Datenfunk ist nicht gleich Datenfunk. Je nach Anforderungen und Umgebungsbedingungen gilt es z.B., die richtigen Frequenzen, Übertragungsleistungen oder die entsprechende Antenne auszuwählen. Sollen große Distanzen mit Hindernissen überbrückt werden, eignen sich Übertragungsfrequenzen im UKW-Bereich (Ultrakurzwellen; engl. Very High Frequency) mit denen dank großer Wellenlängen noch über Strecken im zweistelligen Kilometerbereich kommuniziert werden kann. Bislang ging das jedoch auf Kosten der Datenübertragungsraten. Moderne VHF-Datenfunkmodems erreichen mittlerweile die gleichen Datengeschwindigkeiten wie UHF-Modems. Dadurch erschließen sich den Geräten zahlreiche Anwendungen. Speziell für Datenfunk-Anwendungen, in denen große Distanzen mit Hindernissen wie z.B. Berge und Täler überbrückt werden sollen, bieten die Datenfunkhersteller der Firma Welotec die Modemserie Satelline-3AS(d) VHF an, die im Ultrakurzwellenbereich arbeitet. Die Halbduplex-Hochgeschwindigkeitsmodems (Bild 1) arbeiten im Frequenzbereich von 138-174MHz (bzw. 218-238MHz v.a. für den chinesischen Markt), mit Kanalbreiten von 12,5/20/25kHz bei 1600/1000/800 Kanälen. Dabei sind Datenübertragungsraten von 9.600bps bzw. 19.200bps möglich. Die Sendeleistung der Modems kann zwischen 100mW und 5W eingestellt, also an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden. Mit 5W Ausgangsleistung ist – abhängig von der Topologie – eine Übertragungsstrecke von mehreren zehn Kilometern erreichbar. Dabei werden bei gleicher Sendeleistung und Antennenverstärkung um 30 bis 50% größere Distanzen als mit UHF-Modems überbrückt. Die Geräte gibt es in vier Varianten, jeweils mit oder ohne Display und mit oder ohne Kühlkörper. Zum Aufspielen von Konfigurationsdaten sowie zum Auslesen von Prozessdaten und Instandhaltungsinformationen sind die Modems mit seriellen Schnittstellen wie RS-232, RS-485 oder RS-422 kompatibel.
Datenfunknetzwerke einrichten und überwachen
Die Modems lassen sich innerhalb eines Datenfunknetzwerks im Polling-Modus einsetzen, dabei übernimmt eines der Modems die Masterfunktion. Mit der mitgelieferter Software, dem so genannten Netzwerkmanagement-System (NMS), lässt sich das Funknetzwerk konfigurieren und auch zusätzliche Geräte können nachgerüstet werden. Zur Konfiguration wird das Mastermodem über eine der Schnittstellen an einen PC angeschlossen. Aufgrund der Software ist eine kontinuierliche, visualisierte Überwachung des Datennetzes möglich. Trends bei Signalqualität oder Spannungsversorgung können permanent überwacht werden. Gleichzeitig wird die Instandhaltung laut Hersteller planbar und deutlich erleichtert, weil ein Servicetechniker frühzeitig erkennen kann, wo und wann er eingreifen muss. Dank ferneinstellbaren Datenfunkmodems können etliche Anpassungen zudem von der Zentrale aus erledigt werden. Typische Einsatzgebiete der Datenfunkmodems sind Fernüberwachungs- und Steuerungsanwendungen in strukturell schlecht angebundenen Gebieten wie z.B. bei Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssystemen, Öl- und Gaspipelines, Windturbinen oder Wetterstationen. Aber auch im Flottenmanagement, in der Logistik oder in verschiedenen Telemetrieanwendungen der Industrie helfen die Modems bei der zuverlässigen Datenübertragung.
















