Anfang des Jahres 2010 startete das Automobilzulieferunternehmen Muhr und Bender KG (Mubea) ein Projekt zur Einführung eines Product Lifecycle Management-Systems (PLM). Nach fünf Monaten ging das System Pro.file des Anbieters Procad an den Start. Die PLM-Lösung läuft am Unternehmenssitz in Attendorn in Nordrhein-Westfalen sowie im tschechischen Zebrak. An zwei weiteren Standorten in China und Japan stehen entsprechende Einführungsprojekte in den Startlöchern. Verzahnung von CAD, PLM und Geschäftssystem Im Laufe des stattlichen Projekts über vier internationale Standorten hinweg wurden bislang zwei CAD-Systeme, nämlich Catia und Solid Edge, für über 40 Konstrukteuren aus den Geschäftsbereichen Werkzeugbau und Motorenkomponenten in die PLM-Lösung eingebunden. Auch die Integration mit der ERP-Lösung Infor ERP Xpert steht auf dem Arbeitsplan. Als Ergebnis werden derzeit Artikelstammdaten automatisch aus dem PLM-System in die ERP-Lösung übertragen. Neben den Konstrukteuren arbeiten zirka 50 weitere Mitarbeiter aus Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Einkauf, Vertrieb und Qualitätssicherung mit dem neuen System. Grundlage für die schnelle Projektrealisierung ist die Anpassbarkeit der Lösung an die Anforderungen von Mubea. Projektmanager Michael Stahl drückt dies so aus: \“Wir wollen das System an unsere Prozesse anpassen und dies wollen wir möglichst selbst tun – um schnell und unabhängig vom PLM-Anbieter agieren zu können. Drei Mitarbeiter aus unserem Unternehmen besuchten deshalb eine Administratoren-Schulung bei Procad in Karlsruhe. Zurück im Unternehmen begannen sie unsere Arbeitsprozesse und Bedienmasken auf Pro.file abzubilden. Dies klappt problemlos. Wir haben mit Profile hier schnell und mit sehr viel Eigenleistung statt Dienstleistung etwas erreicht, was mit einer anderen Lösung, die wir zuvor im Einsatz hatten, auch in deutlich längerer Zeit nicht möglich war.\“ Digitale Dokumentation ersetzt manuelle Prozesse Im Geschäftsbereich Motorenkomponenten entwickelt das Unternehmen Serienprodukte. Zur Sicherstellung der hohen Qualitätsanforderungen des Zulieferes und seiner Kunden müssen die Entwicklungsunterlagen einen strikten Prüf- und Freigabeprozess durchlaufen. Er umfasst, verkürzt dargestellt, die Stufen \’in Konstruktion\‘ > \’in Prüfung\‘ > \’Zeichnung geprüft\‘ > \’Erstmusterprüfung\‘ > \’Erstmusterfreigabe\‘ > \’Freigabe für Serienfertigung\‘ > \’endgültige Freigabe für Fertigung\‘. Diese letzte Freigabe für die Serienfertigung erfolgt durch den Entwicklungsleiter. Die dazwischen liegenden Prüf- und Freigabeverfahren werden durch unterschiedliche Teams vorgenommen. Bei den Statusübergängen sind deshalb Daten und Dokumente an die nachfolgenden Teams weiter zu geben. Präzise ausgedrückt müsste man sagen, dass die Teams Zugriff auf die erforderlichen Daten und Dokumente erhalten, denn ein manueller Versand von Unterlagen findet nicht mehr statt. Zwischen den einzelnen Freigabeverfahren liegen teilweise aufwändige Aktionen. So ist zum Beispiel vor einer Serienfertigung vom Einkauf die Lieferung von Zukaufteilen zu organisieren. Zusätzlich müssen Werkzeuge für die Fertigung entwickelt und hergestellt werden. Die Workflowsteuerung des IT-Systems stellt dabei sicher, dass die einzelnen Arbeitsschritte wie vom Unternehmen festgelegt eingehalten werden. Zusätzlich übernimmt die PLM-Lösung die Dokumentation des Prozesses. Die zugehörigen, digitalen Änderungsjournale zeigen an, wann und durch wen Statusänderungen an einem Dokument vorgenommen wurden. Auch die digitalen Unterlagen, die während der Entwicklungs- und Prüfprozesse entstehen, werden in der PLM-Anwendung gespeichert und archiviert. Einer der wichtigen Schnittstellen ist die Kommunikation zwischen Konstruktionsabteilung, Einkauf und Fertigungsplanung. Nach der ersten Freigabe einer Zeichnung werden die Teilestammdaten der Baugruppen an das ERP-System von Mubea übergeben. Das PLM-System ist mit der Geschäftsanwendung direkt gekoppelt. Über Ländergrenzen hinweg Gefertigt wird bei Mubea Motorkomponenten in Tschechien und in China. Früher wurden Fertigungszeichnungen manuell kopiert und per Expresspost versendet. Heute läuft dieser Prozess deutlich schneller ab. Bei der Freigabe einer Zeichnung wird diese automatisch \’vertifft\‘: Die PDM-Anwendung erstellt eine Kopie der Originalzeichnung im Format TIF und stellt dieses Dokument parallel zur ursprünglichen CAD-Zeichnung im System bereit. Ab diesem Augenblick können die externen Standorte auf diese Unterlagen zugreifen. Zu dem Vorteil des schnell Zugriffs kommt noch die Sicherheit, dass stets die gültige Version bereit steht. Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Zusammenarbeit über Standort- und Ländergrenzen hinweg ist die einheiltiche Benennung von Bauteilen. Im Geschäftsbereich der Motorenkomponenten arbeitet die PLM-Anwendung bei Mubea dreisprachig. Die Bauteilbezeichnungen sind jeweils in Deutsch, Englisch und Tschechisch verfügbar. Die Übersetzung zwischen Deutsch und Englisch erfolgt durch Auswahllisten und eine spezielle Kreuztabellen-Technologie sogar automatisch. Datenabgleich über das It-System: Das aktuelle Abbild des Produktes Michael Stahl, Koordinator des PLM-Projekts bei Mubea, bezeichnet die einheitliche Datenhaltung als das \’aktuelle Abbild des Produkts\‘. Dies wirke sich positiv auf alle Arbeitsbereiche aus: \“Früher existierten in unterschiedlichen Abteilungen oder Standorten teileweise mehrere Zeichnungen, von denen keiner mehr wusste, welche aktuell war. Das ist jetzt anders. Pro.File versorgt alle mit den gültigen Daten. Das erleichtert die Arbeit für alle ungemein.\“ Nach dem erfolgreichen Start stehen weitere Projektschritte an. Geplant ist der \’roll out\‘ auf weitere Standorte in Deutschland und eine Niederlassung in Tschechien. Außerdem steht unter anderem die Übernahme von Daten aus E-Mails in die Geschäftsprozesse auf dem Arbeitsplan des Projektteams. Kasten: Kurzporträt: Muhr und Bender Die Geschichte von Muhr und Bender begann im Jahr 1916 – mit einer Feder. Heute ist das Unternehmen weltweiter Partner der Automobilindustrie und Leichtbauspezialist für hoch
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