Dieter Pesch, Leiter Forschung & Entwicklung und Produktmanagement bei Eplan Software & Service, Monheim am Rhein:
Wir haben die angesprochenen Schnittstellen, haben aber wenig davon verkauft und waren deswegen überrascht vom Ergebnis der Umfrage. Die Probleme kommen noch nicht einmal in erster Linie von der Software, sondern sie liegen eher darin, wie man sich zwischen den Disziplinen abstimmt. Oft kann man sich nicht einmal auf eine Betriebsmittelkennzeichnung und eine Anlagenstruktur einigen. Die Daten kommen zwar von der einen Disziplin in die andere, man kann dann aber sehr wenig damit anfangen. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Schnittstellen gibt es schon, es geht jetzt darum diese mit Leben, sprich mit Daten zu füllen. Aus meiner Sicht sind es drei Stufen: Daten, Schnittstellen und das Thema funktionales Engineering. Diese drei Iterationen skalieren sehr stark und sind bzüglich der Voraussetzungen sehr unterschiedlich. Der Arbeitskreis Engineering möchte zunächst nicht ganz hoch hinaus, sondern auf der untersten Stufe anfangen. Es geht darum den ersten Schritt zu gehen, dann werden wir sehen, was sonst noch alles möglich ist. Wir zeigen auf dem Messestand schon eine Community mit Best Practice-Beispielen aus der Praxis. Zusätzlich arbeiten wir im Arbeitskreis Engineering aktiv mit, da uns das Thema Prozessoptimierung ganz stark am Herzen liegt und wir da gute Lösungen erarbeiten wollen. Die Herausforderung ist, sich zu disziplinieren. Wo schneiden wir? Wo skalieren wir? Damit man nicht zu Anfang zu viel möchte und dann vielleicht einen zu großen Ansatz wählt. Das Thema Standard wird man dann sehen, mir ist erst einmal wichtig die Anforderungen zu kennen, dann können wir über die Lösungswege diskutieren. Ich bin da sehr optimistisch.
Dipl. Ing. Alexander Heider, System-Manager Simotion Engineering , Siemens AG, Industry Sector, Drive Technologies Division Motion Control Systems, Erlangen:
Interviews mit Maschinenbauern haben ergeben, dass die einzelnen Engineering-Disziplinen sehr viel Energie darauf verwendet haben, innerhalb der eigenen Domäne die Reibungsverluste zu minimieren. Beispiele sind das TIA Portal, Eplan Electric P8 und auch der Bereich M-CAD-Tools. Aber durch das Anwachsen von Softwarefunktionalitäten und von mechatronischen Ansätzen kam die Schnittstellenproblematik erst so richtig hoch. Die Disziplinen Mechanik und Elektrik haben jeweils die Sorge die Datenhoheit zu verlieren und dann bei Änderungen nicht mehr zu wissen, was passiert. Aktuell wird das noch zugedeckt durch die Nutzung von Excel und Papier. Es wird auch nicht das allumfassende Tool geben, sondern einen Prozess hin zu einem Datenfluss. Wir sind als Siemens AG dabei, das Angebot der Domänen-übergreifenden Zusammenarbeit einem möglichst breiten Publikum verfügbar zu machen und nicht nur denen, die sich die \’großen\‘ Lösungen leisten können. Dabei müssen und wollen wir mit allen Herstellern von Tools auf einer möglichst offenen und breiten Basis gemeinsam zusammenarbeiten, z.B. im Rahmen des VDMA-Arbeitskreises \’Engineering Datenaustausch\‘. Ich habe die Hoffnung, dass es in zwei bis drei Jahren auf einem gemeinsamen Schnittstellenlevel so weit ist, dass sich die Maschinenbauer auf das konzentrieren können, was sie gut können, nämlich Maschinen konstruieren, und nicht Daten hin und her \’schaufeln\‘ und Fehler suchen, die verbal oder manuell weiter gegeben wurden. n @Internet – AW:
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www.eplan.de
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