art \’Docking-Station\‘ von CompactPCI zu LAN oder USB. Oder einfach gesagt: \“Vorne die CompactPCI-Messkarte reinstecken, hinten kommt je nach Modell USB oder Ethernet raus\“. Dazu kommt eine Treiber-Software, mit welcher der Programmierer keinen Unterschied merkt, ob er mit PCI, PXI, USB oder LAN unter Windows oder Linux arbeitet. Damit sind vor allem die Systementwickler im Vorteil, denn sie können sich dies alles für \’Cross-Plattform Entwicklungen\‘ zu Nutze machen: Es wäre z.B. denkbar, an einem Office-PC mit einer PCI-Karte ein System zu entwickeln, das später als PXI-Gehäuse in einer Industriehalle steht. Oder es wird an einem Notebook mit USB das später über Ethernet abgesetzte Mess- und Steuersystem entwickelt.
Die Grenzen verschwimmen
Man sieht, dass die Grenzen zwischen mobil und stationär, zwischen klassischem Tischgerät und USB-Gerät, ja sogar zwischen den Bus-Plattformen verschwimmen. Die Flexibilität, Offenheit und Zukunftssicherheit, die der Anwender dadurch erhält, sind immens. Eine fast schon amüsante Entwicklung in der mobilen USB-Schnittstellentechnik ist bei den seriellen Interfaces zu beobachten: Da haben Computer-Hersteller USB und FireWire/IEEE1394 propagiert und zu deren Gunsten die klassische, serielle COM Schnittstelle nach RS232 von vielen PC und Notebooks wegrationalisiert. Und was machen die Anwender? Sie rüsten mit USB-zu-Seriell-Adaptern diese Schnittstellen wieder nach. Auch hier sind Modelle von 1 bis 16 Ports mit oder ohne Opto-Isolation und im griffigen Kunststoff- oder robusten Metallgehäuse auf dem Markt. Denn auch bei der industriellen Datenkommunikation und im Point-of-Sales- oder Retail-System sind die Anforderungen an die Gehäuse oft höher als in der Büro-Umgebung.
















