Wir kennen alle dieses Image des Ingenieurs mit Spieltrieb, und manche fühlen sich sogar etwas ertappt. Wir natürlich nicht, zu dieser Gruppe gehören wir nicht. Nun lässt der Industrie-Alltag leider nur noch wenig \“Spielraum\“. Und auch eines der letzten Schutzgebiete für unseren Spieltrieb, die Evaluation einer Technologie, unterliegt immer kürzeren Zyklen, während die wirtschaftlichen Folgeschäden einer Fehlentscheidung gravierend steigen. Wer heute eine Automatisierungsaufgabe zu erledigen hat, der hat die Qual der Wahl, nicht nur unter den zahlreichen Anbietern für SPSen: Immer häufiger kommt der Industrie-PC in Maschinen- und Anlagen als Automatisierungsplattform zum Einsatz. Der Markt für Industrie-PCs ist aufgrund seiner Anbindung an den Consumer-Markt schon immer kürzeren Entwicklungszyklen unterworfen. Sicherlich ein Nachteil im Industrie-Bereich. Auf der anderen Seite bedeutet dies aber auch, dass nirgends die allgemeinen technischen Innovationen so schnell in das industrielle Umfeld vordringen wie hier. Doch was will der Anwender wirklich? Immer die schnellste Prozessorleistung? Oder doch lieber die langfristige Verfügbarkeit? Oder gibt es \“den Anwender\“ überhaupt nicht? Eine Antwort versuchen wir im Interview dieser Ausgabe mit den zwei Geschäftsführern der Firma TL-Electronic zu geben (S. 76ff). In der Marktübersicht ab Seite 80 haben wir uns auf die Panel-PCs konzentriert. Sie sind mittlerweile zur beliebten Automatisierungsplattform geworden; insbesondere in kleinen bis mittleren Maschinen spielen sie ihre Stärken aus, weil sie heute leistungsfähig genug sind, gleichzeitig die Steuerung und die Visualisierung zu übernehmen. Zahlreiche Einzelbeiträge rund um das Thema Industrie-PC ergänzen den Schwerpunkt in dieser Ausgabe. Neben den üblichen Rubriken wie inMotion (Antriebstechnik und Bildverarbeitung), Sichere Automation und SPS +PROZESS bildet das Thema Manufacturing Execution Software einen weiteren wichtigen Schwerpunkt dieser Ausgabe. Allen, die sich mit der Integration von Einzelmaschinen in einen Gesamtprozess beschäftigen, werden hier eine ganze Reihe von Beispielen und Lösungen gezeigt. Was wir tun, tun wir deshalb, damit Sie als Anwender besser informiert sind. Das gibt Ihnen vielleicht ein bischen \“Spielraum\“ zurück – natürlich Zuhause – mit den Kindern – selbstverständlich. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Kai Binder Lesesempfehlung Darf man als Redakteur eine Leseempfehlung aussprechen? Ich meine, man muss es sogar. Bei dem Umfang dieser Ausgabe kann kaum noch jemand alles lesen – wir wissen das. Daher hier die sechs Lieblingsartikel dieser Ausgabe, ausgewählt von unserer Redaktion: -Sicherheit im Antrieb kommt deutlich schneller voran – Seite 52 -Bildverarbeitung für Endlos-Materialkontrolle – Seite 174 -Leistung ist nicht alles – Seite 76 -Einfache Netzwerkdiagnose in geswitchten Industrienetzen – Seite 92 -IDC-Technologie für Ethernet – Seite 130 -Gefahrenanalyse im Maschinen- und Anlagenbau – Seite 182 Ein genaues Studium unseres Inhaltsverzeichnis lohnt sich aber auf jeden Fall.
Editorial: Spielräume zurückgewinnen
Scott Adams, amerikanischer Cartoonist (\“Dilbert\“), hat einmal gesagt: \“Für den Ingenieur kann jegliche Materie des Universums einer von zwei Kategorien zugeordnet werden: Dinge, die repariert werden müssen, und Dinge, die repariert werden müssen, nachdem man ein paar Minuten lang damit gespielt hat.\“
TeDo Verlag GmbH
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