Der ZVEI hatte am 8. und 9 Juni zum Jahreskongress nach Berlin geladen. Der Einladung sind prominente Redner aus Politik und Wirtschaft gefolgt, u.a. war auch Angela Merkel Gast der Veranstaltung. Titel des Kongress lautete \’Vernetzung. Sicherheit. Vertrauen. Die digitale Welt gestalten.\’\“Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Zeit\“, verkündete Moderator Ranga Yogeshwar zur Einführung. Die Bundeskanzlerin zeigte den über 600 Gästen auf, wie sie die Rolle der Regierung in der Transformation zur Industrie 4.0 sieht. Sie sagte, die öffentliche Hand müsse noch stärker in Forschung und Bildung investieren, die Infrastruktur ausgebaut und passende rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Auch die Organisation der Arbeit müsse diskutiert werden, etwa beim Thema Arbeitszeit. Der deutschen Elektroindustrie sprach die Kanzlerin eine tragende Rolle im Prozess der Digitalisierung zu. Merkel zeigte sich überzeugt, dass der laufende Transformationsprozess sehr wichtig für die Zukunft des Standortes Deutschland ist. \“Die Schlacht läuft\“, sagte sie. Siemens-Chef Joe Kaeser machte deutlich, dass den Unternehmen vor dem Hintergrund des steigenden Innovationsdrucks gar nichts anderes übrig bleibt, als den Weg der digitalen Transformation mitzugehen und sich auf das Neue einzulassen. In einer Podiumsdiskussion wurde auch der Vergleich zu den USA gezogen und die Teilnehmer warfen die Frage nach der Risikobereitschaft der Deutschen und konstatierten, dass hierzulande das Vertrauen in neue, digitale Ideen nicht so stark ausgeprägt sei wie in Übersee. Michael Ziesemer gab sich diesbezüglich aber zuversichtlich. Unternehmen und Politik in Deutschland hätten die Notwendigkeit der Digitalisierung erkannt und arbeiteten an der digitalen Zukunft. Ziesemer sagte, dass bei aller Euphorie die Technik nicht zum Selbstzweck geschaffen werden dürfe, sondern stets Nutzen stiften müsse.
Digitalisierung in allen Facetten
ZVEI e.V.
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