Der kontinuierliche Entwicklungsvorsprung nicht nur auf Board- sondern auch auf Plattformebene ist für Kontron ein Muss, denn das Unternehmen, das seine IPC als \’Application Ready Platfoms\‘ für die Automatisierungsindustrie positioniert, entwickelt seine Lösungen nicht direkt für den Systemintegrator oder Endanwender, sondern für die jeweiligen OEMSpezialisten. Beispielsweise mit und für Wago wurde das Wago-spezifische Klemmeninterface in den ThinkIO integriert. Die Positionierung von Kontron ist eine andere als die von Wago. Während Wago Projektgeschäfte mit den Endkunden abwickelt, konzentriert sich Kontron auf die Herstellung von Embedded Computer-Technologie als Plattformen z.B. für die Automatisierung.
Dual-Core-Technologie für die Hutschiene
Für die branchenspezifischen Anpassungen an Schaltschrank-Rechner wurde beispielsweise jüngst in Form des ThinkIO-Duo die Dual-Core-Technologie auf die Hutschiene gepackt, lüfterlos umgesetzt und mit dedizierten IO versehen. Softwareseitig wird die robuste und lüfterlose Hutschienen-PC-Familie ThinkIO von Kontron darüber hinaus in zwei unterschiedlichen Ausprägungen angebotenen: als offener IPC mit Embedded-Windows und -Linux oder als angepasste IEC61131-3-kompatible Soft-SPS. Für die Betriebssysteme stehen Treiberpakete (BSPs) zur Verfügung, die die Programmierung in C ermöglichen. Kunden, die ihre Kompetenz auf IEC61131-3-Level haben, können sich dagegen für die angepasste SoftSPS mit integrierter Programmierung, Konfiguration und Visualisierung entscheiden. Die Visualisierung kann entweder direkt am ThinkIO über ein Touchpanel oder abgesetzt über einen Thin-Client erfolgen. Die Bedienung der PC-Funktionalität (Datum, Zeit, Netzwerk, Zugriffsrechte, Backup) geschieht mittels Browser über das webbasierende Management. Anbieter in der Industrie- und Gebäudeautomatisierung, sowie im Energie- oder Offshorebereich bauen auf eine der beiden Plattformen auf, um ihr eigenes Gesamtsystem zu komplettieren. Kundenspezifische Anpassungen durch Kontron mittels dediziertem Projektmanager umfassen Corporate-Labelling, Variationen in Hardware oder vorinstallierter Software, sowie Lifecycle-Management. Für Projekte mit höchsten Echtzeitanforderungen, wird mit dem Partner Profimatics zusammen auch ein Paket aus Betriebssystem Intime, EtherCAT Master und SoftSPS inklusive Visualisierung von KW-Software angeboten.
Universell, modular ausgelegt
Die ThinkIO-Hutschienen PC-Familie ist neben den IOs auch über die Prozessoren skalierbar, angefangen bei x86 mit 266MHz (ThinkIO-C), über Intel Pentium M zwischen 600MHz und 1,4GHz (ThinkIO-P), bis hin zu Intel Core Duo mit 1,2GHz (ThinkIO-Duo). Das Besondere dabei ist, dass trotz des äußerst kompakten Designs selbst der Core Duo lüfterlos angeboten werden kann. Die verschiedenen Plattformansätze, die Skalierbarkeit, die unterschiedlichen Softwarepakete und nicht zuletzt die Möglichkeiten der OEM-Anpassung, machen den ThinkIO zu einem universell und flexibel einsetzbaren Gerät. Für spezielle I/O-Ankopplungen z.B. von Antriebsherstellern, kann jeweils ein OEM-spezifisches I/O Board mit Interfacesteckern entwickelt und Hard- und Softwareseitig integriert werden. Dies wird durch den modularen internen Aufbau aus CPU- und I/O-Board möglich. Zudem kann die Blende OEM-spezifisch gestaltet und beschriftet werden.
Hohe Granularität
ThinkIO mit Wago-IO: Durch die formschlüssige und industriefeste, direkte Anbindung der intelligenten Klemmen der granularen I/O-Systeme 750 und 753 von Wago, erreicht der ThinkIO einen hohen Freiheitsgrad bei der Auslegung applikationsspezifischer I/O-Konfigurationen. Dabei lassen sich auf verschiedenen Potenzialebenen nicht nur die klassischen analogen und digitalen Schnittstellen aufstecken, sondern auch Varianten wie AS-i-Bus, SSI und Inkremental-Encoder sowie serielle Schnittstellenmodule mit RS232- und RS485-Interface.
















